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Die Waringham-Saga - Band 5
London, im Jahr 1560: Eleanor of Waringham lebt schon lange
am Hof und hat eine enge Verbindung zu Königin Elizabeth I. Als Spionin der
Krone hat sie eine gefährliche Aufgabe - besonders, als sich die Lage zwischen
der protestantischen Königin Elizabeth und der katholischen schottischen
Königin Mary Stewart gefährlich zuspitzt. Auch in ihrem Privatleben ändert sich
einiges, denn Eleanor verliebt sich in einen Mann, der in England als der
geheimnisvolle König der Diebe bekannt ist. Diese Beziehung macht sie
angreifbar…
Auch im Leben ihres jüngeren Bruders, dem fünfzehnjährige
Isaac, steht eine entscheidende Veränderung an: Er soll der Nachfolger seines
Bruders Francis werden, dem Lord of Waringham und die Güter leiten. Für den
freiheitsliebenden Isaac unvorstellbar. So schleicht er sich eines Tages in
Plymouth an Bord eines Schiffes. Doch nach seiner Entdeckung geht einiges
schief – er wird als Sklave an einen spanischen Pflanzer auf Teneriffa
verkauft. Erst nach zwei Jahren kommt Isaac wieder frei – unter einer
Bedingung: Er muss in die Dienste der Freibeuters John Hawkins treten – zu spät
merkt Isaac, womit Hawkins sein Geld wirklich verdient: Sklavenhandel. Und die
Rückkehr in seine Heimat England rückt unterdessen in weite Ferne…
„Das kann niemals gut gehen, das weißt du ganz genau, und du wirst in Teufels Küche kommen, sagte die Stimme der Vernunft in seinem Kopf. Vermutlich hatte sie recht. Aber er schenkte ihr keine große Beachtung. Die Stimme der Vernunft klang genau wie sein großer Bruder Francis, und deswegen nahm Isaac sie nie wirklich ernst.“ – Seite 50/51
Mit großer Begeisterung habe ich bereits die ersten vier
Romane der Waringham-Saga gelesen und war dementsprechend neugierig auf den
fünften Band. Mit 960 Seiten ist er wie schon seine Vorgänger ein umfangreicher
Roman – doch gerade bei historischen Romanen mag ich ausführliche Schilderungen
über eine größere Zeitspanne hinweg sehr gern. Die Geschichte beginnt im Jahr
1560 und umfasst knapp 28 Jahre. Die Hauptfiguren hier sind Eleanor of
Waringham, die am Hof lebt und mit zu Königin Elizabeths engsten Vertrauten
gehört, zugleich ist sie auch eine sehr gute Spionin. Doch die Lage zwischen
England und Schottland spitzt sich immer mehr zu – und dann verliebt sich
Eleanor – ausgerechnet in den König der Diebe.
Issac of Waringham zieht es dagegen aufs Meer und in die
weite Welt hinaus. Doch hier muss er einiges durchmachen – erst als Sklave und
dann in den Diensten des gefürchteten Freibeuters John Hawkins…
Neben dem Hauptschauplatz England geht es hier auch in
andere Länder und Kontinente – Teneriffa, Afrika und die neue Welt des 16.
Jahrhunderts. Alles wird hier sehr gut beschrieben – sowohl die Umgebungen als auch die historischen
Ereignisse, die Rebecca Gablé perfekt in diesen Roman mit eingewoben hat. Im
Nachwort erklärt die Autorin, welche Ereignisse sich damals wirklich so zugetragen
haben. Es wurde wieder meisterhaft recherchiert und die manchmal komplizierten
Verbindungen und weitverzweigten Verwandtschaftsverhältnisse sehr gut
verständlich beschrieben. Die Entwicklungen der Haupt- und Nebencharaktere ist
interessant zu verfolgen und hält so manche Überraschung bereit.
Vorne und hinten im Buch sind zwei Karten abgebildet, auf
denen man die Wege von Isaac und Eleanor sehr gut verfolgen kann.
„Ich will nichts dergleichen behaupten“, entgegnete er. „Aber sagt Ihr nicht gern: Je mehr wir über einen anderen wissen, desto besser können wir ihn durchschauen. Je besser wir ihn durchschauen, desto besser können wir ihn vorhersagen. Je besser wir ihn vorhersagen können, desto sicherer sind wir vor bösen Überraschungen.“Eleanor fragte nicht, woher er ihr Credo kannte, sondern hob mit einem ergebenen Lächeln die Schultern. – Seite 512
Mein Fazit: Eine sehr gelungene Fortsetzung der
Waringham-Saga. Auf knapp 960 Seiten wird es packend und dramatisch –
Verschwörungen und Intrigen am Königshof sind natürlich wieder mit dabei. Der
Schreibstil ist klar und ausführlich – auch wenn man sich im 16. Jahrhundert
nicht so gut auskennt, braucht man sich keine Sorgen zu machen: Alles wird sehr
gut verständlich beschrieben. Das gesamte Buch ist spannend zu lesen – Längen
gibt es nur selten. Meiner Meinung nach ein rundum gelungener historischer
Roman.
Meine Bewertung:
Titel: Der Palast der Meere
Autorin: Rebecca Gablé
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 960
Verlag: Bastei Lübbe
Erstveröffentlichung: 10. September 2015
Die Bücher der Waringham-Saga:
Band 1 - Das Lächeln der Fortuna
Band 2 - Die Hüter der Rose
Band 3 - Das Spiel der Könige
Band 4 - Der dunkle Thron
Band 5 - Der Palast der Meere
Band 6 - Teufelskrone (Vorgeschichte)
Band 7 - Drachenbanner (Vorgeschichte)

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