Sonntag, 25. Juni 2017

Rezension zu "Die Bibliothek der besonderen Kinder" von Ransom Riggs

Zum Buch


Band 3 der Reihe um die besonderen Kinder

Auch wenn sie sich im letzten Moment aus den Fängen der Wights befreien konnten, müssen Jacob, Emma und der Hund Addison hilflos mit ansehen, wie ihre Freunde von den Feinden entführt werden. Sofort machen sie sich auf die Suche nach den Gefangenen. Ihre Spur führt sie schließlich in die Zeitschleife "Devil's Acre" - dem gefährlichsten Ort überhaupt. In dieser Zeitschleife lebt unter anderem eine Gesellschaft der Besonderen, die einst mehr als nur vom Weg abgekommen sind. Ausgerechnet hier befindet sich die geheime und streng abgeriegelte Festung der Wights. Während Jacob und Emma fieberhaft überlegen, wie sie die besonderen Kinder und die Ymbrynen befreien können, stoßen sie auf ein großes Geheimnis - einer sagenumwobenen Seelenbibliothek, mit der ihr Feind unglaubliche Pläne hat. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...


"Allein der Anblick erfüllte mich mit Angst und gleichzeitig mit Entschlossenheit, als spürte ich, wie die Stränge meines diffusen Lebens auf einen einzelnen Punkt zuliefen, der unsichtbar hinter diesen Mauern lag. Dort war es: das, was ich tun sollte - oder mein Tod bei dem Versuch, es zu tun. Die Schuld, die ich begleichen musste." - Seite 93, eBook


Nachdem Band 2 völlig anders als erwartet endete und einen großen Cliffhanger bereithielt, ging es für mich sofort mit dem dritten und finalen Band der Trilogie um die besonderen Kinder weiter. Dieser schließt nahtlos an seinen Vorgänger an und beschreibt den Weg von Jacob und Emma, die sich im letzten Augenblick vor den feindlichen Wights retten konnten. Mit Hilfe von Addison, einem besonderen Hund, verfolgen sie schließlich die Spur der Entführten und landen in einer Zeitschleife, die gefährlicher nicht sein kann...
Auch im dritten Teil warten wieder neue Abenteuer, interessante Schauplätze und allerhand skurril-phantastische Figuren auf den Leser - gleichzeitig ist es aber auch der gruseligste Teil. Die düstere  Atmosphäre, die in  Zeitschleife "Devil's Acre" herrscht, aber auch die manchmal etwas heftigen Geschehnisse dort tragen enorm dazu bei. Es warten einige Überraschungen auf den Leser - vor allem, was es mit der mysteriösen Seelenbibliothek auf sich hat, ist mehr als unheimlich. Doch auch Jacob entdeckt einiges, womit er überhaupt nicht gerechnet hat...
Der Schreibstil ist wie schon gewohnt in der Ich-Perspektive aus Sicht der Hauptfigur Jacob geschrieben und liest sich leicht und flüssig. Der finale Band hat einen starken Anfang und ein starkes Ende - einzig im Mittelteil schwächelt die Handlung etwas, da sie etwas auf der Stelle tritt. Dieses löst sich zum Glück nach einiger Zeit wieder auf.
Wie bei den Vorgängern auch gibt es auch hier wieder die besonderen schwarz-weiß Fotografien, die manche Szenen und Figuren darstellen und sehr außergewöhnlich sind. Ebenso ist das Cover wieder ein unheimlicher Blickfang - insgesamt eine sehr gelungene Gestaltung, die den Inhalt des Buches wirklich gut präsentiert.
Sehr gut gefallen hat mir das kleine Glossar am Anfang der Geschichte. Hier werden nochmal Begriffe wie  Ymbryne, Hollows oder Wights beschrieben und man kann so sein Wissen auffrischen. Natürlich auch sehr hilfreich für Leser, die die beiden vorigen Bände noch nicht kennen. Ich würde allerdings empfehlen, die Reihe von Anfang an zu lesen, denn so bekommt man einen ausführlichen Einblick in die Geschehnisse rund um Jacob und die besonderen Kinder.


"Man hätte in weniger als einer Minute auf die andere Seite sprinten können, aber warum hätten wir rennen sollen? Weil, dachte ich und hatte plötzlich eine Zeile aus Tolkien im Kopf, man nicht einfach nach Mordor hineinspaziert." - Seite 97, eBook


Mein Fazit: Ein gutes Finale, das noch offene Fragen beantwortet und die ein oder andere Überraschung bereithält. Hier haben mir wieder die vielen plötzlichen Wendungen der Handlung gefallen - genauso wie die vielen Fantasy-Elemente und außergewöhnlichen Figuren. Bis auf kleine Längen im Mittelteil, wo sich die Geschichte kurze Zeit irgendwie im Kreis zu drehen scheint, durchaus spannend und fast  genauso packend zu verfolgen wie seine Vorgänger. Das Finale hält nochmal einige Abenteuer bereit und macht es zu einem gelungenen Abschluss der Trilogie.  Ein wenig schwächer als der Vorgänger Die Stadt der besonderen Kinder, aber dennoch sehr lesenswert. 

Meine Bewertung: 




Titel: Die Bibliothek der besonderen Kinder
Autor: Ransom Riggs
Genre: Fantasy / Phantastik
Seitenanzahl: 544
Verlag: Knaur


Die Bücher der Reihe Die besonderen Kinder:
Band 1 - Die Insel der besonderen Kinder
Band 2 - Die Stadt der besonderen Kinder
Band 3 - Die Bibliothek der besonderen Kinder


Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar! :)

Kommentare:

  1. Hallo Nicole,

    das hört sich ja eigentlich ganz gut an. Seit bestimmt einem halben Jahr höre ich diesen letzten Teil als ungekürztes Hörbuch und stecke fest. Habe schon zwei lange Hörpausen eingelegt, weil mich die Geschichte einfach nicht genug fesselt. Eventuell bin ich in diesem Mittelteil gelandet, der sich zieht, wie du beschreibst und ich muss einfach nur noch etwas aushalten, bis es wieder spannend wird. Ich will das Hörbuch eigentlich auch nicht abbrechen, da ich wissen will, wie die Trilogie endet. Ich denke, dieser letzte Teil wird ein längeres Hörprojekt... ;-) Ich werde berichten, wenn ich dann mal endlich durch bin. Danke für deine Rezi!

    GlG vom monerl

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    1. Hallo Monerl,

      ja, in der Mitte verliert sich die Geschichte etwas, aber nach diesem Abschnitt hat mich die Handlung wieder gepackt. Mit dem Ende bin ich auch sehr zufrieden gewesen. :)
      Ich bin gespannt, wie dir der Abschluss gefälltund wie deine Meinung ausfällt. :)

      Liebe Grüße
      Nicole

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    2. Wird aber wohl noch etwas dauern... ;-)

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