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Rivers of London - Band 6
Nachdem ihn sein letzter Fall tief in die
Provinz führte, ist Peter Grant nun zurück in London - wo bereits der nächste
Einsatz auf ihn wartet - und der verlangt dem Police Constable und
Zauberlehrling einiges ab: Zunächst führt ihn ein mysteriöser Todesfall in die
Welt der Reichen und Schönen. In dem Zusammenhang fordert Lady Ty einen
Gefallen ein, der natürlich alles andere als einfach ist. Es sich mit ihr zu
verscherzen, wäre nicht ratsam. Und dann ist da auch noch der gesichtslose
Magier, dessen "Begegnung" Peter nun schon zum zweiten Mal auf
wundersame Weise überlebt hat. Und hätte er nicht schon genug zu tun, taucht
auch noch ein Haufen rätselhafter Amerikaner auf und -völlig unerwartet- eine
alte Bekannte...
Mit der Hilfe von seinem Vorgesetzten und
Mentor Nightingale versucht Peter die verschiedenen Fäden zu entwirren und
stößt schließlich auf etwas, womit er nicht gerechnet hat...
"Der Aufzug führte auf einen Flur, wo wir den Tanz der weißen Overalls aufführten, bei dem die Würde des Gesetzes unweigerlich gewisse Einbußen erleidet, während man auf einem Bein herumhüpft und versucht, das andere in den blöden Papieranzug hineinzumanövrieren." -Seite 17
Auch in seinem sechsten Fall hat Police
Constable und Experte für alles Magische Peter Gant wieder alle Hände voll zu
tun: Ein tragischer Todesfall auf einer Party, die heimlich in Londons
teuerster und gut bewachter Immobilie stattfand. Schnell wird klar, dass hier
einiges nicht mit rechten Dingen zuging und sich überraschende Verbindungen
auftun...
Peter Grant, auf seine ganz spezielle Art
charmant wie eh und je, erzählt in der schon bekannten Ich-Perspektive seine
Geschichte selbst - locker und frech, mit seinen ganz eigenen Ansichten, die
einen manchmal zum Schmunzeln bringen. Die Schauplätze sind wieder interessant
und schön detailliert beschrieben, es gibt ein Wiedersehen mit den schon bekannten
Charakteren, von denen mir die Figur des Nightingale immer noch am besten
gefällt - da er im letzten Band nur am Rande aufgetaucht ist, hatte ich
gehofft, dass er hier wieder mehr in der Vordergrund rückt. In dem Fall hätte
ich mir noch etwas mehr gewünscht.
Womit ich mich im ersten Band nur teilweise
anfreunden konnte, aber inzwischen richtig interessant finde, sind die Abschnitte
mit den Flussgöttern und -göttinnen - sehr skurril, aber wirklich gut gemacht.
Peter hat ja inzwischen einen sehr guten Draht zu den Leuten und will es sich
natürlich nicht mit Lady Ty - Göttin des Flusses Tyburn- verscherzen. Denn das
könnte weitreichende und nasse Folgen haben...
"Wir alle standen wieder auf, aber diesmal hatte Lady Ty sich unter Kontrolle und sah ohne größeren Sachschaden zu, wie ihre Tochter abgeführt wurde. Trotzdem nahm ich mir vor, heute Nachmittag mal beim Wasserwerk nachzufragen - nur zur Sicherheit." - Seite 35
Neben einem spannenden Krimi kommt
natürlich auch das Magische nicht zu kurz - alles wieder perfekt eingewoben ist
das (anscheinend) so normale London. Der Fall selbst führt mit seinen vielen
Puzzleteilen schließlich zu einer überraschenden Entwicklung...
Das Cover ist diesmal in violett-lila
gehalten und mit vielen kleinen, passenden Details ausgestattet. Es reiht sich
perfekt in die Reihe seiner bunten Vorgänger ein und ist im Regal ein echter
Hingucker. Was es genau mit dem Titel Der Galgen von Tyburn auf
sich hat, erfährt man im Laufe der Geschichte.
Noch kurz zu der Frage, ob man dieses Buch
auch lesen kann, wenn man die Vorgänger noch nicht kennt: Natürlich ist es von
Vorteil wenn man auch die vorigen Bände gelesen hat. Der Fall ist zwar in sich abgeschlossen,
jedoch gibt es immer wieder Verweise auf die Geschehen der vorigen Bände. Vielleicht im ersten Moment
etwas kompliziert, jedoch in kurzen Abschnitten sehr gut erklärt. Daher würde
ich auch Neulingen das Buch ans Herz legen, die mal einen Einblick in Peter
Grants magische Welt bekommen möchten.
Mein Fazit: Ein magisch-abenteuerlicher
sechster Band, der mir noch etwas besser als die letzten beiden Bücher gefallen
hat. Die Handlung selbst entwickelt sich spannend, viele Verbindungen tun sich
auf und offene Geschichten aus den Vorgängern gehen weiter. Einen halben Stern
ziehe ich ab, da ich mir hier etwas mehr Aufklärung gewünscht hätte. Dieses
zieht sich leider etwas zu sehr in die Länge. Davon mal abgesehen hat mir das
Finale gut gefallen. Wieder ein gelungener Fantasy-Krimi im typischen
Aaronovitch-Stil. Lesenswert! 4,5 Sterne von mir.
Meine Bewertung:
Titel: Rivers of London 6 - Der Galgen von Tyburn
Autor: Ben Aaronovitch
Übersetzt von: Christine Blum
Genre: Krimi /Fantasy
Seitenanzahl: 416
Verlag: dtv
Erstveröffentlichung: 05. Mai 2017
Die Bücher der Rivers of London-Reihe:
Band 1 - Die Flüsse von London
Band 2 - Schwarzer Mond über Soho
Band 3 - Ein Wispern unter Baker Street
Band 4 - Der böse Ort
Band 5 - Fingerhut-Sommer
Band 6 - Der Galgen von TyburnBand 6.5 - Geister auf der Metropolitan-Line (Eine Peter Gant-Story)
Band 7 - Die Glocke von Whitechapel
Band 8 - Ein weißer Schwan in Tabernacle Street
Band 9 - Die Silberkammer in der Chancery Lane
Alle Bücher, sowie Infos zur Reihe findet ihr hier: Die Flüsse von London (Peter Grant)

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