Montag, 18. Dezember 2017

Rezension zu "Der Geruch von Häusern anderer Leute" von Bonnie-Sue Hitchcock

Zum Buch


Besondere Lebensgeschichten…

Alaska, im Jahr 1970: Die sechzehnjährige Alyce versucht, ihre Leidenschaft fürs Tanzen und das Fischen in Einklang zu bringen. Sie möchte ihren Vater, dem sie jedes Jahr beim Fischfang unterstützt, nicht enttäuschen. Findet sie eine Lösung? Dann ist da noch die gleichaltrige Ruth, die es bisher nicht immer einfach im Leben hatte – nun hütet sie ein Geheimis, das sie nicht mehr lange geheimhalten kann. Dora lebt ebenfalls in Fairbanks und flieht vor ihrem Vater zu Dumplings Familie, die sie liebevoll aufnimmt. Und dann sind da noch die drei Brüder Hank, Sam und Jack, die sich entschließen, von zuhause wegzulaufen. Auf ihrer Flucht gerät einer von ihnen in große Gefahr und lernt so Alyce kennen…


„Eine Sekunde lang wünschte ich, ich wäre Jack.  Er nimmt die feinen Spinnweben wahr, die die Menschen miteinander verbinden. Die meisten Leute bemerken sie gar nicht und gehen einfach hindurch. Im schlimmsten Fall zerreißen sie sie sogar.“ – Seite 240


Dieses Buch ist mir im ersten Augenblick durch seinen außergewöhnlichen Titel aufgefallen. Der Geruch von Häusern anderer Leute erzählt die Geschichten von verschiedenen Jugendlichen, die alle mit einem eigenen Schicksal zu kämpfen haben. Es geht um Alyce, Ruth und Dora sowie um die drei Brüder Hank, Sam und Jack. Es wird oft sehr emotional – die Autorin gibt die einzelnen Lebensgeschichten, das Denken, Handeln und die Gefühle der Charaktere intensiv und detailreich wieder. Besonders interessant und sehr gut gelungen ist die langsame Verwebung der einzelnen Geschichten – sie nehmen alle einen unvorhersehbaren Verlauf, der manchmal auch etwas traurig ist…
Die Handlung ist in der Ich-Perspektive der verschiedenen Personen geschrieben, sie wechselt mit jedem Kapitel. Dieses bleibt aber trotzdem sehr übersichtlich, da jedes Kapitel neben einem Titel auch mit der jeweiligen Figur beschriftet ist.
Wie man es auch von anderen Büchern aus dem Königkinder-Verlag kennt, ist auch dieses Buch unheimlich schön gestaltet. Nicht nur der Titel und das Cover sind aufeinander abgestimmt, auch das Hardcover unter dem Buchumschlag ist besonders und mit einem schönen Zitat bedruckt.


„Ich verstehe nicht, warum manche Erlebnisse uns unter die Haut gehen und uns zu neuen Menschen machen. Große Ereignisse können diese Wirkung haben, aber auch Kleinigkeiten, wie ein fremdes Mädchen, das plötzlich zu weinen anfängt. Vielleicht verändern uns ja alle Erlebnisse auf die eine oder andere Weise.“ – Seite 243


Mein Fazit: Ein außergewöhnliches und sehr emotionales Buch. Neben toll beschriebenen Schauplätzen in Alaska sind die jugendlichen Charaktere unheimlich gut ausgearbeitet – ihre einzelnen, manchmal traurigen Geschichten verweben sich auf interessante Weise miteinander. Manchmal wird etwa etwas poetisch, dann wieder recht düster – gerade diese Facetten machen das Buch so besonders. Auch das Ende ist stimmig und gelungen. Ein wertvolle Lektüre, die fünf Sterne verdient hat. Sehr lesenswert. 


Meine Bewertung: 







Titel: Der Geruch von Häusern anderer Leute
Autorin: Bonnie-Sue Hitchcock
Genre: Jugendbuch / All Age / Drama
Seitenanzahl: 320
Verlag: Königskinder

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen