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Die Geschichte von Hannah Baker - und ihre Abrechnung
Als Clay Jensen von der Schule nach Hause
kommt, liegt vor seiner Tür ein Paket, das an ihn adressiert ist - ohne
Absender. Der Karton enthält sieben
Kassetten, alle Seiten nummeriert. Als Clay die erste Kassette in den Recorder
legt und schließlich die Stimme von Hannah Baker hört, läuft es ihm kalt den
Rücken runter - denn Hannah hat sich vor zwei Wochen das Leben genommen. Ihr
Tod kam für alle in der Schule überraschend und war ein Schock.
Clay setzt sich Kopfhörer auf und wandert
ziellos durch die nächtlichen Straßen. Schnell wird ihm klar: Auf diesen
Kassetten rechnet Hannah mit ihren Mitschülern ab - es gibt dreizehn Gründe,
die zu ihrem Selbstmord geführt haben und dreizehn Menschen, die daran ihren
Anteil hatten. Clay ist einer davon...
"Ich wünschte, ich hätte diese Schachtel und die sieben Kassetten darin nie zu Gesicht bekommen. Das erste Mal auf PLAY zu drücken war einfach gewesen. Ein Kinderspiel. Ich hatte nicht geahnt, was ich hören würde. Doch jetzt ist es eines der beängstigendsten Dinge, die ich je getan habe." - Seite 11, eBook
Auf diesen Roman, der in Deutschland
erstmals im Jahr 2009 veröffentlicht wurde, bin ich durch die die gleichnamige
Netflix-Serie aufmerksam geworden, die ich beim stöbern entdeckt habe. Doch
bevor ich diese zum Vergleich schauen werde, war ich neugierig auf die
Romanvorlage, wo schon der Klappentext zeigt, dass das Thema keine leichte Kost
ist: Ein junges Mädchen begeht Selbstmord und bringt danach sieben Kassetten in
Umlauf, auf der sie ausführlich erzählt, welche Gründe sie zu diesem
dramatischen Schritt bewogen haben und wer alles seinen Anteil daran hatte...
Das Buch hat einen speziellen und
besonderen Schreibstil. Die Kapitel sind in Kassettenseiten aufgeteilt und
begleitet Hauptfigur Clay Jensen, während er sich diese anhört. Der Schriftart wechselt
regelmäßig zwischen kursiv (Hannahs Erzählung) und normal (Clays Perspektive und Gedanken). Auch
wenn man sich erst an diesen Schreibstil gewöhnen muss, ist er doch sehr gut
gewählt, denn die einzelnen Unterbrechungen, die durch die beiden
Erzählperspektiven entstehen, erhöhen die Spannung.
Die Atmosphäre des Romans ist beklemmend und
unheimlich. Einmal angefangen, man kann das Buch nur noch schlecht aus der Hand
legen, weil man unbedingt wissen muss, was Hannah durchlebt hat und was sie zu diesem
unglaublichen Schritt bewogen hat. Es ist alles sehr realistisch erzählt - auch,
wie sich durch kleine Ereignisse schließlich etwas so Schreckliches entwickeln
kann - der kleine Schneeball, der
plötzlich zur gefährlichen Lawine wird.
"Ich schließe die Augen und versuche, die Ruhe zu bewahren. Doch in Wahrheit habe ich sie schon seit Stunden verloren." - Seite 106
Mein Fazit: Ein Buch, das man nicht so
schnell vergisst. Eine erschreckende und beklemmende Geschichte, die eigentlich
tieftraurig ist. Durch den besonderen Schreibstil bleibt das Buch die ganze
Zeit über packend und überrascht durch einige Wendungen und unvorhersehbare
Geschehnisse in Hannahs Erzählung. Puzzleteile fügen sich schließlich zusammen.
Es ist eine sehr emotionale und ernste Geschichte, die erschreckend vor Augen
führt, wie schnell etwas zum Selbstmord führen kann. Kein leichtes Buch - aber
dennoch ein sehr wichtiges Thema. Von mir gibt es hierfür 4,5 Sterne.
Meine Bewertung:
Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Autor: Jay Asher
Genre: Drama / Jugendbuch / All Age
Seitenanzahl: 288
Verlag: cbt
Erstveröffentlichung: 08. Oktober 2012

Liebe Nicole,
AntwortenLöschendieses Buch ist mir nun schon häufig begegnet und nach deiner Rezi, bin ich mir sicher, dass ich es lesen sollte, auch wenn es keine leichte Kost ist. Ich habe einen Sohn im Teenageralter, daher würde mich dieses Buch bestimmt noch einmal intensiver packen.
Liebe Grüße und vielen Dank für diese ausführliche Buchvorstellung.
Nisnis
Liebe Nisnis,
Löschendanke für deinen Kommentar. :)
Stimmt, leichte Kost ist es nicht und man vergisst es nach dem Lesen auch nicht so schnell.
Liebe Grüße
Nicole