Sonntag, 17. Mai 2020

Rezension zu "Die Henkerstochter und der Fluch der Pest" von Oliver Pötzsch

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Band 8 der Henkerstochter-Saga

Sommer 1679. Die Pest, die bereits in Wien wütet, breitet sich in Bayern aus. Der Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl wird von einem Pestkranken aufgesucht, der kurz darauf zusammenbricht. Bevor er stirbt, flüstert er Jakob Kuisl noch ein paar rätselhafte Worte ins Ohr: Kuisl muss Kaufbeuren retten, ein schwarzer Reiter spielt dort mit seiner Pfeife zum Tanz auf, der Mörder hat zwei Gesichter. Gemeinsam mit seiner Tochter Magdalena geht Jakob Kuisl den geheimnisvollen Andeutungen nach. Ein gefährliches Unterfangen, denn inzwischen gibt es immer mehr Tote in Kaufbeuren. Doch was steckt dahinter – die Seuche oder ein raffinierter Mörder?  
(Quelle: Klappentext)




Die Henkerstochter und der Fluch der Pest ist mittlerweile der 8. Band der spannenden historischen Saga um den Schongauer Henker Jakob Kuisl und seiner Tochter Magdalena. Die Handlung ist im Jahr 1679 angesiedelt, ca. sieben Jahre nach den letzten Geschehnissen im 7. Band. Einiges hat sich geändert, u.a. sind Magdalena und ihr Mann, der Arzt Simon Fronwieser, mit den drei gemeinsamen Kindern nach München gezogen.
Als Magdalena mit ihrer Familie nach Schongau für einen Besuch zurückkehrt, erfahren sie von merkwürdigen Vorkommnissen in der Nachbarstadt Kaufbeuren. Kurzerhand reisen sie, ihr Mann Simon und ihr Vater Jakob nach Kaufbeuren – nicht nur, um den dunklen Rätseln auf den Grund zu gehen, sondern auch weil sie ihren älteren Sohn Peter suchen, der längst in Kaufbeuren angekommen sein sollte…

Die Handlung entwickelt sich langsam und baut nach und nach an Spannung auf. Nach dem rätselhaften und sehr unheimlichen Prolog gibt es kurze Rückblicke, wie sich das Leben von Magdalenas Familie und das ihres Vaters Jakob Kuisl in den letzten Jahren entwickelt hat. Es gibt ein Wiedersehen mit den bekannten Charakteren, auch Magdalenas Söhne Peter und Paul rücken mehr in den Vordergrund.
Der Roman ist aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt – anfangs oft noch rätselhaft, doch nach und nach setzen sich die einzelnen Teile zu einem erstaunlichen und erschreckenden Gesamtbild zusammen.

„Kuisl erstarrte. Er stand mit dem Rücken zum Fenster, trotzdem spürte er ganz deutlich, dass jemand ihn anstarrte. Irgendwer stand draußen im Hof, jemand, der um diese Zeit dort sicherlich nichts verloren hatte.“ – Seite 111, eBook

Neben seltsamen Todesfällen stoßen Jakob und seine Familie in Kaufbeuren auch auf vereinzelte Pestfälle. Doch ist sie wirklich der Auslöser für die rätselhaften Tode in Kaufbeuren? Ein merkwürdiges Gerücht um einen Rattenkönig geht um.  Es wird spannend, gefährlich und sehr mysteriös…

"Auch Simon hatte die Atmosphäre oben im Rat als äußerst feindselig empfunden. Irgendetwas stimmt nicht, dachte er. Sie verheimlichen uns etwas. Ob es wohl noch mehr Pestkranke in der Stadt gibt? Oder ist es etwas anderes?“ Seite 104, eBook


Die Schauplätze, die damaligen Begebenheiten und medizinischen Entwicklungen werden hier wieder detailreich und bildgewaltig beschrieben. Neben den spannenden Krimi-Elementen erfahren wir auch einiges über die Pest – wie trat man damals im 17. Jahrhundert der schlimmen Seuche entgegen und wie versuchte man, die Ausbreitung zu verhindern? Für alle wird es ein Wettlauf mit der Zeit. Im sehr informativen Nachwort geht Oliver Pötzsch nochmal auf das Thema und die damaligen Forschungen ein. Zudem gibt es am Ende wieder einen kleinen Reiseführer durch Kaufbeuren und Umgebung.

Mein Fazit: Auch der 8. Band der Henkerstocher-Saga ist Oliver Pötzsch wieder sehr gelungen. Es wird spannend: Mysteriöse Todesfälle, Intrigen und eine verheerende Seuche geben Jakob Kuisl und seiner Familie Rätsel auf. Nach und nach ergeben die anfangs so lose wirkenden Fäden ein überraschendes und erschreckendes Gesamtbild. Packend, etwas düster und sehr lesenswert. 


Meine Bewertung: 






Titel: Die Henkerstochter und der Fluch der Pest - Band 8
Autor: Oliver Pötzsch
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 736
Verlag: Ullstein
Erstveröffentlichung: 13. Mai 2020
 

Die Bücher der Henkerstochter-Saga
Band 1 - Die Henkerstochter - Lovelybooks
Band 2 - Die Henkerstochter und der schwarze Mönch - Lovelybooks
Band 3 - Die Henkerstochter und der König der Bettler - Lovelybooks
Band 4 - Der Hexer und die Henkerstochter - Lovelybooks
Band 5 - Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg
Band 6 - Die Henkerstochter und das Spiel des Todes
Band 7 - Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf
Band 8 - Die Henkerstochter und der Fluch der Pest


Vielen Dank an die Ullstein Buchverlage und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

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