Dienstag, 29. Oktober 2019

Rezension zu "Lieber Rotwein als tot sein" von Hendrik Groen

Zum Buch

Das Leben nach dem unechten Tod

Arthur Ophof führt ein ruhiges und bescheidenes Leben: Zusammen mit seiner langjährigen und sanftmütigen Frau Afra lebt er in einem Reihenhaus in einem Amsterdamer Vorort. Doch plötzlich ändert sich etwas, das er zugleich als Anlass für eine große Veränderung nimmt: Nach dreiundzwanzig Jahren in einem Sanitärartikelbetrieb bekommt er die Kündigung – Stellenabbau. Und damit fasst Arthur nun einen Entschluss: Er wird sterben. Natürlich nicht wirklich. Vielmehr möchte er den Rest seines Lebens in einem malerischen Dorf in der Toskana verbringen. Zusammen mit seinen beiden besten Freunden fädelt er seinen plötzlichen Tod ein und plant seine Beerdigung mit allem, was dazugehört. Auch eine neue Identität darf nicht fehlen. Doch eines hat er nicht bedacht: Seine Frau Afra ist nicht so ahnungslos, wie er denkt…



Von Hendrik Groen haben mir schon die fiktiven Tagebücher Eierlikörtage und Tanztee sehr gut gefallen -  dementsprechend neugierig war ich nun auf sein neuestes Buch. Dieses ist vom Stil her zwar ganz anders, aber genau so lesenswert. Hauptfigur hier ist Arthur Ophof, der kurz nach seinem 50. Geburtstag die Kündigung bekommt – nach über dreiundzwanzig Jahren. Da seine Ehe nicht mehr so ist, wie sie am Anfang noch war, fasst er einen Entschluss: Er möchte in der Toskana ein neues Leben beginnen und plant nun zusammen mit zwei Freunden seinen Tod. Doch er hat nicht bedacht, wie kompliziert das fiktive Sterben ist und was es alles zu beachten gibt.


„Später habe ich nochmal kurz ins Netz geschaut, und es scheint tatsächlich nicht so einfach zu sein mit dem Sterben, ohne dass allerlei Papiere, Stempel und Bescheinigungen vorliegen.“ – Seite 180, eBook


So erfährt der Leser durch Arthurs Recherchen auch einiges über die Bestattungsindustrie, was tatsächlich interessant ist. Doch das Buch lässt sich angenehm leicht lesen, ab und an ist es humorvoll, etwas schräg, dann an einzelnen Punkten auch mal ernster. Eine sehr gute Mischung, die mich positiv überrascht hat. Und die gesamte Handlung entwickelt sich doch etwas anders, als ich im Vorfeld vermutet habe. Geschrieben ist die Story in der Ich-Perspektive: Überwiegend aus der Sicht von Arthur, aber zwischendurch auch aus der Sicht von seiner Frau Afra – dieses ist sehr interessant, da man so aus beiden Perspektiven gut verfolgen kann, wie der jeweils andere bestimmte Situationen empfindet. Es ist auch auf gewisse Weise spannend zu verfolgen, wie Arthur alles für sein zukünftiges Leben plant – immer mit dem Wunsch, inkognito an seiner eigenen Beerdigung teilzunehmen. Ob alles so klappt, wie er es sich vorstellt? Lasst euch überraschen!


„Ich schaute nach unten und war auf seltsame Art furchtbar aufgeregt. Vielleicht war ich der erste Mensch auf der Welt, der quicklebendig seiner eigenen Beerdigung beiwohnte.“ – Seite 334, eBook


Mein Fazit: Ein gelungenes Buch, das sich angenehm leicht lesen lässt und sich überraschend entwickelt. Es gibt humorvolle und etwas schräge Abschnitte, aber auch mal ernstere Szenen, jedoch alles sehr ausgewogen und nicht schwermütig. Es ist sehr interessant zu verfolgen, wie die Hauptfigur nach und nach sein neues Leben plant. Ich bin positiv überrascht und kann es nur empfehlen.


Meine Bewertung: 




Titel: Lieber Rotwein als tot sein
Autor: Hendrik Groen
Genre: Roman
Seitenanzahl: 320
Verlag: Piper
Erstveröffentlichung: 01. Oktober 2019

Ebenfalls sehr lesenswert:
Die Tagebücher des Hendrik Groen
Band 1 - Eierlikörtage
Band 2 - Tanztee
Band 3 - Herrenabend
 
Vielen Dank an den Piper-Verlag  und Netgalley für das Rezensionsexemplar! :)

2 Kommentare:

  1. Liebe Nicole,

    auf deinem Blog habe ich ja lange nicht kommentiert, unsere gemeinsamen Lesevorlieben klappen ja meistens nur mit einigen Romanen und Rebecca Gablé. :-)

    Aber hier hast du mich echt mit einem tollen Buchtipp überrascht, ich bin doch ein Fan von Hendrik seit der ersten Stunde mit Eierlikörtage.
    Nun wandert dieser Titel gleich mal auf meine Wunschliste.
    Wie schön, dass dir der Roman so gut gefallen hat und wieder diese tolle Mischung von Humor, Nachdenklichkeit und schrägen Vorgängen besitzt.

    Liebe Grüße
    Barbara

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    1. Liebe Barbara,
      das freut mich, dass du bei mir vorbeischaust!
      Stimmt, aber manchmal treffen wir uns bei einigen Büchern. :)
      Ich kann mir vorstellen, dass dir dieser Roman sehr gut gefallen wird!

      Liebe Grüße
      Nicole

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