Freitag, 19. Juli 2019

Rezension zu "Das Fleisch der Vielen" von Kai Meyer

Zum Buch


Das Grauen in einem verlassenen Hotel…

Dreihundertfünfzig Zimmer, die seit Jahrzehnten leer stehen. Das Grand Hotel Astoria liegt im Herzen der Stadt, die Fenster blind, die Zugänge verriegelt. Bis zu seiner Schließung haben hier zehntausende Menschen übernachtet – und alle haben Spuren hinterlassen, die jetzt ein schleichendes, flüsterndes Grauen gebären. Als Jana und Tim in dem Gemäuer Zuflucht suchen, ahnen sie nicht, dass sie gerufen wurden. Bis sie eine Stimme aus den Schatten hören: Das Fleisch der Vielen stillt den Hunger des Kollektivs. Die Vergangenheit erwacht zum Leben, und diesmal wird ihr niemand entkommen…
(Quelle: Klappentext)



„Er stand ganz am Rand des Scheins, blass und seltsam blutleer. Die Umgebung wirkte wie ein Schwarz-Weiß-Bild. Mit den Menschen hatten auch die Farben das Hotel verlassen.“ Seite 75


Im Oktober 2015 erschien das großartige Musikalbum Verfallen Folge 1: Astoria der Band ASP, für das Autor Kai Meyer seine Horror-Kurzgeschichte Das Fleisch der Vielen schrieb. Da ich seit 2006 begeisterte Hörerin von ASP bin, war ich dementsprechend gespannt auf die Musik und natürlich auf Kai Meyers Story dazu. Diese gehört zu denjenigen, dessen Details mir bis heute noch gut in Erinnerung geblieben sind. Schauplatz ist hier das Hotel Astoria in Leipzig, das seit Jahrzehnten leersteht. Und genau dieses Szenario mit den vielen verlassenen Zimmern und dunklen Fluren eignet sich perfekt für eine Horrorstory. Welches Grauen wirklich auf Jana und Tim warten, ist überraschend und könnte unheimlicher nicht sein…


„Etwas fiel in Janas Kapuze. (…) Das Etwas in ihrer Kapuze bewegte sich.“ – Seite 77/78


Nun ist im November 2018 die Comic Adaption der Horror-Story erschienen, die ich nun gelesen habe. Zunächst zur Ausstattung: Auf 96 Seiten findet man neben dem Comic selbst hinten im Buch auch die komplette Kurzgeschichte sowie Skizzenmaterial. Ich habe zunächst noch einmal die Story gelesen und danach den Comic.
Die Illustrationen stammen von Jurek Malottke, der hier einen speziellen Zeichenstil angewandt hat: Alles bleibt eher verschwommen, die Konturen der Gesichter sind meist verwischt - die Farben sind jedoch passend zu der jeweiligen Szene kräftig und ausdrucksstark.
Die einzelnen Szenen lassen mich zweigeteilt zurück: Manches hat mir nicht so gut gefallen, da hätte ich mir persönlich mehr Details gewünscht. Ich denke, dass der komplette Stil einfach Geschmackssache ist.  Andere Abschnitte wiederum fand ich unheimlich gut gelungen, wie beispielsweise die Darstellung der Szene mit den Telefonen im Flur (Seite 41). Ebenfalls sehr gefallen haben mir auch die Charakterentwürfe der beiden Hauptfiguren, die hinten im Romanteil zu finden sind.
Der Comic selbst ist, wie vom Splitter-Verlag gewohnt, sehr hochwertig und das Cover passend gewählt.

Mein Fazit: Die Kurzgeschichte Das Fleisch der Vielen hat mir sehr gut gefallen – die unheimliche Atmosphäre kommt auf den wenigen Seiten sehr gut zur Geltung, der Schauplatz ist super gewählt und der Verlauf könnte gruseliger nicht sein.
Nach dem Lesen der Story habe ich mich der Comic-Adaption gewidmet, die mich zweigeteilt zurücklässt. Es liegt wahrscheinlich an dem Zeichenstil, der bestimmt viele begeistern mag – ich persönlich hätte mir oft mehr Details und Konturen gewünscht. Dennoch ist die Farbgebung meist sehr gelungen und einzelne Szenen haben mir gut gefallen. Ich vergebe 3,5 Sterne hierfür und möchte das Buch trotz meiner kleinen Kritik allen Comic- und Horrorfans ans Herz legen.


Meine Bewertung: 





Titel: Das Fleisch der Vielen (Comic-Adaption)
Autor: Kai Meyer 
Illustrator: Jurek Malottke
Genre: Horror / Comic
Seitenanzahl: 96
Verlag: Splitter
Erstveröffentlichung: 2018

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen