Dienstag, 2. Juli 2019

Rezension zu "Schöne Neue Welt" von Aldous Huxley

Zum Buch


Ein Zukunftsroman aus den 1930er Jahren

1932 erschien eines der größten utopischen Bücher des 20. Jahrhunderts: ein heimtückisch verführerischer Aufriss unserer Zukunft, in der das Glück verabreicht wird wie eine Droge. Sex und Konsum fegen alle Bedenken hinweg und Reproduktionsfabriken haben das Fortpflanzungsproblem gelöst. Es ist die beste aller Welten bis einer hinter die Kulissen schaut und einen Abgrund aus Arroganz und Bosheit entdeckt.
Endlich erscheint die längst fällige Neuübersetzung von Uda Strätling. Das prophetische Buch, dessen Aktualität jeden Tag aufs Neue bewiesen wird, erhält eine sprachlich zeitgemäße Gestalt. (Quelle: Klappentext)


„Fanny arbeitete auf der Füllstation und hieß mit Nachnamen ebenfalls Crowne. Da aber auf die zweitausend Millionen Erdbewohner nur zehntausend Nachnamen kamen, war das kein besonders frappierender Zufall.“ – Seite 45


Gut 87 Jahre ist es her, als Aldous Huxleys  Klassiker Schöne Neue Welt erschienen ist. Der Autor hat hier eine beängstigende Dystopie erschaffen, die fesselnd und zugleich auch sehr unheimlich ist: Mutter und Väter, sowie Familien gibt es nicht mehr, Kinder entstehen nur noch künstlich in einem speziellen Center und werden so „geformt“, dass sie in verschiedene Kasten passen. Die Weltbevölkerung ist riesig und alle sind sich einig, dass es die beste Welt ist, die es gibt. Fast alle, denn einer hinterfragt plötzlich das ganze System…
Ich habe die Neuübersetzung gelesen und der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, die Handlung ist gut verständlich. Anfangs gibt es einen detailreichen Einblick in den „City-Brüter“, wo neue Leben wie am Fließband entstehen. Ich fand das sehr gruselig – jedoch möchte man dann unbedingt wissen, wie es weitergeht und was diese Neue Welt noch Beängstigendes bereithält. Es bleibt  zwar interessant, jedoch gab es im letzten Drittel einige Längen, auch fand ich die Charaktere alle sehr blass.


„Die Zeiger aller viertausend elektrischer Uhren in allen viertausend Räumlichkeiten des Bloomsbury Centers standen auf siebenundzwanzig Minuten nach zwei. Der „Bienenstock der Betriebsamkeit“, wie der DCK gern sagte, brummte vor Fleiß. Alle waren emsig, alles in wohlgeordneter Ordnung.“ – Seite 168


Sehr gelungen finde ich aber das neue Cover der neueren Ausgabe, die 2013 im FISCHER-Verlag erschienen ist. Dazu enthält diese noch einiges an Zusatzmaterial: Hinten im Buch findet man neben dem rückblickenden Vorwort des Autors (das dieser 14 Jahre nach dem Erscheinen geschrieben hat), auch zahlreiche Anmerkungen sowie Daten zum Leben und den Werken Aldous Huxleys.

Mein Fazit: Ein Klassiker, der fesselnd und zugleich sehr unheimlich ist. Aldous Huxley hat hier eine Dystopie geschrieben, wie sie schräger (und beängstigender) nicht sein kann. Ein interessanter Zukunftsroman, der in der aktuellen Ausgabe auch einiges an Zusatzmaterial enthält. Auch wenn das Buch mich persönlich nur teilweise überzeugen konnte, finde ich es dennoch lesenswert.  


Meine Bewertung: 





Titel: Schöne Neue Welt - Ein Roman der Zukunft
Autor: Aldous Huxley
Genre: Klassiker
Seitenanzahl: 368
Verlag: FISCHER

2 Kommentare:

  1. Hey Nicole,
    ich habe das Buch mit 16 zum 1. Mal gelesen. Das war 1993. Und ich weiß noch, wie überrascht ich von dem Buch und den Ideen des Autors war. Damals war vieles nicht möglich, was jetzt in 2019 gang und gäbe ist. Das Buch hatte mich total geflasht! Seit damals gehört es zu meinen Lieblingsbüchern. Schade, dass es dich nicht gänzlich überzeugen konnte. Drei Sterne sind nicht schlecht, doch für diese Buch viel zu wenig. hihi ;-)
    GlG, monerl

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    1. Hi Monerl,

      auch wenn ich nur drei Sterne gegeben habe, sind diese auf jeden Fall ganz positiv gemeint. :)
      Ja, es ist ein ganz außergewöhnliches Buch - auch dass es fast schon 90 Jahre alt ist.
      Es freut mich jedenfalls, dass es zu deinen Lieblingsbüchern gehört. :)

      Liebe Grüße
      Nicole

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