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Die Fortsetzung von Der Report der Magd
Und so steige ich hinauf, in die Dunkelheit dort drinnen
oder ins Licht. - Als am Ende vom Report der Magd die Tür des Lieferwagens
und damit auch die Tür von Desfreds Report zuschlug, blieb ihr Schicksal für
uns Leser ungewiss. Was erwartete sie: Freiheit? Gefängnis? Der Tod? Das Warten
hat ein Ende! Mit „Die Zeuginnen“ nimmt Margaret Atwood den Faden der Erzählung
fünfzehn Jahre später wieder auf, in Form dreier explosiver Zeugenaussagen von
drei Erzählerinnen aus dem totalitären Schreckensstaat Gilead.
(Quelle:
Klappentext - Piper Verlag)
„So wurden die Dinge gehandhabt, so war es einfach, so musste es sein für die Zukunft Gileads; die wenigen mussten Opfer bringen für das Wohl der Vielen.“ – Seite 88, eBook
Zunächst einmal finde ich es großartig, dass Margaret Atwood
knapp vierunddreißig Jahre nach der Erstveröffentlichung ihres Klassikers Der
Report der Magd eine Fortsetzung geschrieben hat. Denn einiges blieb am Ende
des packenden Romans noch unklar. Hier erfahren wir u.a. noch mehr über die
fiktive Republik Gilead und was mit Desfred
nach den letzten Ereignissen geschah – allerdings nicht von ihr selbst,
sondern in Form von drei Erzählungen. Drei Frauen –die Zeuginnen- erzählen ihr
eigenes Schicksal und wie sie die Republik Gilead erlebt haben. Zunächst wirken
die einzelnen Aussagen zusammenhanglos, doch nach und nach werden die einzelnen
Fäden miteinander verbunden und ergeben ein überraschendes Bild. Das Buch
selbst ist in der Ich-Perspektive geschrieben,
in regelmäßigem Wechsel der drei Frauen. Das Interessante hier: Jede der
drei Zeuginnen hat den Schreckensstaat Gilead anders erlebt.
Ein zentraler Punkt ist hier das Leben dem totalitären Staat,
in dem Frauen keine Rechte haben - wir erfahren noch mehr Details und wie es
dort nach Desfreds Verschwinden weiterging. Dieses Szenario ist weiterhin
unheimlich und beklemmend.
„Ich erreiche einen Wendepunkt. Das Rad des Schicksals dreht sich so unstet wie der Mond. Bald werden sich die, die ganz unten waren, aufwärts bewegen. Und natürlich umgekehrt.“ – Seite 178, eBook
Wie schon beim Vorgänger hat mich hier auch wieder der
Schreibstil von Margaret Atwood überzeugt – dieser ist detailreich und klar. Genau
diese Mischung macht die Dystopie, die fünfzehn Jahre nach den letzten
Geschehnissen im „Report der Magd“ spielt, wieder so packend. Gerade die
verschiedenen Blickwinkel sind spannend zu verfolgen. Auch der Epilog, der weit
in der Zukunft angesiedelt ist, hält noch interessante Informationen bereit.
Um bestimmte Einzelheiten zu verstehen, würde ich empfehlen,
zuerst den Vorgänger zu lesen.
Mein Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, die sich so spannend
liest wie ein Krimi. Noch offene Fragen aus dem Vorgänger Der Report der Magd
werden beantwortet, auch gibt es weitere Einblicke in das beklemmende Szenario
des Schreckensstaates Gilead. Die anfangs lose wirkenden Erzählungen setzten
sich zu einem überraschenden Bild zusammen. Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Die Zeuginnen
Autorin: Margaret Atwood
Genre: Dystopie / Drama
Seitenanzahl: 576
Verlag: Berlin / Piper
Erstveröffentlichung: 10. September 2019
Die Bücher:
Band 1 - Der Report der Magd
Band 2 - Die Zeuginnen

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