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Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente
Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung.
Ergreifend und kunstvoll flicht Laetitia Colombani aus den drei außergewöhnlichen Geschichten einen prachtvollen Zopf.
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - S. Fischer-Verlage)
In ihrem ersten Roman Der Zopf verbindet die Autorin Laetitia Colombani die Leben dreier Frauen auf ganz besondere Weise.
Indien: Smita lebt mit ihrem Mann und ihrer sechsjährigen Tochter Lalita in ärmlichen Verhältnissen. Sie hatte nie die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen und setzt nun alles daran, dass ihre Tochter lesen und schreiben lernt.
„Meine Tochter wird lesen und schreiben können, sagt sie sich, und dieser Gedanke macht sie glücklich. Ja, heute ist ein Tag, an den sie sich ihr Leben lang erinnern wird.“ (Smita) – Seite 13, eBook
Doch alles kommt anders und Smita fällt eine lebensverändernde Entscheidung…
Italien: Giulia arbeitet im Familienunternehmen einer Perückenfabrik, und weiß alles, was man über Haare und deren Verarbeitung wissen muss. Doch dann verunglückt ihr Vater und Giulia sieht sich mit der Leitung des Unternehmens konfrontiert – dabei macht sie überraschende Entdeckungen…
Kanada: Sarah ist eine erfolgreiche Anwältin und steht kurz davor, Partnerin in der Kanzlei zu werden. Dafür hat sie in den letzten Jahren hart gearbeitet und sowohl Kinder als auch ihre Gesundheit hintenangestellt. Doch dann erkrankt sie schwer…
„Sie entspricht dem Bild der perfekten Frau aus den Hochglanzmagazinen. Ihre Verletzung kann man nicht sehen, sie ist für andere nicht erkennbar hinter ihrem makellosen Äußeren. Und dennoch existiert sie." (Sarah) – Seite 30, eBook
Die Handlung wechselt regelmäßig zwischen den drei Blickwinkeln, sodass man alle Wege der Frauen gut verfolgen kann. Detailreich, aber nie zu ausufernd schildert die Autorin die Schicksale von Smita, Giulia und Sarah – von den verschiedenen Kulturen und Traditionen bis hin zu einem streng auferlegten Ehrgeiz: die Lebenswege der drei Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Abschnitte geben die jeweilige Atmosphäre sehr gut wieder. Jede der Drei muss kämpfen und sucht ihr Glück. Es wird oft sehr berührend und traurig, zugleich aber auch hoffnungsvoll.
Ihr kommt ein Satz aus dem Talmud in den Sinn: „Wer auch nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.“ Heute rettet die ganze Welt sie, und Sarah würde sich gerne dafür bedanken. – Seite 172, eBook
Interessant ist auch, wie die drei Schicksale schließlich miteinander verbunden sind. Sowohl das schöne Cover als auch der Buchtitel sind sehr passend gewählt.
Mein Fazit: Ein lesenswerter Roman, in dem die Leben von drei Frauen auf besondere Weise miteinander verflochten sind. Mal berührend und traurig, dann wieder hoffnungsvoll – detailreich beschreibt Laetitia Colombani die Schicksale der drei Frauen, die auf drei verschiedenen Kontinenten leben. Ein gelungenes Debüt – 4,5 Sterne von mir.
Meine Bewertung:
Titel: Der Zopf
Autorin: Laetitia Colombani
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 288
Verlag: S. Fischer
Erstveröffentlichung: 31. März 2018
Info: Am 23. Februar 2022 erscheint Das Mädchen mit dem Drachen - der neue Roman von Laetitia Colombani erzählt die Geschichte des Mädchens Lalita weiter.

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