Sonntag, 11. Juli 2021

Rezension zu "Die Verlorenen" von Simon Beckett

Zum Buch

Jonah Colley - Band 1


"Als Jonah das Blut roch, war ihm klar, dass er in Schwierigkeiten steckte."(Buchbeginn)

Jonah Colley ist Mitglied einer bewaffneten Spezialeinheit der Londoner Polizei. Seit sein Sohn Theo vor zehn Jahren spurlos verschwand, liegt sein Leben in Scherben. Damals brach auch der Kontakt zu seinem besten Freund Gavin ab. Nun meldet Gavin sich überraschend und bittet um ein Treffen. Doch in dem verlassenen Lagerhaus findet Jonah nur seine Leiche, daneben drei weitere Tote. Fest in Plastikplane eingewickelt, sehen sie aus wie Kokons. Eines der Opfer ist noch am Leben. Und für Jonah beginnt ein Albtraum…
(Quelle: Klappentext - Rowohlt-Verlag)



Die Verlorenen ist der Auftakt einer neuen Thriller-Serie um den Sergeant Jonah Colley, der einer bewaffneten Sondereinheit der Metropolitan Police angehört. Simon Beckett hat mit ihm eine Hauptfigur erschaffen, die bereits in der Vergangenheit viel durchmachen musste: Vor zehn Jahren verschwand Jonahs vierjähriger Sohn Theo spurlos. Bis heute macht er sich bittere Vorwürfe. Kurz darauf brach auch der Kontakt zu seinem langjährigen und besten Freund Gavin McKinney ab.

Nun, nach jahrelanger Funkstille meldet sich Gavin plötzlich bei ihm und bittet ihn eindringlich, zu einem abgelegenen und verlassenen Lagerhaus zu kommen. Dort findet er Schreckliches vor: Neben Gavins Leiche gibt es noch weitere Opfer in schlimmen Zuständen – eines scheint noch am Leben zu sein. Während Jonah noch versucht zu verstehen, was hier passiert ist, merkt er, dass er nicht allein ist – für ihn beginnt ein Albtraum, der ihn auf Wege führt, die er sich vor kurzem noch nicht hätte vorstellen können….

Der Thriller beginnt im ersten Kapitel schon sehr spannend: Jonahs dramatische Erlebnisse im Lagerhaus sind packend zu verfolgen, die Ereignisse schreiten hier schnell voran. Danach wird es etwas ruhiger - neben den aktuellen Geschehnissen gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit vor zehn Jahren zu dem Zeitpunkt, als Jonahs Sohn spurlos verschwand.

„Jonahs Blick verschwamm, als er in die Dunkelheit dahinter starrte. Das Gefühl von Verzweiflung und Verlust war überwältigend. (…)
Etwas wie das hier, etwas so Gewaltiges konnte nicht einfach so passieren.“
– Seite 52, eBook


Sowohl in Gegenwart als auch in der Vergangenheit tun sich einige Rätsel auf und man fragt sich, wie sich die Story weiter entwickelt.
Nach und nach kommen dunkle Geheimnisse ans Licht – wir erfahren u.a. warum der Kontakt zu Gavin wirklich abbrach und wie sich verschiedene Fäden sich bis in die Gegenwart ziehen. Von überraschenden Verbindungen zwischen bestimmten Figuren bis hin zu weiteren mysteriösen Vorkommnissen ist alles dabei. Es gibt einige Überraschungen, die man so nicht erwartet hätte.
Jonahs ganz persönlicher Albtraum setzt sich unaufhaltsam fort…

„Hinterher konnte er nicht mehr genau sagen, wann ihm klar geworden war, dass er nicht allein war. Die Erkenntnis kam allmählich, ein unterschwelliges Unbehagen, das sich schließlich nicht mehr ignorieren ließ.“ – Seite 133, eBook


Neben rasanten Abschnitten gibt es auch immer mal wieder etwas ruhigere – ab und an wirken diese etwas schleppend. Allerdings ist das nur selten der Fall, der Spannungsbogen wird jeweils schnell wieder hergestellt. Die Atmosphäre ist oftmals unheimlich und sehr gut ausgearbeitet – zusammen mit den gut beschriebenen, dunklen Schauplätzen.

Mein Fazit: Ein spannender Auftakt der neuen Thriller-Serie von Simon Beckett. Es wird geheimnisvoll und mysteriös – sowohl in Vergangenheit und Gegenwart. Nach und nach werden Verbindungen zwischen verschiedenen Ereignissen sichtbar, mit denen man so nicht gerechnet hat. Überraschend, unheimlich und oftmals fesselnd mit einer interessanten Hauptfigur. Gut gelungen und macht neugierig auf weitere Bände! 4,5 Sterne von mir.


Meine Bewertung:





Titel: Jonah Colley 1 - Die Verlorenen
Autor: Simon Beckett
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 416
Verlag: Rowohlt / Wunderlich
Erstveröffentlichung: 08. Juli 2021

 
 Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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