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Drei Frauen und ein großer Plan, der Hoffnung macht
Am Golf von Bengalen will Léna ihr Leben in Frankreich vergessen. Jeden Morgen beobachtet sie das indische Mädchen Lalita, das seinen Drachen fliegen lässt. Als Léna von einer Ozeanwelle fortgerissen wird, holt Lalita Hilfe bei Preeti, der furchtlosen Anführerin einer Selbstverteidigungsgruppe für junge Frauen. Léna überlebt und zusammen mit Preeti schmiedet sie einen Plan, der nicht nur Lalitas Leben grundlegend verändern wird.
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - S. Fischer-Verlage)
Nach Der Zopf und Das Haus der Frauen ist Das Mädchen mit dem Drachen der dritte Roman von der Autorin Laetitia Colombani. Im Mittelpunkt stehen auch hier wieder mutige Frauen, die für ihr Glück und ihre Freiheit kämpfen. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit dem indischen Mädchen Lalita (die kleine Tochter von Smita aus Der Zopf).
Eine der Hauptfiguren ist die ehemalige Lehrerin Léna, die nach einem schweren Schicksalsschlag ihrer Heimat Frankreich den Rücken kehrt. In Indien möchte sie zur Ruhe kommen, was ihr aber nur schwer gelingt. Schließlich beginnt sie, jeden Morgen im Ozean schwimmen. Am Strand begegnet sie einem Mädchen, das dort täglich ihren Drachen steigen lässt. Als Léna plötzlich in Gefahr gerät, holt die Kleine sofort Hilfe. Léna ist dem Mädchen Lalita und auch der jungen Frau namens Peeti, die sie aus dem Wasser gerettet hat, zutiefst dankbar. Nach und nach lernt sie Peeti besser kennen: Sie ist die Anführerin einer Selbstverteidigungsgruppe für junge Frauen und kämpft unerschrocken für ihre Rechte.
„Die Brigadechefin ergreift die Hand, sie muss nichts sagen, es ist alles gesagt. Das Wesentliche offenbart sich in diesen ineinander verschränkten dunklen und hellen Fingen, die zwar noch keine Freundschaft bedeuten, die Fremdheit jedoch überwunden haben.“ – Seite 48, eBook
Nach und nach findet Léna ihren Lebensmut zurück – denn sie hat einen großen Plan: Als ehemalige Lehrerin möchte sie den Menschen die Möglichkeit geben, Lesen und Schreiben zu lernen. So nimmt die Idee einer kleinen Dorfschule immer mehr Gestalt an. Zusammen mit Peeti versucht sie, diesen großen Plan umzusetzen, der viele Leben verändern wird…
„Selbst wenn ihre Begeisterung und ihre Energie mit zunehmenden Berufsjahren abgeklungen sind, ist sie unerschütterlich in ihren Überzeugungen geblieben: Sie glaubt an Bildung als wirksame Waffe gegen das Elend." – Seite 14, eBook
Nachdem ich vor kurzem erst Der Zopf gelesen habe, war ich gespannt, wie es mit der kleinen Lalita weitergehen wird – ich finde es toll, dass sie hier zu einer der Hauptfiguren wird. Wir erfahren hier auch, was nach der Flucht aus ihrem Heimatort geschehen ist – seitdem sind ein paar Jahre vergangen.
„Sie weiß nicht, was sie mehr berührt: das Schweigen des Kindes oder die Trauer, an der es so schwer trägt und die fast wie ein Echo auf ihre eigene klingt.“ – Seite 52, eBook
Neben Léna und Lalita ist auch die junge Frau Peeti eine der zentralen Figuren – die drei Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein, dennoch haben sie alle Schlimmes durchgemacht – nach und nach erfahren wir mehr über die einzelnen Schicksale. Dieses und den Kampf für Gerechtigkeit, Sicherheit und die Möglichkeit auf Bildung hat Laetitia Colombani hier in ihrem Roman sehr berührend und detailreich geschildert.
Mein Fazit: Ein besonderer Roman über kluge, mutige und starke Frauen. Die Geschichte entwickelt sich interessant und wird oftmals berührend und traurig, aber auch hoffnungsvoll, da die so unterschiedlichen Frauen nicht aufgeben und für ihre Träume und Ziele kämpfen. Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Das Mädchen mit dem Drachen
Autorin: Laetitia Colombani
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 272
Verlag: S. Fischer
Erstveröffentlichung: 23. Februar 2022
Vielen Dank an die S. Fischer-Verlage
und Netgalley
für das Rezensionsexemplar!

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