Montag, 22. Juli 2019

Rezension zu "Das Labyrinth des Fauns" von Cornelia Funke & Guillermo del Toro

Zum Buch


Zwischen Magie und Wirklichkeit…

Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen.
Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen? 
(Quelle: Klappentext)




„Die geflügelte Kreatur beobachtete sie vom Ast einer Tanne aus. Sie hatte schon lange auf dieses Mädchen gewartet: Das Mädchen, das so viel verloren hatte und noch so viel mehr verlieren musste, um das zu finden, was ihr rechtmäßig gehörte.“ – Seite 14


Das Labyrinth des Fauns ist die Romanfassung zu Guillermo del Toros Film Pans Labyrinth, der 2006 erschien. Sehr interessant ist, dass das Buch nach der Filmvorlage geschrieben wurde -  meistens ist es ja umgekehrt. Zu dem Film kann ich nichts sagen, bisher habe ich ihn noch nicht gesehen. Jedoch bin ich dank des Buches nun sehr neugierig darauf geworden.
Hauptfigur ist das dreizehnjährige Mädchen Ofelia, die in ihrem neuen Zuhause etwas phantastisches entdeckt und mehr und mehr in eine Märchenwelt eintaucht, bis die Grenzen zwischen Realität und Fantasy mehr und mehr verschwimmen.


„Der Ledereinband fühlte sich an wie verwitterte Baumrinde, und die Seiten waren immer noch leer, doch Ofelia ahnte, dass sich das bald ändern würde. Alle wirklich wichtigen Dinge offenbaren sich nicht sofort. Ofelia war noch jung genug, um das zu wissen.

Und tatsächlich, aus einer der leeren Seiten begann braune und blassgrüne Tinte zu bluten, als Ofelia sie berührte.“ – Seite 74


Dieses Märchen ist sehr düster und überraschend grausam, daher ist es nicht für Kinder geeignet. Mir hat es bis auf Kleinigkeiten gut gefallen. Zwischen den Geschehnissen in der Wirklichkeit werden immer wieder Ausschnitte eines  Märchens eingewoben – dieses gibt nach und nach ein komplettes Bild  – dieses ist Cornelia Funke sehr gut gelungen. Die magischen Wesen und Gegenstände sind unheimlich toll beschrieben, genauso wie die Schauplätze. Nach und nach wird klar, worauf alles hinausläuft – es wird sehr unheimlich und düster…
Was ich mir hier gewünscht hatte, wären noch mehr Details – manches bleibt eher wage und etwas verschwommen. Mehr Ausführungen vom Labyrinth, das viel Geheimnisvolles ausstrahlt, wären toll gewesen. Das Buch hätte gerne umfangreicher sein können.

Unbedingt erwähnenswert ist noch die gesamte Buchgestaltung: Nicht nur der Umschlag ist wunderschön, sondern auch das Hardcover selbst, dass eine besondere Szene aus dem Buch zeigt. Im Buch selbst findet man weitere schöne Illustrationen, die bestimmte Augenblicke aus der Handlung darstellen.





Mein Fazit: Ein düsteres Märchen, in dem die Grenzen zwischen Realität und Fantasy immer mehr verschwimmen – das ist wirklich sehr gelungen. Womit ich nicht gerechnet habe, ist, dass die Geschichte überraschend grausam ist – daher nicht für Kinder geeignet! Mir als Erwachsene hat vor allem die düstere Atmosphäre sehr gefallen. Die Geschichte hätte auch gerne noch detailreicher sein können, manches bleibt eher wage. Ansonsten hat mir Das Labyrinth des Fauns sehr gefallen und vergebe vier Sterne hierfür.


Meine Bewertung: 








Titel: Das Labyrinth des Fauns
Autoren: Cornelia Funke / Guillermo del Toro
Genre: Märchen / Fantasy
Seitenanzahl: 320
Verlag: FISCHER

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen