Samstag, 31. Oktober 2020

Rezension zu "Der Heimweg" von Sebastian Fitzek

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Ein Wettlauf mit dem Tod…

Es ist Samstag, kurz nach 22.00 Uhr. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon. Ein ehrenamtlicher Telefonservice für Frauen, die zu später Stunde auf ihrem Heimweg Angst bekommen und sich einen telefonischen Begleiter wünschen, dessen beruhigende Stimme sie sicher durch die Nacht nach Hause führt - oder im Notfall Hilfe ruft.
Noch nie gab es eine wirklich lebensgefährliche Situation. Bis heute, als Jules mit Klara spricht.
Die junge Frau hat entsetzliche Angst. Sie glaubt, von einem Mann verfolgt zu werden, der sie schon einmal überfallen hat und der mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte: Klaras Todestag! Und dieser Tag bricht in nicht einmal zwei Stunden an ...
(Quelle: Klappentext - Droemer Knaur-Verlag)




„Ja, sie hatte es entdeckt, wobei es keinen Sinn ergab. Ihr Verstand wollte das Grauen nicht akzeptieren, einfach weil das, was sich ihr zeigte, jegliche menschliche Vorstellungskraft sprengte.“ – Seite 12, eBook



…schon dieser Satz aus dem Prolog lässt erahnen, dass auch Sebastian Fitzeks neuer Psychothriller nichts für schwache Nerven ist.
Eine der beiden Hauptfiguren ist Jules Tannberg, der für seinen besten Freund an einem ungemütlichen Winterabend dessen Schicht am Begleittelefon übernimmt. Die erste Person, mit der er spricht, ist die junge Frau Klara, die durch die dunkle Novembernacht hetzt – sie scheint verfolgt zu werden von jemand, der ihr angekündigt hat, sie an einem bestimmten Datum zu töten. Dieser Tag bricht in wenigen Minuten an. Noch ahnen beide nicht, dass dieser Abend alles verändern wird und Erschreckendes zutage fördert…
Während des Gesprächs von Jules und Klara lernen wir beide Charaktere besser kennen. Beide haben Entsetzliches durchgemacht – sowohl in ihrer Kindheit als auch in der Gegenwart. Es kommen verstörende Details zutage, doch es bleibt weiterhin rätselhaft – erst nach und nach ergibt sich ein Gesamtbild, das schrecklicher nicht sein kann.


„Die Dunkelheit empfing sie mit knochenbrecherischer Gewalt.“ – Seite 143, eBook


Fitzeks Psychothriller sind nicht ohne, oft grausam und erschreckend, aber dennoch meistens sehr packend. Auch hier gibt es viele überraschende Wendungen, die dann nochmals durcheinander wirbeln und am Ende alles anders ist, als zunächst vermutet. Das hat er auch hier wieder geschafft.

Jedoch muss ich sagen, dass Der Heimweg mich persönlich nicht ganz überzeugen konnte. Ich fand es diesmal zu bizarr und die viele Gewalt schwer erträglich. Auch ist die Handlung selbst etwas zu abstrus und überladen – etwas weniger wäre hier mehr gewesen.
Zudem rückt das Heimwegtelefon etwas zu sehr in den Hintergrund. Dieses hätte gerne stärker eingebaut werden können. Natürlich wird es trotz allem spannend, weil man, einmal angefangen, unbedingt wissen will, wie es letztendlich ausgeht.



Mein Fazit: Der Heimweg ist nichts für schwache Nerven - sehr bizarr, beklemmend und grausam. Diesmal konnte mich Sebastian Fitzeks neuester Psychothriller nur teilweise überzeugen – die Handlung ist oftmals wirr und etwas zu überladen – etwas weniger drum herum wäre hier meiner Meinung nach mehr gewesen. Abgesehen davon waren mir manche Abschnitte „too much“. Positiv ist aber, dass Fitzek hier auf das Heimwegtelefon aufmerksam macht, dass es wirklich gibt. Natürlich wird es auch spannend und es kommt, wie bei seinen Psychothrillern üblich, natürlich alles anders als man denkt. Ich vergebe drei Sterne hierfür, weil es meinen persönlichen Geschmack diesmal nicht ganz getroffen hat.

Meine Bewertung:




Titel: Der Heimweg
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Psychothriller
Seitenanzahl: 400
Verlag: Droemer-Knaur
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2020



Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar!

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