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Das Leben nach dem unechten Tod
Arthur Ophof führt ein ruhiges und bescheidenes Leben:
Zusammen mit seiner langjährigen und sanftmütigen Frau Afra lebt er in einem Reihenhaus
in einem Amsterdamer Vorort. Doch plötzlich ändert sich etwas, das er zugleich als
Anlass für eine große Veränderung nimmt: Nach dreiundzwanzig Jahren in einem
Sanitärartikelbetrieb bekommt er die Kündigung – Stellenabbau. Und damit fasst
Arthur nun einen Entschluss: Er wird sterben. Natürlich nicht wirklich. Vielmehr
möchte er den Rest seines Lebens in einem malerischen Dorf in der Toskana
verbringen. Zusammen mit seinen beiden besten Freunden fädelt er seinen
plötzlichen Tod ein und plant seine Beerdigung mit allem, was dazugehört. Auch
eine neue Identität darf nicht fehlen. Doch eines hat er nicht bedacht: Seine
Frau Afra ist nicht so ahnungslos, wie er denkt…
Von Hendrik Groen haben mir schon die fiktiven Tagebücher Eierlikörtage und Tanztee sehr gut gefallen - dementsprechend neugierig war ich nun auf sein
neuestes Buch. Dieses ist vom Stil her zwar ganz anders, aber genau so
lesenswert. Hauptfigur hier ist Arthur Ophof, der kurz nach seinem 50.
Geburtstag die Kündigung bekommt – nach über dreiundzwanzig Jahren. Da seine
Ehe nicht mehr so ist, wie sie am Anfang noch war, fasst er einen Entschluss:
Er möchte in der Toskana ein neues Leben beginnen und plant nun zusammen mit zwei
Freunden seinen Tod. Doch er hat nicht bedacht, wie kompliziert das fiktive
Sterben ist und was es alles zu beachten gibt.
„Später habe ich nochmal kurz ins Netz geschaut, und es scheint tatsächlich nicht so einfach zu sein mit dem Sterben, ohne dass allerlei Papiere, Stempel und Bescheinigungen vorliegen.“ – Seite 180, eBook
So erfährt der Leser durch Arthurs Recherchen auch einiges
über die Bestattungsindustrie, was tatsächlich interessant ist. Doch das Buch
lässt sich angenehm leicht lesen, ab und an ist es humorvoll, etwas schräg, dann
an einzelnen Punkten auch mal ernster. Eine sehr gute Mischung, die mich
positiv überrascht hat. Und die gesamte Handlung entwickelt sich doch etwas anders,
als ich im Vorfeld vermutet habe. Geschrieben ist die Story in der
Ich-Perspektive: Überwiegend aus der Sicht von Arthur, aber zwischendurch auch
aus der Sicht von seiner Frau Afra – dieses ist sehr interessant, da man so aus
beiden Perspektiven gut verfolgen kann, wie der jeweils andere bestimmte
Situationen empfindet. Es ist auch auf gewisse Weise spannend zu verfolgen, wie
Arthur alles für sein zukünftiges Leben plant – immer mit dem Wunsch, inkognito
an seiner eigenen Beerdigung teilzunehmen. Ob alles so klappt, wie er es sich
vorstellt? Lasst euch überraschen!
„Ich schaute nach unten und war auf seltsame Art furchtbar aufgeregt. Vielleicht war ich der erste Mensch auf der Welt, der quicklebendig seiner eigenen Beerdigung beiwohnte.“ – Seite 334, eBook
Mein Fazit: Ein gelungenes Buch, das sich angenehm leicht
lesen lässt und sich überraschend entwickelt. Es gibt humorvolle und etwas
schräge Abschnitte, aber auch mal ernstere Szenen, jedoch alles sehr ausgewogen
und nicht schwermütig. Es ist sehr interessant zu verfolgen, wie die Hauptfigur
nach und nach sein neues Leben plant. Ich bin positiv überrascht und kann es
nur empfehlen.
Meine Bewertung:
Titel: Lieber Rotwein als tot sein
Autor: Hendrik Groen
Genre: Roman
Seitenanzahl: 320
Verlag: Piper
Erstveröffentlichung: 01. Oktober 2019
Ebenfalls sehr lesenswert:
Die Tagebücher des Hendrik Groen
Band 1 - Eierlikörtage
Band 2 - Tanztee
Band 3 - Herrenabend

Liebe Nicole,
AntwortenLöschenauf deinem Blog habe ich ja lange nicht kommentiert, unsere gemeinsamen Lesevorlieben klappen ja meistens nur mit einigen Romanen und Rebecca Gablé. :-)
Aber hier hast du mich echt mit einem tollen Buchtipp überrascht, ich bin doch ein Fan von Hendrik seit der ersten Stunde mit Eierlikörtage.
Nun wandert dieser Titel gleich mal auf meine Wunschliste.
Wie schön, dass dir der Roman so gut gefallen hat und wieder diese tolle Mischung von Humor, Nachdenklichkeit und schrägen Vorgängen besitzt.
Liebe Grüße
Barbara
Liebe Barbara,
Löschendas freut mich, dass du bei mir vorbeischaust!
Stimmt, aber manchmal treffen wir uns bei einigen Büchern. :)
Ich kann mir vorstellen, dass dir dieser Roman sehr gut gefallen wird!
Liebe Grüße
Nicole