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Die Bibliothek von Alexandria ist niemals untergegangen, sie verwahrt im Verborgenen seit Jahrtausenden die dunkelsten Geheimnisse der Menschheit. Alle zehn Jahre bekommen die talentiertesten Magier*innen ihrer Generation die Möglichkeit, das uralte Wissen zu studieren: Jene, die die Initiation überstehen, erwarten ungeheurer Reichtum, Macht und Weisheit. Doch von den sechs Auserwählten werden nur fünf überleben.
Dieses Mal sind mit dabei: Libby Rhodes und Nico de Varona, zwei begnadete Physiomagier von der New York University of Magical Arts, die einander nicht ausstehen können. Die Telepathin Parisa Kamali und der Empath Callum Nova, beide Meister der Manipulation. Tristan Caine, der zynische Sohn eines Londoner Gangsters, der jede Illusion durchschauen kann, und Reina Mori, eine mysteriöse Naturmagierin aus Japan.
Zwischen den mächtigen Adepten beginnt ein Spiel auf Leben und Tod. (Quelle: Inhaltsangabe - Fischer TOR)
Von The Atlas Six – Wissen ist tödlich habe ich im Vorfeld schon viel gehört und war nach dem interessanten Klappentext sehr neugierig auf den Auftakt der geplanten Trilogie. Im Prolog gibt es schon geheimnisvolle Einblicke in die Bibliothek und wie die Geheimgesellschaft entstand.
„Die kaum bekannte Wahrheit ist, dass die Bibliothek von Alexandria niederbrannte, um sich selbst zu retten. (…)
„Die Bibliothek täuschte ihren eigenen Tod vor und verschwand, um einen Neuanfang zu wagen. Der Erfolg dessen hing gänzlich davon ab, wie gut sie ihr eigenes Geheimnis zu bewahren vermochte.“ – Seite 6, eBook
Alle zehn Jahre werden sechs der talentiertesten Magier*innen auf der ganzen Welt ausgewählt, um an der alexandrinischen Bibliothek uraltes Wissen zu studieren und Forschungen nachzugehen. Mit der Aufnahme in die Geheimgesellschaft winkt ihnen Wissen und Macht. Nach dem ersten Jahr entscheidet sich, wer bleiben darf – denn nur fünf werden überleben.
In den ersten Kapiteln lernen wir die sechs jungen Menschen kennen, die unterschiedlichste Fähigkeiten haben: Von Physiomagie, Naturmagie, Telepathie, verschiedensten Manipulationen bis hin zu der Fähigkeit, Illusionen zu durchschauen - die sechs Personen sind die Fähigsten in ihrem Magiebereich und auch gefährlich – zudem hat jeder seine eigenen Geheimnisse und Gründe, das Angebot anzunehmen.
Ebenfalls eine Rolle spielen Dalton Ellery, der als Forscher bei der Geheimgesellschaft geblieben ist und Atlas Blakely – seines Zeichens Kurator der Bibliothek. Er war es auch, der die sechs Kandidaten aufgesucht und angeworben hat. Gerade diese Figur ist besonders geheimnisvoll.
„Nur die Toten behielten Geheimnisse für sich.“ – Seite 205, eBook
Zunächst ist etwas Geduld erforderlich, da man sich sowohl in der Welt, die von Magie durchzogen ist, als auch in der Funktionsweise der Bibliothek erstmal zurechtfinden muss. Auch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Magier*innen werden anfangs zwar benannt, aber erst nach und nach zeigt sich, was sie alles bewirken können. Der Schauplatz hier ist ein großes Herrenhaus, wo die sechs von nun an mindestens ein Jahr leben werden und sich beweisen müssen, um in die Geheimgesellschaft aufgenommen zu werden. Zudem bekommen sie hier beschränkten Zugang zum Alexandrinischen Archiv, das sämtliches Wissen enthalten soll.
Es ist alles gut beschrieben, dennoch hätte ich mir hier gewünscht, dass noch mehr Bücher im Vordergrund stehen und das besondere Archiv detailreicher geschildert wird.
Soviel Potenzial die Geschichte auch hat, auf mich wirkte die Handlung oft ein wenig verschwommen, der rote Faden war lange nicht greifbar und ab und an zieht es sich auch. Das eine Jahr vergeht schnell, jedoch ohne viel Klarheit. Ich hatte das Gefühl, das vieles der komplexen Story nur am Rand gestreift wurde. Die Spannung geht auch durch die vielen, oft auch langatmigen Streitereien der der sechs Anwärter*innen zeitweise verloren.
Anfangs wirken die einzelnen Charaktere sehr interessant und könnten – sowohl von ihren Fähigkeiten als auch ihrer Persönlichkeit – unterschiedlicher und komplizierter nicht sein. Nach und nach lernt man sie und ihre Magie besser kennen und auch manches Geheimnis. Leider empfand ich sie als unsympathisch und konnte mich nicht richtig mit ihnen anfreunden.
Der angedeutete Wettstreit kommt nur langsam in Fahrt – im letzten Drittel wird es nochmal interessant und bringt Überraschendes zutage, was mich ein bisschen versöhnt hat.
Mein Fazit: Ein Auftakt, der mich nicht ganz erreichen konnte. Die Idee der Geschichte ist gut und hat viel Potenzial – jedoch wirkte die Handlung irgendwie verschwommen. Vieles war nicht richtig greifbar und blieb im Dunkeln. Die Charaktere sind durch ihre verschiedenen Fähigkeiten und Persönlichkeiten zwar interessant, aber sind zunehmend unsympathisch und verlieren sich in Streitereien.
Am Ende wird einiges an dieser komplexen Handlung sichtbar, was mir gefallen hat. Im Gesamten betrachtet haben die Geschichte und ich leider aber nicht wirklich zueinander gefunden.
Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass das Buch viele Leser*innen finden wird. Von mir gibt es leider nur zwei Sterne.
Meine Bewertung:
Titel: The Atlas Six - Wissen ist tödlich
Autorin: Olivie Blake
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 544
Verlag: Fischer TOR
Erstveröffentlichung: 28. September 2022
Die Bücher der Atlas-Serie:
Band 1 - The Atlas Six: Wissen ist tödlich
Vielen Dank an die S. Fischer-Verlage und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

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