Dienstag, 10. März 2020

Rezension zu "Das Beste kommt noch" von Richard Roper

Zum Buch

Es ist nie zu spät für Veränderungen

Andrews Beruf ist der Tod. Seine Arbeit als Nachlass-Verwalter für die Londoner Stadtverwaltung ist nichts für Zartbesaitete, aber zum Glück wartet auf ihn zuhause eine liebevolle Familie, die ihn aufheitert - glauben zumindest seine Kollegen. Aber das ist eine Notlüge, die Andrew selbst in die Welt setzte und die irgendwann ein Eigenleben entwickelte. In Wahrheit wohnt Andrew allein in einem Ein-Zimmer-Apartment und führt ein genauso einsames Dasein wie seine Verstorbenen kurz vor ihrem Tod. Das ändert sich, als eine neue Kollegin in der Abteilung anfängt. Peggy bringt frischen Wind in Andrews Welt und sein Herz schlägt in ihrer Nähe schneller. Das Problem: Peggy ist verheiratet, hat zwei Kinder und glaubt, Andrew wäre in der gleichen Situation... (Quelle: Klappentext)



„Andrew trottete die Stufen hinauf, wobei seine feuchten Sohlen bei jedem Schritt quietschten, und suchte den zweiten Schlüssel an seinem Bund heraus. Er streckte die Hand aus, um die schiefe Nummer 2 über seiner Tür zu richten und ging hinein – wo ihn, wie immer in den letzten zwanzig Jahren, nichts als Stille empfing.“ – Seite 21, eBook


Das Beste kommt noch ist der Debütroman von Richard Roper – und dieser ist ihm sehr gut gelungen. Im Mittelpunkt steht der zweiundvierzigjährige Andrew, der seit gut fünf Jahren als Nachlassverwalter bei der Bezirksverwaltung arbeitet. Sein Job ist es, Angehörige der Verstorbenen ausfindig zu machen und den Nachlass zu sichten. Dazu besucht er regelmäßig die Beerdigungen der einsam Verstorbenen. Andrew selbst lebt auch allein und führt ein sehr zurückgezogenes Leben -  doch durch ein Missverständnis glauben seine Kollegen und sein Chef, dass er ein glücklicher Familienvater ist. Sein Leben ändert sich aber plötzlich, als er seine neue Kollegin Peggy kennenlernt – langsam entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft und etwas mehr. Doch ebenso wie die anderen glaubt Peggy, dass er verheiratet ist…
Das Buch hat viele Facetten: Es ist oft berührend und auch mal traurig (z.B. als man mehr aus Andrews Vergangenheit erfährt), es gibt ernste Abschnitte, doch trotzdem lässt es sich angenehm lesen, da neben bedrückenden Momenten auch manchmal etwas Humor aufblitzt. Es ist interessant, Andrews Lebensweg zu verfolgen. In der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart hat er einige Hürden zu meistern  – schnell wachsen er und auch Peggy dem Leser ans Herz. Die große Frage: Gibt es ein Happy-End? Lasst euch überraschen!
Auch über Andrews Beruf erfahren wir einiges – er kommt sehr oft mit dem Tod in Berührung und macht sich Gedanken über die Verstorbenen, dessen Beerdigung er organisiert. Dieses ist oft bedrückend und geht nicht spurlos an ihm vorüber…
Gerade das letzte Drittel des Romans hat mich sehr überrascht, weil es hier sehr emotional wird – das Buch nimmt den Leser vollkommen gefangen – das ist Richard Roper sehr gut gelungen.

„Und in diesem Augenblick begriff er es: Er wusste vielleicht nicht, was die Zukunft für ihn bereithielt – Schmerz, Einsamkeit und Angst konnten ihn immer noch zu Staub zermalmen -, aber allein die Möglichkeit zu spüren, dass sich die Dinge für ihn ändern konnten, war schon ein Anfang, wie der erste wärmende Sonnenstrahl an einem eisigen Wintermorgen.“ – Seite 165, eBook

Mein Fazit: Ein sehr gelungenes Debüt mit vielen Facetten: Es wird oft berührend und mal traurig und ernst, dennoch lässt es  sich angenehm lesen. Die Hauptcharaktere Andrew und Peggy sind sehr gut dargestellt und sympathisch, die Handlung ist interessant zu verfolgen - ganz besonders das letzte Drittel geht ans Herz. Dafür hat das Buch hat fünf Sterne verdient – sehr lesenswert!


Meine Bewertung: 





Titel: Das Beste kommt noch
Autor: Richard Roper
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 416
Verlag: Rowohlt Wunderlich
Erstveröffentlichung: 10. März 2020 


Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar! 

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