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Von besonderen Talenten, dunklen Geheimnissen und einer anderen Welt…
England am Ende des 19. Jahrhunderts: Es ist Nacht, eine junge Dienstmagd ist auf der Flucht vor der Rache ihres Herrn. Mit allerletzter Kraft schafft sie es, sich in den Waggon eines Güterzugs zu retten – nur um dort eine Entdeckung zu machen, die ihr Leben für immer verändern wird: ein Baby, dessen Haut in einem blauen Schimmer leuchtet. Damit beginnt ein Abenteuer, das von England in den Wilden Westen bis nach Tokio und an die Grenzen des Vorstellbaren führt. Ein Abenteuer voll Magie, Wunder und tödlicher Geheimnisse ...
(Quelle: Inhaltsangabe - Heyne Verlag)
Ganz gewöhnliche Monster – Dunkle Talente ist der Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe und hält eine Geschichte bereit, die im Gesamten außergewöhnlich und besonders ist. Angesiedelt ist die Story Ende des 19. Jahrhunderts, dessen Atmosphäre (hier eher düster, dunkel und neblig) sehr gut zur Geltung kommt.
Im Jahr 1874 macht die junge Frau Eliza Grey im Waggon eines Güterzugs eine überraschende Entdeckung: Ein Baby, dessen Haut für einen Augenblick blau leuchtet. Eliza kümmert sich sofort um den kleinen Jungen, den sie Marlowe nennt – und damit beginnt für sie und den Kleinen ein ganz neues Abenteuer, dass sie an verschiedene Orte führt. Marlowe wächst unter vertrauten Personen auf – doch eines Tages ändert sich sein Leben, als eine Detektivin auftaucht, die besondere Nachrichten für ihn hat.
Dieses ist nur ein ganz kleiner Einblick in die umfangreiche Geschichte, die viele Überraschungen bereithält. Marlowe ist nicht das einzige Kind mit besonderen Fähigkeiten – nach und nach lernen wir weitere besondere Personen kennen. Sowohl Talente und verschiedene Erwachsene, als auch düstere Kreaturen, die Angst und Schrecken verbreiten – und die Dunkelheit mitbringen.
„Und dann hörte sie es. Schritte über ihnen. Etwas Dunkles betrat den dritten Stock, ging langsam auf sie zu, kleine Schatten schwirrten um es herum. Brynt rannte los, nahm immer zwei Stufen auf einmal, zerrte den Jungen hinter sich her. Aber die Dunkelheit holte auf, unmöglich schnell, sie streckte einen langen, langen Arm nach ihnen aus.“ – Seite 54, eBook
Anfangs besteht die Handlung aus losen Fäden, die Abschnitte wechseln regelmäßig zwischen den aktuellen Geschehnissen im Jahr 1882 und den vergangenen Geschehnissen im Jahr 1874. Erst nach und nach setzt sich Gesamtbild zusammen, das bei dem Cairndale-Institut zusammenläuft – ein Anwesen im Norden Schottlands, dass sich um Kinder mit besonderen Talenten kümmert. Doch das ist noch längst nicht alles - die Geschichte geht noch viel weiter und über manche Grenzen hinaus…
Völlig überraschend ist hier der gesamte Verlauf, der völlig unvorhersehbar ist: An verschiedensten Orten, die sehr gut beschrieben sind, passiert abenteuerliches – es wird düster, unheimlich und immer mal wieder sehr spannend. Sehr gelungen sind hier die verschiedenen Charaktere: Von Kindern mit besonderen Fähigkeiten über Erwachsene mit gefährlichen Geheimnissen bis hin zu mysteriösen Wesen, die unheimlicher nicht sein können.
„Diese rußartige Dunkelheit strömte von seinem schwarzen Mantel, seinem Hut, seinen Handschuhen ab. (…)
Und während er sich näherte, schien der ganze Wagen mehr und mehr in Dunkelheit zu versinken.“ – Seite 186, eBook
Auf 800 Seiten erwartet uns eine Mischung aus Fantasy mit historischem Flair, Mystery und auch gut gewählten Horror-Elementen. Alles sehr detailreich geschrieben und gut ausgearbeitet. Manchmal musste ich an die Fantasy-Reihe Die besonderen Kinder von Ransom Riggs denken, die mir sehr gut gefallen hatte. Auch hier sind die Kinder besonders und wachsen einem ans Herz.
Nur ab und an zieht sich die Geschichte etwas, aber die ganzen Besonderheiten lassen darüber hinwegschauen. Zum Ende hin werden einige Geheimnisse gelüftet und es wird nochmal sehr spannend und abenteuerlich.
„Charlie fragte sich, ob es noch andere Welten als diese gab, ob es Welten hinter Welten gab. Alles schien möglich.“ – Seite 472, eBook
Mein Fazit: Ein magisch-düsterer Roman mit einer Mischung aus Fantasy, Mystery und etwas Horror. Anfangs zunächst aus losen Fäden bestehend, setzt sich nach und nach ein Gesamtbild zusammen, dass sich zu einer Geschichte entwickelt, die überraschender nicht sein kann. Mal magisch und bewegend, dann wieder spannend, düster und grausam – es wird sehr facettenreich und mit einem Verlauf, der so einige Überraschungen bereithält.
Meine Bewertung:
Titel: Ganz gewöhnliche Monster - Dunkle Talente
Autor: J.M. Miro
Genre: Fantasy / Mystery
Seitenanzahl: 800
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 13. Oktober 2022
Vielen Dank an das Bloggerportal und Heyne für das Rezensionsexemplar!

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