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Unterwegs in fernen Galaxien
Kira ist allein. Wir sind es nicht. Und wir müssen einen Weg finden, um zu überleben.
(Quelle: Auszug aus dem Klappentext - Droemer Knaur-Verlag)
Mit Christopher Paolini verbinde ich natürlich sofort die Eragon-Romane, die ich vor mehreren Jahren mit Begeisterung gelesen habe. Sehr gespannt war ich daher auf sein neuestes Buch. Der Klappentext verspricht spannende Science-Fiction – und genau das bekommen wir LeserInnen auch. Zunächst muss ich sagen, dass die Inhaltsangabe tatsächlich nur einen kleinen Einblick in die Geschichte gibt. Mich hat der komplette Verlauf danach und somit die Entwicklung der Handlung sehr überrascht. Auf den ersten 70 Seiten passiert schon einiges und beschwört danach ein Szenario herauf, über das man nur staunen kann. Es wird völlig unvorhersehbar und es warten überraschende, dramatische und abenteuerliche Wendungen – das ist sehr gut gelungen.
Hauptfigur hier ist die 27-jährige Xenobiologin Kira Navarez, die mit einem kleinen Forschungsteam den Planet Adrasteia erforscht, da dieser demnächst kolonialisiert werden soll. Kurz vor Abschluss der Reise stößt sie bei einem eigentlich harmlosen Einsatz auf eine merkwürdige Felsformation. Als sie diese näher in Augenschein nimmt und dabei in eine Felsspalte stürzt, entdeckt sie etwas, das alles verändern wird.
„Irgendwas an der Erscheinung der Felsen irritierte Kira. Sie waren zu dunkel. Zu blank und scharfkantig, zu verschieden von der übrigen Landschaft, eine zerfallene Felsnadel, einsam und allein inmitten einer Wüste aus Granit. Und auch wenn sie wusste, dass nur ihre Fantasie mit ihr durchging, schien von der Formation etwas Unheimliches auszugehen, wie eine leise Vibration, gerade mal stark genug, um zu stören.“ – Seite 39
Ihr Leben ist plötzlich nicht mehr wie zuvor und Kira steht vor Herausforderungen, die ihr alles abverlangen. Nach und nach wird klar, dass die ganze Galaxie in Gefahr schwebt und Kira die einzige Hoffnung zu sein scheint. Ein Krieg ist nur der Anfang und nicht nur die Menschheit ist in den unendlichen Weiten unterwegs…
Um nicht zu spoilern, werde ich hier vom weiteren Verlauf nichts verraten – lasst euch überraschen.
„Die Sterne und das Schiff wirbelten in einem schwindelerregenden Kaleidoskop um sie herum." – Seite 115
„Sie zitterte. In der Galaxie hatte sich so viel abgespielt, von dem die Menschen nichts wussten. Katastrophen. Schlachten. Weit verstreute Zivilisationen. Allein schon der Gedanke war schwindelerregend.“ – Seite 150
Christopher Paolini hat hier ein wirklich beeindruckendes Szenario erschaffen. Das Epos spielt im Jahr 2257 – die Menschheit ist längst in den Weiten der Galaxie unterwegs und hat mehrere Systeme erforscht und einige Planeten kolonialisiert. Bei den Vorarbeiten der geplanten Kolonialisierung des Planeten Adrasteia wird schließlich Unglaubliches entdeckt...
Mit insgesamt 960 Seiten ist es ein sehr umfangreiches Buch für das man sich etwas Zeit nehmen sollte. Es lässt sich gut lesen, aber es erfordert auch Konzentration. Nachdem man sich erstmal in dem komplexen Szenario zurechtgefunden bzw. eingelesen hat, fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Es gibt viele technische Details und zwischendurch auch ein paar Längen, auch wird es manchmal etwas wirr – dennoch es bleibt interessant, spannend und oft actionreich:
„Vier dunkle, schiefwinklige Schiffe stießen kreischend vom Himmel herab und kamen an unterschiedlichen Stellen in der Stadt herunter. Zwar sahen sie anders aus als die Schiffe in 61 Cygni, doch wie jene lösten sie bei Kira ein Gefühl von Falschheit aus, die sie nicht abschütteln konnte.“ – Seite 480
Interessant ist hier auch, wie die Kolonisten über die Erde denken - die meisten kennen die Stammheimat der Menschen (Seite 675) nur aus Studien und waren selbst nie dort. Unser Planet wird am Rande immer mal wieder erwähnt.
Neben dieser faszinierenden Geschichte hat das Buch auch einiges an Zusatzmaterial: Neben mehreren Skizzen gibt es noch einen umfangreichen Anhang. Auf gut 40 Seiten findet man Infos zum Thema Raumzeit/Überlichtgeschwindigkeit in der Zukunft, ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen sowie einer Chronik mit vergangen Geschehnissen. Zudem schildert Paolini in einem sehr interessanten Nachwort kurz die Entstehung des Romans.
Unbedingt erwähnenswert ist noch die wunderschöne Gestaltung des Buches. Es ist als Hardcover erschienen und ist mit seinem tollen Cover ein wirklicher Blickfang im Regal.
Mein Fazit: Ein beeindruckendes Science-Fiction-Epos, das viele abenteuerliche Überraschungen und dramatischen Wendungen bereithält. Der Autor hat hier ein erstaunliches Szenario erschaffen – komplex und detailreich. Die Geschichte entwickelt sich interessant und spannend mit einer starken Hauptfigur, die über sich hinauswächst. Es gibt viele technische Details, daher sollte man sich für dieses Buch etwas Zeit nehmen. Trotz kleineren Längen und ab und an etwas wirren Entwicklungen eine faszinierende und sehr lesenswerte Geschichte!
Meine Bewertung:
Titel: INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
Autor: Christopher Paolini
Genre: Science Fiction
Seitenanzahl: 960
Verlag: Knaur HC
Erstveröffentlichung: 15. September 2020
Weitere Rezensionen zum Buch findet ihr hier:
Bellas Wonderworld
Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar!



Hallo Nicole,
AntwortenLöschenich gebe Dir recht, es ist wirklich ein sehr gut gelungenes Buch mit einer tollen Handlung, interessanten Charakteren und sehr viel Liebe zum Detail. Ich mag Paolinis Sprache und Erzählstil und denke auch, dass die Übersetzer eine wirklich gute Arbeit geleistet haben. Ich habe meine Rezension zum Buch heute auch online gestellt.
Viele Grüße
Jay von "Bücher wie Sterne"
Hallo Jay,
Löschendas stimmt - die Übersetzer haben hier wirklich gute Arbeit geleistet. Und auch, dass Paolini so lange an dem Buch gearbeitet hat, merkt man. Das ist wirklich gut gelungen.
Deine Rezension habe ich gerade gelesen - ich habe sie mal unter meiner verlinkt. :)
Viele Grüße
Nicole