Samstag, 5. Oktober 2019

Rezension zu "Wie ein Leuchten in tiefer Nacht" von Jojo Moyes

Zum Buch

Auf der Suche nach Glück…

Im Jahr 1937: Hals über Kopf folgt die Engländerin Alice ihrem Verlobten Bennett nach Amerika. Doch anstatt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten findet sie sich in Baileyville wieder, einem Nest in den Bergen Kentuckys. Mächtigster Mann ist der tyrannische Minenbesitzer Geoffrey Van Cleve, ihr Schwiegervater, unter dessen Dach sie leben muss.
Neuen Lebensmut schöpft Alice erst, als sie sich den Frauen der Packhorse Library anschließt, einer der Bibliotheken auf dem Lande, die auf Initiative von Eleanor Roosevelt gegründet wurden. Wer zu krank oder zu alt ist, dem bringen die Frauen die Bücher nach Hause. Tag für Tag reiten sie auf schwer bepackten Pferden in die Berge. Alice liebt ihre Aufgabe, die wilde Natur und deren Bewohner. Und sie fasst den Mut, ihren eigenen Weg zu gehen. Gegen alle Widerstände.  (Quelle: Klappentext)



Jojo Moyes konnte mich in der Vergangenheit schon mit ihren drei Büchern um Louisa Clark begeistern. Neugierig auf ihr neues Buch hat mich die Inhaltsangabe gemacht – die Packhorse Library. Hauptfigur in Wie ein Leuchten in tiefer Nacht ist die junge Frau Alice, deren Leben in England sich schlagartig ändert, als sie den Amerikaner Bennett kennen lernt. Die beiden heiraten schnell und Alicia folgt ihrem Mann nach Amerika, wo sie hofft, etwas von der Welt zu sehen. Doch ihre neue Heimat ist weit entfernt von den schildernden Städten wie z.B. New York – von nun an lebt sie in Baileyville, einem verschlafenen Städtchen in den Bergen Kentuckys. Schnell wird ihr bewusst, dass die Ehe mit Bennett anders ist, als sie sich gewünscht hat. Auch das Zusammenleben mit ihrem Schwiegervater gestaltet sich kompliziert.
Ihr einziger Lichtblick ist ihre Tätigkeit als Bibliothekarin der mobilen Bibliothek – mit anderen Frauen reitet sie in die Berge, um die Bewohner dort regelmäßig mit neuem Lesestoff zu versorgen.
Und gerade, als sie wieder etwas glücklicher wird, ziehen dunkle Wolken auf und alles vieles ändert sich…


„Wenn die Leute aus der Gegend keine Bücher von ihr nehmen würden, wurde ihr bewusst, dann würde sie die Arbeit nicht machen dürfen.  Sie stellte sich vor, auf einen Schlag wieder die ganze Zeit im Haus der Van Cleves verbringen zu müssen, mit seiner erdrückenden Stille, stets unter Annies argwöhnischem Blick und mit Stunden, die sich zu Jahrzehnten dehnten.“ – Seite 75/76, eBook


Dieses Buch ist perfekt für die anstehenden Herbsttage. Dank Jojo Moyes‘ tollem Schreibstil taucht man sofort in die Geschichte ein  - diese lässt sich unheimlich gut lesen und es ist spannend, den Weg von Alice zu verfolgen. Es wird nicht einfach für sie.  Ein zentrales Thema ist hier auch die „Satteltaschen-Bibliothek“  was ich unheimlich interessant finde - eine wirklich tolle Idee. In einem kurzen Nachwort schreibt Moyes, dass dieses Projekt damals über einen gewissen Zeitraum wirklich existiert hat. Die Geschichte hat auch ein historisches Flair, da man hier Einblicke in die damalige Zeit bekommt, wo manche Ansichten oft noch erschreckend sind. Ansonsten hat die Handlung einiges zu bieten -  eine beeindruckende, leicht abenteuerliche Kulisse, dramatische, aber auch glückliche Momente, die Geschehnisse um die Bibliothek und natürlich auch eine Liebesgeschichte. Neben Alice kommen auch die  Nebenfiguren sehr gut zur Geltung.  Es wird berührend und auch mal herzzerreißend, aber nie kitschig.


„Die Satteltaschen-Bücherei war in den Monaten ihres Bestehens zu einem Symbol und einem Kristallisationspunkt geworden. Für einige war sie umstritten, und bei gewissen Leuten sorgte sie für ständiges Missbehagen. Doch an einem kalten, feuchten Abend im März wurde sie zu einer winzigen, leuchtenden Zuflucht.“ – Seite 241, eBook


Mein Fazit: Ein sehr gelungener neuer Roman von Jojo Moyes – perfekt für die anstehenden Herbsttage. Die Geschichte ist facettenreich und packend und lässt sich dank des flüssigen Schreibstils sehr gut lesen. Es gibt dramatische und berührende Momente, aber auch Historisches hat die Autorin hier mit einfließen lassen. Die Figuren sind toll gezeichnet und auch die Schauplätze sind detailreich beschrieben. Das Ende ist gelungen,  man hätte hier noch ewig weiterlesen können. Sehr lesenswert!  

Meine Bewertung: 





Titel: Wie ein Leuchten in tiefer Nacht
Autorin: Jojo Moyes
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 544
Verlag: Rowohlt / Wunderlich
Erstveröffentlichung: 01. Oktober 2019


Bereits von Jojo Moyes gelesen:
Louisa Clark 1: Ein ganzes halbes Jahr 
Louisa Clark 2: Ein ganz neues Leben
Louisa Clark 3: Mein Herz in zwei Welten 




Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)

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