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Die Chronik des Siegelmagiers – Band 1
Al MacBharrais ist gesegnet. Gesegnet mit einem ungewöhnlich schönen
Schnurrbart, einem Sinn für kunstvoll gemixte Cocktails – vor allem aber mit
einem einzigartigen magischen Talent. Er schreibt mit Geheimtinte kraftvolle
Zaubersprüche. Und als ehrbarer Schotte setzt er alles daran, unsere Welt vor
den schurkischen Knechten verschiedener Pantheons zu beschützen, im Besonderen
vor Feenwesen, die alles andere als nett sind.
Traurig, aber wahr: Al ist auch verflucht. Jeder, der seine Stimme hört, geht
sofort mit unvorstellbarem Hass auf ihn los. So kann er nur schriftlich oder
mit Sprach-Apps kommunizieren. Und schlimmer noch: Alle seine Lehrlinge starben
bei höchst sonderbaren Unfällen. Fergus wurde bei den Highland-Spielen von
einem schlecht geworfenen Baumstamm erschlagen, Ramsey wurde von schusseligen
amerikanischen Touristen, die auf der falschen Straßenseite unterwegs waren,
überfahren. Als sein letzter Lehrling Gordie tot in seiner Wohnung in Glasgow
aufgefunden wird – er erstickte an einem rosinenhaltigen Gebäck –, entdeckt Al,
dass Gordie ein geheimes, verbrecherisches Doppelleben führte und in einen
schwunghaften Menschenhandel mit nichtmenschlichen Wesen verstrickt war... (Quelle: Klappentext - Klett Cotta-Verlag)
Auf dieses Buch bin ich zufällig beim Stöbern gestoßen – das Cover ist wirklich großartig und passt perfekt zur Geschichte, die etwas schräg und sehr unterhaltsam ist. Schon der Beginn macht neugierig auf die Story:
„Tote Schüler sind auf Dauer schlecht für den Ruf. Inzwischen frage ich mich, ob meiner überhaupt noch zu retten ist. (…)
Und jetzt ist auch noch Gordie, der eigentlich meine Glückszahl sieben hätte sein sollen, heute an einem Scone erstickt. In dem Gebäck waren Rosinen, ziemlich bekloppt also, das Ding zu essen, da Rosinen verderbenbringende Perversionen sind.“ (Al MacBharrais) – Seite 9, eBook
Hauptfigur hier ist der Schotte Aloysius „Al“ MacBharrais, der als Siegelagent tätig ist – er hat das Talent, magische Siegel und die dafür benötigten Tinten herzustellen. Dieses wird hier auch sehr gut beschrieben, zudem erfährt man schnell, welche magischen Siegel es gibt und wofür sie verwendet werden.
„Der willkommende Geruch von verstaubtem Papier, Salzlösungen und Zitrone von meinen Stempelwachsen stieg mir in die Nase. In Regalen voller Holzfächer standen ordentlich arrangiert Gläser mit Tinteningredienzen; in und über meinem alten viktorianischen Schreibtisch, der ebenfalls über zahlreiche Fächer verfügte, waren die fertigen Tinten aufgereiht. Ein Stapel vorgeschnittener Karten wartete darauf, mit Siegeln beschrieben zu werden.“ – Seite 175, eBook
Darüber hinaus hat Al auch die Aufgabe, die Einhaltung der Verträge mit Feenwesen aus anderen Gefilden zu kontrollieren und das möglichst wenig von der magischen Welt zum Vorschein kommt.
Doch neben seinen Tätigkeiten hat er auch noch ganz eigene Probleme: Nicht nur, dass er vor vielen Jahren verflucht wurde – er kann sich überwiegend nur über Sprach-Apps unterhalten, da ansonsten die Menschen, die seine Stimme hören, nach kurzer Zeit wutentbrannt auf ihn losgehen – zudem sterben seine Lehrlinge an scheinbar zufälligen Unfällen. Als er die Wohnung von seinem letzten Lehrling Gordie untersucht, entdeckt er etwas Erschreckendes. Nach und nach wird klar, das Gordie in kriminelle Machenschaften verstrickt war, dessen Ausmaße anfangs noch nicht zu erahnen sind…
Der Auftakt der Reihe um den Siegelmagier Al MacBharrais ist ziemlich interessant und manchmal etwas schräg, aber sehr unterhaltsam. Der Schreibstil ist ziemlich locker, was sehr gut zu der ganzen Story passt. Neben Al gibt es noch einige weitere sehr interessante und schillernde Figuren – besonders seine Mitarbeiterin Nadia hat einige Talente. Aber auch nichtmenschliche Wesen spielen eine Rolle – wie etwa der Hobgoblin namens Buck, der seine Liebe für Netflix entdeckt, geheimnisvolle Feengöttinnen und gefährliche Geisterhunde:
„Alle drei Geisterhunde starrten mich und Buck an, der über meine Schulter spähte. Vielleicht wägten sie ab, was ihre besten Optionen waren. Jedenfalls tauschten sie Blicke aus und bellten mit gefletschten Zähnen.“ – Seite 145, eBook
Das Buch ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Al geschrieben, der uns einen sehr guten Blickwinkel auf das aktuelle Geschehen gibt. Die Handlung entwickelt sich interessant und spannend. Gerne hätte ich mir an manchen Stellen noch mehr Feinheiten gewünscht – gerade den Anfang fand ich etwas unübersichtlich. Doch nach und nach wird die Geschichte übersichtlicher und man bekommt einen umfassenden Einblick in eine sehr gut konstruierte Story. Es gibt es spannendes Finale!
Mein Fazit: Ein guter Auftakt einer besonderen Fantasy-Reihe. Sehr interessant, manchmal etwas schräg, aber ziemlich unterhaltsam. Nach und nach entwickelt sich eine spannende Geschichte mit vielen magischen Überraschungen und sehr gut eingesetzten Fantasy-Elementen. Ich bin gespannt auf weitere Romane dieser Reihe.
Meine Bewertung:
Titel: Die Chronik des Siegelmagiers 1 - Tinte & Siegel
Autor: Kevin Hearne
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 384
Verlag: Hobbit Presse / Klett-Cotta
Erstveröffentlichung: 20. Februar 2021
Die Chronik des Siegelmagiers - die Bücher:
Band 1 - Tinte & Siegel
Band 2 - Papier & Blut
Vielen Dank an Klett-Cotta
und Netgalley für das
Rezensionsexemplar!

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