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Im Jahr 1913: Während einer Expedition in
der Antarktis entdeckt das britische Schiff Kismet eine noch unbekannte, kleine
Insel und gibt ihr den Namen Everland. Kurz darauf machen sich drei
Freiwillige mit einem Beiboot auf, um die Insel zu erforschen. Doch das kleine
Boot gerät in einen Sturm und die drei können sich gerade noch an Land retten.
Da aber die Kismet zunächst keine Möglichkeit hat zurückzukehren, wird die
Expedition zu einem dramatischen Überlebenskampf...
Fast einhundert Jahre später macht sich
erneut ein Forschungsteam auf den Weg nach Everland um Feldforschung zu
betreiben, denn die Insel ist ein beliebter Brutplatz für Robben und Pinguine.
Zugleich soll diese Reise auch eine Gedenkfahrt sein, auf den Spuren der Kismet
und der damaligen Tragödie. Auch wenn das Team, ebenfalls aus drei Personen
bestehend, heute besser ausgerüstet ist
als die Männer vor einem Jahrhundert, läuft auch hier nicht alles wie
geplant. Zudem machen den Forschern die plötzlichen Wetterumbrüche zu schaffen.
Plötzlich geht alles ganz schnell und sie befinden sich im Kampf mit den
Naturgewalten der Insel...
"Millet-Bass starrte ins Leere und antwortete nicht. Es kam ihm vor, als verliehe die Sonne den Farben etwas Exaktes, fast so, als wären sie gestärkt. Blickte man landeinwärts, war der Vulkan von Everland mattschwarz und der Himmel darüber absolut weiß." -Seite 57, eBook
Nachdem mich der Roman Herz auf Eis von Isabelle Autissier sehr begeistert hatte, bin ich kurz darauf auf
dieses Buch aufmerksam geworden, das zwar eine sehr ähnliche Thematik hat, aber
doch eine ganz andere Geschichte enthält. Hier geht es um die kleine Insel
Everland, die von zwei Antarktisexpeditionen erforscht wird - im Abstand von
einhundert Jahren. Während sich im März 1913 eine Tragödie anbahnt, läuft auch
im November 2012 nicht alles nach Plan. Die Lage spitzt sich bei beiden Expeditionen
dramatisch zu...
Der Roman überzeugt schon von Beginn an mit
einem detaillierten, klaren Schreibstil. Die Kapitel wechseln regelmäßig
zwischen den Geschehnissen in der Vergangenheit und der Expedition in der
Gegenwart. Dieses ist sehr gut gewählt, da man bei beiden Teams genau die zum
Teil dramatischen Ereignisse verfolgen kann. Neben der Beschaffenheit der Insel
lernt man auch die Charaktere sehr gut kennen. Hier wird es vor allem
psychologisch sehr spannend: Ihr denken, handeln und fühlen im Zusammenhang mit
der Einsamkeit und den Naturgewalten der Insel wird hier unheimlich gut
beschrieben. Und auch der Verlauf der Handlung ist spannend - nach und nach
erfährt man, was im Jahr 1913 wirklich geschehen ist und inwieweit sich Parallelen
mit der Forschungsreise im Jahr 2012 auftun. Das Ergebnis ist überraschend.
Anfangs habe ich ein wenig gebraucht, um
mich an den ständigen Zeitenwechsel und an die Personen zu gewöhnen, die teilweise
nur mit ihrem Nachnamen genannt werden. Doch nach kurzer "Eingewöhnungsphase"
hat mich die Geschichte schließlich gepackt.
Auch das Cover spiegelt den Roman sehr gut
wieder - schlicht in weiß-blau gehalten mit einem Segelschiff in der Mitte -
sehr schön gestaltet.
"Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen." - Seite 218, eBook
Mein Fazit: "Rebecca Hunts zweiter
Roman ist Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in
einem." - Dieser Aussage aus dem Klappentext kann ich auf jeden Fall
zustimmen. Die Geschichte ist facettenreich und atmosphärisch sehr dicht. Zusammen
mit den unterschiedlichen Charakteren und einem besonderen Schauplatz macht es
dieses Buch zu einem fesselnden Leseerlebnis, in dem es mitunter sehr bewegend,
manchmal etwas beklemmend und dramatisch
wird. Wer Romane wie "Herz auf Eis" mag, dem kann ich dieses Buch empfehlen.
Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Everland
Autorin: Rebecca Hunt
Gerne: Roman / Drama
Seitenanzahl: 416
Verlag: Luchterhand
Vielen Dank an das Bloggerportal und Luchterhand für das Rezensionsexemplar!

Liebe Nicole,
AntwortenLöschenund schon wieder etwas, das mich anspricht....
Viele Lesegrüße, Heike