Freitag, 26. Juli 2019

Rezension zu "Ein notwendiges Übel" von Abir Mukherjee

Zum Buch


Band 2 der Sam Wyndham-Reihe

Kalkutta, 1920: Ein Jahr nach seiner Ankunft in Britisch-Indien wird der ehemalige Scotland-Yard-Ermittler Sam Wyndham mit einer heiklen Mission betraut. Der Thronfolger von Sambalpur wurde ermordet. Die Kolonialregierung hat ein hohes Interesse an der Ergreifung des Täters, verfügt in dem unabhängigen Fürstenstaat jedoch über keinerlei polizeiliche Befugnisse. Sam und sein indischer Sergeant Surrender-not Banerjee reisen als verdeckte Ermittler ins Reich des Maharadschas, das für seinen unsagbaren Reichtum, die prunkvollen Tempel, und die jährliche Großwildjagd bekannt ist ...  
(Quelle: Klappentext)



„Der erste Schuss durschlug die Windschutzscheibe, die mit berstendem Knall zersplitterte. Ich nahm aus dem Augenwinkel wahr, wie Surrender-not verzweifelt nach dem Prinzen griff, um ihn nach unten zu ziehen. Doch alles zu spät. Beim Krachen der nächsten beiden Schüsse wusste ich, dass sie ihr Ziel finden würden.“ (Sam Wyndham) – Seite 24


In Ein notwendiges Übel wird es schon auf den ersten Seiten sehr dramatisch. Und damit wartet auf  Captain Sam Wyndham und seinen Kollegen, Sergeant Surrender-not Banerjee ein neuer spannender Fall. Ihre Ermittlungen hierzu führen sie von Kalkutta in den Fürstenstaat Sambalpur. Um der Ermordung des Thronfolgers dort auf den Grund zu gehen, müssen sie äußerst vorsichtig vorgehen, da in Sambalpur vieles anders ist als in Kalkutta. Schon bald tauchen neue Rätsel auf und es wird brenzlig für die Beiden…
Auch im zweiten Band der besonderen Krimireihe beeindruckt der Autor mit detailreichen Schilderungen der Schauplätze aus dem 20. Jahrhundert. Auch die historischen Begebenheiten und die unruhige Lage in Indien im Jahre 1920 werden hier gut verständlich wiedergegeben. Neben den spannenden Ermittlungen gibt es einen interessanten Einblick in das Leben des damaligen Fürstenstaates.
Die Handlung ist in der Ich-Perspektive aus Sicht von Sam Wyndham geschrieben, den Verlauf kann man so sehr gut verfolgen. Es gibt auch ein paar Erinnerungsstützen, was ich sehr hilfreich fand - u.a., warum sein Kollege von allen Surrender-not genannt wird und mit welchen privaten Problemen Wyndham zu kämpfen hat. So ist man sofort wieder mitten im Geschehen. Die Story entwickelt sich sehr interessant, nach und nach kommt mehr ans Licht als zunächst gedacht und weitere Verstrickungen in dem Mordfall tun sich auf.


„Ich brauchte Zeit zum Nachdenken, musste mir in aller Ruhe überlegen, was zum Teufel hier eigentlich los war.“ (Sam Wyndham) – Seite 365


Hinten im Buch findet man noch ein interessantes Nachwort sowie ein hilfreiches Glossar, in denen indische Begriffe und Historisches erläutert werden, was eine sehr gute Lesehilfe darstellt.

Mein Fazit: Wieder ein spannender historischer Krimi mit außergewöhnlichem Szenario. Neben einem interessanten Fall mit überraschenden Wendungen werden die einzelnen Schauplätze detailreich beschrieben, man bekommt einen sehr guten Einblick in das Indien der 1920er Jahre. Von kleinen Längen abgesehen ist „Ein notwendiges Übel“ genau so stark und lesenswert wie der Vorgänger – ich vergebe 4,5 Sterne.



Meine Bewertung:



Titel: Ein notwendiges Übel - Sam Wyndham 2
Autor: Abir Mukherjee
Genre: Historischer Krimi
Seitenanzahl: 496
Verlag: Heyne

Die Bücher der Sam Wyndham-Reihe:
Band 1 - Ein angesehener Mann
Band 2 - Ein notwendiges Übel
Band 3 - Eine Handvoll Asche

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