Samstag, 2. November 2019

Rezension zu "Das Geschenk" von Sebastian Fitzek

Zum Buch


Auf der Suche nach der (entsetzlichen) Wahrheit…

Milan Berg steht an einer Ampel, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen. Verzweifelt presst sie einen Zettel gegen die Scheibe. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Doch er spürt: Das Mädchen ist in tödlicher Gefahr. Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiterzuleben – und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden. 
(Quelle: Klappentext)



„Er musste zweimal schlucken, bis er soweit war. So weit, seine letzte Chance wahrzunehmen, indem er Zeus alles erzählte. Die ebenso unglaubliche wie grauenhafte Geschichte, die ihn einmal quer durch die Hölle bis hierher ins Gefängnis geführt hatte. Und um Zeit zu schinden, um wenigstens noch einige Stunden am Leben zu bleiben, begann er von Anfang an. “ – Seite 11


Sebastian Fitzeks neuer Psychothriller fängt gleich im ersten Kapitel mit einem Szenario im Gefängnis an, das schrecklicher nicht sein kann. Wir lernen die Hauptfigur Milan Berg kennen, der gezwungen wird, seine Geschichte zu erzählen. So erfahren wir nach und nach, was wirklich geschehen ist und wie er schließlich dort gelandet ist, wo er sich aktuell befindet.
Nach dem krassen Beginn geht es etwas zunächst ruhiger weiter. Man erfährt viel aus Milans aktuellen Leben.  Auch etwas dramatisches, das in seiner Vergangenheit geschehen ist, spielt eine zentrale Rolle.

Am Anfang gibt es einzelne Puzzleteile, bei denen man noch nicht richtig einschätzen kann, wie diese zusammenpassen. Doch nach und nach setzt sich ein vollständiges Bild zusammen, das in unglaubliches Bild zutage fördert. Hier kommt wieder der typischen Fitzek-Stil zutage:  Nichts ist, wie es zunächst scheint und dann wird zusätzlich nochmal alles umgedreht, so das alles unvorhersehbar wird – das ist ihm hier wieder sehr gut gelungen. Durch einen regelmäßigen Blickwechsel erfährt der Leser nicht nur, wie Milans Weg verläuft, sondern bekommt auch einen Einblick in die Situationen von weiteren Charakteren – dadurch wird es sehr rätselhaft und es gibt einige Überraschungen.


„Das beunruhigende Gefühl, etwas Wesentliches  zu übersehen, schaffte es gerade noch, durch den Nebel seiner Müdigkeit zu dringen.“ – Seite 124


Allerdings habe ich auch einen kleinen Kritikpunkt: Verglichen mit anderen Fitzek-Romanen ist diese Handlung etwas „holperig“ – der Wechsel zwischen der Vergangenheit und den aktuellen Geschehnissen ist manchmal etwas verwirrend ungeordnet und unterbricht den Spannungsbogen.

Neben den rasanten Abschnitten, in denen Milan versucht, das Geheimnis und das Leben des unbekannten Mädchens zu retten, bekommt man auch einen Einblick, wie es ihm als Analphabet in einer Welt voller Wörter und Texte ergeht und wie schwer der Alltag dadurch wird. In seinem Nachwort berichtet Sebastian Fitzek u.a.  wie es dazu kam, einen Analphabeten zur Hauptfigur seines neuen Thrillers zu machen und auch, wo es weitere Informationen zu dem Thema gibt.

Erwähnenswert ist noch die ganze Aufmachung des Buches. Es gibt eine Limited-Edition, bei der es das Buch in einem toll gestalteten Geschenke-Karton gibt. Aber auch das normale Buch, das ich gelesen habe, ist ein Blickfang: Der Schutzumschlag hat hier die Geschenkeoptik, darunter gibt es das blutrote Hardcover. 



Mein Fazit: Wieder ein rasanter Psychothriller aus der Feder von Sebastian Fitzek. Hier gibt es wieder den typische Fitzek-Stil: Nichts ist, wie es zunächst scheint und wenn man als Leser glaubt, die Lösung gefunden zu haben, kommt alles nochmal ganz anders – das ist dem Autor auch hier wieder sehr gut gelungen. Abgesehen von Kleinigkeiten ist „Das Geschenk“ wieder sehr spannend und steckt voller überraschender Wendungen.



Meine Bewertung:



Titel: Das Geschenk
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 368
Verlag: Droemer-Knaur
Erstveröffentlichung: 23. Oktober 2019


Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar! :)

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