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Die unendliche Gedankenspirale
Aza Holmes ist 16 Jahre alt und manchmal in ihrer eigenen
Welt gefangen. Dann beherrschen sie Sorgen und Ängste, die sie einfach nicht
aus ihren dunklen Gedanken verbannen kann. Doch da ist noch ihre beste Freundin
Daisy, die ihr von einer Sache erzählt, für die Aza zurzeit eigentlich gar
keinen Kopf hat: Der milliardenschwere Unternehmer
Russell Pickett ist verschwunden und für Hinweise, die zu seinem Auffinden
beitragen, ist eine Belohnung von einhunderttausend Dollar ausgesetzt. Die
furchtlose Daisy ist sofort dabei und möchte das Geheimnis um den Milliardär
lüften, doch Aza ist zwiegespalten – kennt sie doch dessen Sohn Davis.
Für Aza ändert sich plötzlich einiges – gleichzeitig macht
sie auch eine Reise in das Zentrum ihrer Gedankenspirale – schafft sie es, sich
ihren Ängsten stellen?
„Ich hätte ihr gesagt, dass Davis und ich nie viel geredet oder uns angesehen hatten, aber das war egal, weil wir zusammen denselben Himmel sahen, was viel intimer ist, als einander in die Augen zu sehen. In die Augen kann man jedem sehen. Aber jemand zu finden, der dieselbe Welt sieht, ist ziemlich selten.“ – Seite 14
Nachdem mir Das Schicksal ist ein mieser Verräter schon so
gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf John Greens neuestes Werk. Auch
dieses überzeugt mit einer besonderen und ans Herz gehenden Geschichte: Die
16-Jährige Aza leidet unter Angststörungen – das Buch ist aus ihrer Sicht in
der Ich-Perspektive geschrieben und gibt so einen sehr detaillierten Einblick
in ihre Sorgen, Ängste und Nöte. Dann ist da noch Daisy, Azas beste Freundin,
die das absolute Gegenteil von ihr zu sein scheint: Schlagfertig, aufgeweckt
und furchtlos. Aber gerade diese Freundschaft zwischen den beiden finde ich toll und man merkt als Leser
schnell, das Daisy für Aza eine wichtige Stütze ist:
„So oft konnte ich mich nicht vor meinen Ängsten retten, aber manchmal musste ich nur Daisy zuhören, und alles war wieder gut. Sie rückte etwas in mir zurecht, und dann hatte ich nicht mehr das Gefühl, von einem Strudel oder einer enger werdenden Spirale mitgerissen zu werden.“ – Seite 70
Für die Beiden beginnt schließlich ein Abenteuer: Die Suche
nach einem verschwundenen Milliardär. Jedoch ist das nicht das zentrale Thema
der Geschichte. Im Mittelpunkt stehen hier die Hauptfiguren, zu denen neben Aza
auch Daisy und Davis stehen. Dieses Buch hat einen unheimlich tollen
Sprachklang – es ist sensibel geschrieben, ich hätte am liebsten ganze Seiten
zitiert. Die Handlung entwickelt sich in einem angenehmen Tempo, es wird mal
traurig, mal etwas poetisch und beantwortet nach und nach alle aufkommenden
Fragen.
Auch die Gestaltung des Buches ist einfach wundervoll: Neben
dem auffallenden, schönen Cover mit dem besonderen Titel ist der Buchschnitt
orange gefärbt, was ein wirklicher Hingucker ist. Dann gibt es noch eine
Besonderheit: Der Buchumschlag hat zwei Cover – man kann die Innenseite nach
außen klappen – dort verbirgt sich ein Cover, das in dem Stil von Das
Schicksal ist ein mieser Verräter oder auch Margos Spuren gehalten ist. Eine
tolle Idee.
Was ich persönlich auch sehr interessant fand: Im Laufe des
Buches erfährt man auch, was es mit dem englischen Originaltitel Turtles All
The Way Down auf sich hat.
Mein Fazit: Ein besonderes und sehr hochwertiges Buch, das
mir unheimlich gut gefallen hat. Eine Geschichte,
die mit viel Gefühl erzählt wird und mit überzeugenden Charakteren, die oft tolle
Dialoge führen. Der Schreibstil ist flüssig, es lässt sich sehr gut lesen. Mich
hat das Buch sehr bewegt, es ist sehr berührend. Gelungene und anspruchsvolle
Jugendliteratur, die aber in jedem Alter gelesen werden kann.
Meine Bewertung:
Titel: Schlaft gut, ihr fiesen GedankenAutor: John Green
Genre: Jugenbuch / All Age
Seitenanzahl: 288
Verlag: Hanser
Vor kurzem ebenfalls von John Green gelesen:
Das Schicksal ist ein mieser Verräter

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