Sonntag, 18. Dezember 2022

Rezension zu "Legenden aus der Zeit vor der Zeit 2 - Die Letzte Nacht" von Martin Haak

 

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Legenden aus der Zeit vor der Zeit – Band 2


Honeymaw, Tochter der nördlichen Bärenstämme, folgt ihrer Bestimmung und reist mit ihrem Vater Jorl in das Königreich. Kaum angekommen, erfahren sie am eigenen Leibe, wie bedrohlich die Laster und Gefahren der Großstadt sein können. Doch wo Schatten ist, da ist auch Licht: Denn auch die Liebe lockt.
Indes scheint der Konflikt zwischen altem und neuem Reich unausweichlich. Kriegstreiber auf beiden Seiten entfachen die Flammen des Krieges.
Wird sich die Weissagung erfüllen?
Wie viele Leben ist der Erhalt des Status quo wert?
(Quelle: Auszug aus dem Klappentext)





Die Letzte Nacht ist die Fortsetzung von Honeymaw und der zweite Teil der Fantasy-Reihe Legenden aus der Zeit vor der Zeit von Martin Haak. In der sehr gut konstruierten Welt leben keine Menschen, sondern verschiedene Tiervölker: Sie sprechen, gehen aufrecht und leben ähnlich wie Menschen. Überwiegend friedlich zusammenlebend, treiben sie Handel miteinander und es herrscht eine Infrastruktur. Jedes Volk hat eine eigene Lebensweise und arbeitet endsprechend seiner Stärken in den jeweils passenden Bereichen. All dieses, sowie die Beschreibung der Welt und der einzelnen Schauplätze werden mit viel Liebe zum Detail sehr gut geschildert.

„Die große Markthalle war von innen so imposant, wie sie es sich erhofft hatte. (…)
Hunderte kleine Lichter, die aus den Ständen und um sie herum erstrahlten, erhellten den Markt mit einem lebendigen, farbenfrohen Leuchten. Das Stimmengewirr war durch das Echo der Halle so entrückt, dass es fast wie eine Melodie klang.“
– Seite 131/132

 
Die Fortsetzung schließt fast nahtlos an den Vorgänger an – Die junge Bärin Honeymaw ist nach ihrer Weihe nun erwachsen. Gemeinsam mit ihrem Vater Jorl macht sie sich auf den Weg in den Süden des Landes, um der geheimnisvollen Weissagung zu folgen und so ihre Bestimmung zu finden.
Schnell merken sie, dass in den großen Städten das Leben anders verläuft als in ihrer Heimat, die ruhigen und abgeschiedenen Nordlande. Ihre Reise verläuft anders als geplant und Honeymaw macht ihre ganz eigenen Erfahrungen. Ihr Abenteuer verläuft anders als gedacht…
Unterdessen braut sich im Süden des Landes einiges zusammen – finstere Pläne von mächtigen Wesen werden sichtbar und führen unaufhaltsam in den Krieg…

„Vor ihr stand ein Wesen, das Macht geradezu ausstrahlte. Es war gewaltig, so groß wie Tante Grimhilda, doch hatte es obendrein schwarze Schwingen, die so groß wie die Segel eines kleinen Schiffes waren (…)
Es wirkte in diesem Moment wie eines der übernatürlichen Geisterwesen aus den alten Geschichten. Eine Sagengestalt aus der Zeit vor der Zeit.“
– Seite 191


Die verschiedenen Geschehnisse im Reich lassen sich gut durch verschiedenste Blickwinkel verfolgen. Neben Honeymaw rücken auch weitere Figuren in den Vordergrund. In einzelnen Abschnitten waren es etwas zu viele Blickwinkel, manchmal von Personen, die eigentlich nur kurz und eher am Rande auftauchen. Hier hätte ich mir einen regelmäßigen Wechsel zwischen fest ausgewählten Figuren gewünscht.

Die Grundidee einer Fantasywelt mit Tiervölkern finde ich interessant und diese wurde insgesamt auch gut umgesetzt. Die Handlung entwickelt sich interessant – anfangs eher ruhig, wo sich die Spannung langsam aufbaut. Jedoch empfand ich das letzte Drittel etwas zu hektisch – die Ereignisse überschlagen sich regelrecht und das gewohnt Detailreiche geht etwas verloren.
Davon abgesehen entwickelt sich die Story insgesamt aber interessant und auch spannend - mit unvorhersehbaren Entwicklungen.

Mein Fazit: Eine Fortsetzung mit einigen Stärken und ein paar Schwächen. Positiv ist die mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitete Welt, auch die so unterschiedlichen Hauptcharaktere, die sich aus vielen Tiervölkern zusammensetzen sind gut gezeichnet.
Besonders in der ersten Hälfte gibt es viele Blickwinkel - hier wären, für eine bessere Übersicht, ein paar weniger besser gewesen. Die Handlung entwickelt spannend, wird aber zum Ende hin etwas zu schnell abgearbeitet. Der sorgsame Aufbau der Geschichte geht hier etwas unter. Jedoch gibt es auf den letzten Seiten noch einige ungeahnte Wendungen, mit denen man so nicht gerechnet hat. Insgesamt überwiegen aber die positiven Eindrücke und ich vergebe für dieses Buch 3,5 Sterne.


Meine Bewertung:





Titel: Die Letzte Nacht
Autor: Martin Haak
Genre: High-Fantasy
Seitenanzahl: 326
Verlag: Selfpublishing
Erstveröffentlichung: 31. Dezember 2021 (eBook) / 15. April 2022 (TB)


Legenden aus der Zeit vor der Zeit - die Bücher:
Band 1 - Honeymaw
Band 2 - Die Letzte Nacht
Band 3 - Brenneder Himmel, brennendes Eis ~ erscheint demnächst
Band 4 - Solisade ~ erscheint im Frühjahr 2023





Vielen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar!

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