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In den Wäldern Kanadas
Jacinda Greenwood weiß nichts über ihre väterliche Familie, deren Namen sie trägt. Sie arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island, doch die Namensgleichheit, so glaubt sie, ist reiner Zufall. Bis eines Tages ihr Ex-Verlobter vor ihr steht. Im Gepäck hat er das Tagebuch ihrer Großmutter. Jahresring für Jahresring enthüllt sich für Jacinda endlich ihre Familiengeschichte. Seit Generationen verbindet alle Greenwoods eines: der Wald. Er bietet Auskommen, ist Zuflucht und Grund für Verbrechen und Wunder, Unfälle und Entscheidungen, Opfer und Fehler. Die Folgen all dessen bestimmen nicht nur Jacindas Schicksal, sondern auch die Zukunft unserer Wälder … (Quelle: Klappentext – Penguin-Verlag)
Das Flüstern der Bäume ist ein ganz besonderes Buch – die Geschichte, die sich durch vier Generationen zieht, die über die Bäume und Wälder Kanadas miteinander verbunden sind, hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Beginnend im Jahr 2038 lernen wir zunächst Jacinda Greenwood kennen, die eine besondere Verbundenheit zur Natur hat. Diese ist wertvoller denn je: Vor zehn Jahren brach eine Katastrophe über die Welt herein, die das „Große Welken“ genannt wird. Nach und nach erfahren wir, was es damit auf sich hat, wie die Menschen nun leben und wie sich alles dramatisch verändert hat.
„Mitten in der Nacht nimmt sie das Papierbuch ein letztes Mal in die Hand und schlägt die verrußten, mit Tinte verschmierten Seiten auf. Wie eng ein Buch doch mit dem Baum und seinen Ringen verwandt ist, denkt sie. Die Schichten der Zeit, konserviert und für jeden einsehbar.“ – Seite 52, eBook
Nach der Zukunft geht es schrittweise zurück in die Vergangenheit und wir lernen die einzelnen Generationen der Familie Greenwood kennen – es wird dramatisch, tragisch berührend und spannend. Nach und nach kommen die einzelnen Puzzleteile an ihren Platz und ergeben ein interessantes und gut ausgearbeitetes Gesamtbild. Der Schreibstil ist klar und die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet – jeder einzelne hat seine eigenen Ansichten, Wünsche und Träume, aber auch mit ganz eigenen Dämonen zu kämpfen.
„Ich träume meist von Bäumen“, sagt er. „Von Bäumen, die ich einmal gekannt habe. Von Bäumen, die ich noch nicht kenne. Mal helfen sie mir, mal fallen sie auf mich. Mal pflanze ich sie, mal fälle ich sie. Aber sie sind immer da.“ – Seite 336, eBook
Das Besondere an diesem Buch ist, dass neben der interessanten und berührenden Familiengeschichte auch die Einzigartigkeit der Natur sehr gut beschrieben wird – Bäume, Wälder und besonders der Schauplatz „Greenwood Island“ spielen in allen Generationen eine zentrale Rolle. Gleichzeitig zeigt dieses Buch, wie zerbrechlich die Natur ist und regt so zum Nachdenken an.
„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort, das Willow liebt: „Der beste Moment, um einen Baum zu pflanzen, ist immer vor zwanzig Jahren. Und der zweitbeste ist immer jetzt.“ - Seite 459, eBook
Mein Fazit: Eine bewegende Familiensaga mit starken Charakteren – vier Generationen, deren Leben nicht unterschiedlicher nicht sein können und dennoch verbunden sind über die Wälder Kanadas. Michael Christie verwebt hier die Besonderheit der Natur mit einer Familiengeschichte, die Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Anfang nimmt und bis in die Zukunft reicht. Ein bewegender und auf besondere Weise auch packender Roman, der gleichzeitig auch zum Nachdenken anregt. Ein Lesehighlight.
Meine Bewertung:
Titel: Das Flüstern der Bäume
Autor: Michael Christie
Genre: Roman / Familiensaga
Seitenanzahl: 560
Verlag: Penguin
Erstveröffentlichung: 05. Oktober 2020
Vielen Dank an das Bloggerportal und Penguin für das Rezensionsexemplar!

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