Donnerstag, 7. November 2019

Rezension zu "Der Lehrmeister" von Oliver Pötzsch

Zum Buch


Band 2 der Faustus-Serie

Der goldene Herbst 1518 neigt sich dem Ende. Sechs Jahre sind vergangen, seitdem der berühmte Magier Johann Georg Faustus aus Nürnberg geflohen ist. Sein Ruhm ist gewachsen, selbst an den Höfen von Herzögen, Grafen und Bischöfen sucht man seinen Rat. So als würde der Herrgott – oder sein böser Gegenspieler? – eine schützende Hand über ihn halten. Gemeinsam mit seinem neuen Gefährten Karl Wagner und der jungen Gauklerin Greta, seiner Ziehtochter, reist er als Quacksalber und Astrologe durch die Lande. Doch Johann spürt, dass dies nur die Ruhe vor dem Sturm ist. Sein Erzfeind Tonio ist noch nicht besiegt. Tief im Inneren weiß Johann, dass das Böse zurückkehren und erneut seine Hand nach ihm ausstrecken wird … (Quelle: Klappentext)



Mit Der Lehrmeister setzt Oliver Pötzsch seine Serie um Johann Georg Faustus fort. Und diese Fortsetzung hat wieder einiges zu bieten. Die Handlung beginnt im Jahr 1518, gut sechs Jahre nach den letzten Geschehnissen in Der Spielmann. Zusammen mit seinem Adlatus Karl Wagner, der jungen Greta und seinem großen schwarzen Hund Kleiner Satan reist Johann Georg Faustus durch die Lande – inzwischen ist er berühmter denn je. Doch nun machen sich gesundheitliche Probleme bemerkbar, auch aus Rom scheint Gefahr zu drohen – hat Tonio, sein ehemaliger Lehrmeister die Finger mit im Spiel? Denn vor vielen Jahren schloss Faustus einen dunklen Pakt mit ihm. Nach den schrecklichen Ereignissen in Nürnberg scheint sein alter Feind nun wieder hinter ihm her zu sein – mit Absichten, die böser nicht sein können….


„Johann dachte an den jungen aufgeweckten Burschen, der damals einem Zauberer die Hand gegeben hatte. Einen Jungen, der es im Lauf seines Lebens zu Ruhm, Wissen und Reichtum gebracht hatte und der nun, nach so vielen Jahren, dafür büßen musste. Es gab kein Entkommen. Mit diesem letzten Gedanken wurde ihm schwarz vor Augen.“ – Seite 68, eBook


Schon von der ersten Seite an ist der gut 800 Seiten umfassende Roman fesselnd. Man taucht sofort in die Geschichte und in das 16. Jahrhundert ein – der Weg von Faustus und seinen Gefährten ist spannend zu verfolgen und hält so manches Abenteuer bereit – manchmal wird es auch ziemlich düster. Im Zentrum steht neben vielen anderen Rätseln auch ein Geheimnis, dass das Schicksal der gesamten Welt verändern könnte…
In diesem historischen Roman sind noch weitere Genre zu finden: Historischer Krimi, Abenteuer, düstere Mystery und unheimliche Elemente sind perfekt miteinander verflochten und ergeben einen packenden Roman. Neben Faustus, um den sich ja viele Legenden ranken, finden wir auch noch weitere historische Persönlichkeiten, u. a. Heinrich Agrippa von Nettesheim und Leonardo da Vinci.
Die einzelnen Schauplätze sind bildgewaltig beschrieben, ebenso wie das historische Szenario.
Die Handlung entwickelt sich interessant, ist abwechslungsreich und hat immer wieder packende Höhepunkte, auch das Finale hält einiges an Überraschungen bereit.
Im Anhang befindet sich neben dem sehr lesenswerten Nachwort auch ein kleiner Reiseführer mit den Orten, die Faust in diesem Roman besucht.


„Es war eine der vielen kleinen Lügen, aus denen er zwischen sich und der Welt ganz allmählich wieder eine Mauer errichtete.“ – Seite 412, eBook


Mein Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, die auf ihren 800 Seiten einiges zu bieten hat. Es wird historisch, packend, dramatisch, düster und auch mysteriös – eine Mischung, die Oliver Pötzsch sehr gut gelungen ist. Ein spannender Schmöker, der noch ein klein wenig besser als der erste Teil ist - Lesehighlight!



Meine Bewertung:



Titel: Der Lehrmeister - Die Geschichte des Johann Georg Faustus
Autor: Oliver Pötzsch
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 800
Verlag: List
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 2019

Die Bücher der Faustus-Serie:
Band 1 - Der Spielmann
Band 2 - Der Lehrmeister
 

Vielen Dank an die Ullstein Buchverlage und Netgalley für das Rezensionsexemplar! :)

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