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Es ist nie zu spät für Veränderungen
Andrews Beruf ist der Tod. Seine Arbeit als
Nachlass-Verwalter für die Londoner Stadtverwaltung ist nichts für
Zartbesaitete, aber zum Glück wartet auf ihn zuhause eine liebevolle Familie,
die ihn aufheitert - glauben zumindest seine Kollegen. Aber das ist eine
Notlüge, die Andrew selbst in die Welt setzte und die irgendwann ein Eigenleben
entwickelte. In Wahrheit wohnt Andrew allein in einem Ein-Zimmer-Apartment und
führt ein genauso einsames Dasein wie seine Verstorbenen kurz vor ihrem Tod.
Das ändert sich, als eine neue Kollegin in der Abteilung anfängt. Peggy bringt
frischen Wind in Andrews Welt und sein Herz schlägt in ihrer Nähe schneller.
Das Problem: Peggy ist verheiratet, hat zwei Kinder und glaubt, Andrew wäre in
der gleichen Situation... (Quelle: Klappentext)
„Andrew trottete die Stufen hinauf, wobei seine feuchten Sohlen bei jedem Schritt quietschten, und suchte den zweiten Schlüssel an seinem Bund heraus. Er streckte die Hand aus, um die schiefe Nummer 2 über seiner Tür zu richten und ging hinein – wo ihn, wie immer in den letzten zwanzig Jahren, nichts als Stille empfing.“ – Seite 21, eBook
Das Beste kommt noch ist der Debütroman von Richard Roper
– und dieser ist ihm sehr gut gelungen. Im Mittelpunkt steht der
zweiundvierzigjährige Andrew, der seit gut fünf Jahren als Nachlassverwalter bei
der Bezirksverwaltung arbeitet. Sein Job ist es, Angehörige der Verstorbenen ausfindig
zu machen und den Nachlass zu sichten. Dazu besucht er regelmäßig die
Beerdigungen der einsam Verstorbenen. Andrew selbst lebt auch allein und führt
ein sehr zurückgezogenes Leben - doch
durch ein Missverständnis glauben seine Kollegen und sein Chef, dass er ein
glücklicher Familienvater ist. Sein Leben ändert sich aber plötzlich, als er
seine neue Kollegin Peggy kennenlernt – langsam entwickelt sich zwischen den
beiden eine Freundschaft und etwas mehr. Doch ebenso wie die anderen glaubt
Peggy, dass er verheiratet ist…
Das Buch hat viele Facetten: Es ist oft berührend und auch
mal traurig (z.B. als man mehr aus Andrews Vergangenheit erfährt), es gibt
ernste Abschnitte, doch trotzdem lässt es sich angenehm lesen, da neben
bedrückenden Momenten auch manchmal etwas Humor aufblitzt. Es ist interessant, Andrews
Lebensweg zu verfolgen. In der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart hat er
einige Hürden zu meistern – schnell wachsen
er und auch Peggy dem Leser ans Herz. Die große Frage: Gibt es ein Happy-End?
Lasst euch überraschen!
Auch über Andrews Beruf erfahren wir einiges – er kommt sehr
oft mit dem Tod in Berührung und macht sich Gedanken über die Verstorbenen,
dessen Beerdigung er organisiert. Dieses ist oft bedrückend und geht nicht
spurlos an ihm vorüber…
Gerade das letzte Drittel des Romans hat mich sehr
überrascht, weil es hier sehr emotional wird – das Buch nimmt den Leser
vollkommen gefangen – das ist Richard Roper sehr gut gelungen.
„Und in diesem Augenblick begriff er es: Er wusste vielleicht nicht, was die Zukunft für ihn bereithielt – Schmerz, Einsamkeit und Angst konnten ihn immer noch zu Staub zermalmen -, aber allein die Möglichkeit zu spüren, dass sich die Dinge für ihn ändern konnten, war schon ein Anfang, wie der erste wärmende Sonnenstrahl an einem eisigen Wintermorgen.“ – Seite 165, eBook
Mein Fazit: Ein sehr gelungenes Debüt mit vielen Facetten:
Es wird oft berührend und mal traurig und ernst, dennoch lässt es sich angenehm lesen. Die Hauptcharaktere
Andrew und Peggy sind sehr gut dargestellt und sympathisch, die Handlung ist interessant
zu verfolgen - ganz besonders das letzte Drittel geht ans Herz. Dafür hat das
Buch hat fünf Sterne verdient – sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Das Beste kommt noch
Autor: Richard Roper
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 416
Verlag: Rowohlt Wunderlich
Erstveröffentlichung: 10. März 2020
Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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