Sonntag, 17. Juni 2018

Rezension zu "Der Palast der Meere" von Rebecca Gablé

Zum Buch

Die Waringham-Saga - Band 5

London, im Jahr 1560: Eleanor of Waringham lebt schon lange am Hof und hat eine enge Verbindung zu Königin Elizabeth I. Als Spionin der Krone hat sie eine gefährliche Aufgabe - besonders, als sich die Lage zwischen der protestantischen Königin Elizabeth und der katholischen schottischen Königin Mary Stewart gefährlich zuspitzt. Auch in ihrem Privatleben ändert sich einiges, denn Eleanor verliebt sich in einen Mann, der in England als der geheimnisvolle König der Diebe bekannt ist. Diese Beziehung macht sie angreifbar…
Auch im Leben ihres jüngeren Bruders, dem fünfzehnjährige Isaac, steht eine entscheidende Veränderung an: Er soll der Nachfolger seines Bruders Francis werden, dem Lord of Waringham und die Güter leiten. Für den freiheitsliebenden Isaac unvorstellbar. So schleicht er sich eines Tages in Plymouth an Bord eines Schiffes. Doch nach seiner Entdeckung geht einiges schief – er wird als Sklave an einen spanischen Pflanzer auf Teneriffa verkauft. Erst nach zwei Jahren kommt Isaac wieder frei – unter einer Bedingung: Er muss in die Dienste der Freibeuters John Hawkins treten – zu spät merkt Isaac, womit Hawkins sein Geld wirklich verdient: Sklavenhandel. Und die Rückkehr in seine Heimat England rückt unterdessen in weite Ferne…


„Das kann niemals gut gehen, das weißt du ganz genau, und du wirst in Teufels Küche kommen, sagte die Stimme der Vernunft in seinem Kopf. Vermutlich hatte sie recht. Aber er schenkte ihr keine große Beachtung. Die Stimme der Vernunft klang genau wie sein großer Bruder Francis, und deswegen nahm Isaac sie nie wirklich ernst.“ – Seite 50/51


Mit großer Begeisterung habe ich bereits die ersten vier Romane der Waringham-Saga gelesen und war dementsprechend neugierig auf den fünften Band. Mit 960 Seiten ist er wie schon seine Vorgänger ein umfangreicher Roman – doch gerade bei historischen Romanen mag ich ausführliche Schilderungen über eine größere Zeitspanne hinweg sehr gern. Die Geschichte beginnt im Jahr 1560 und umfasst knapp 28 Jahre. Die Hauptfiguren hier sind Eleanor of Waringham, die am Hof lebt und mit zu Königin Elizabeths engsten Vertrauten gehört, zugleich ist sie auch eine sehr gute Spionin. Doch die Lage zwischen England und Schottland spitzt sich immer mehr zu – und dann verliebt sich Eleanor – ausgerechnet in den König der Diebe.
Issac of Waringham zieht es dagegen aufs Meer und in die weite Welt hinaus. Doch hier muss er einiges durchmachen – erst als Sklave und dann in den Diensten des gefürchteten Freibeuters John Hawkins…
Neben dem Hauptschauplatz England geht es hier auch in andere Länder und Kontinente – Teneriffa, Afrika und die neue Welt des 16. Jahrhunderts. Alles wird hier sehr gut beschrieben – sowohl die  Umgebungen als auch die historischen Ereignisse, die Rebecca Gablé perfekt in diesen Roman mit eingewoben hat. Im Nachwort erklärt die Autorin, welche Ereignisse sich damals wirklich so zugetragen haben. Es wurde wieder meisterhaft recherchiert und die manchmal komplizierten Verbindungen und weitverzweigten Verwandtschaftsverhältnisse sehr gut verständlich beschrieben. Die Entwicklungen der Haupt- und Nebencharaktere ist interessant zu verfolgen und hält so manche Überraschung bereit.
Vorne und hinten im Buch sind zwei Karten abgebildet, auf denen man die Wege von Isaac und Eleanor sehr gut verfolgen kann.


„Ich will nichts dergleichen behaupten“, entgegnete er. „Aber sagt Ihr nicht gern: Je mehr wir über einen anderen wissen, desto besser können wir ihn durchschauen. Je besser wir ihn durchschauen, desto besser können wir ihn vorhersagen. Je besser wir ihn vorhersagen können, desto sicherer sind wir vor bösen Überraschungen.“
Eleanor fragte nicht, woher er ihr Credo kannte, sondern hob mit einem ergebenen Lächeln die Schultern. – Seite 512


Mein Fazit: Eine sehr gelungene Fortsetzung der Waringham-Saga. Auf knapp 960 Seiten wird es packend und dramatisch – Verschwörungen und Intrigen am Königshof sind natürlich wieder mit dabei. Der Schreibstil ist klar und ausführlich – auch wenn man sich im 16. Jahrhundert nicht so gut auskennt, braucht man sich keine Sorgen zu machen: Alles wird sehr gut verständlich beschrieben. Das gesamte Buch ist spannend zu lesen – Längen gibt es nur selten. Meiner Meinung nach ein rundum gelungener historischer Roman.


Meine Bewertung: 




Titel: Der Palast der Meere
Autorin: Rebecca Gablé
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 960
Verlag: Bastei Lübbe
Erstveröffentlichung: 10. September 2015


Die Bücher der Waringham-Saga:
Band 1 - Das Lächeln der Fortuna
Band 2 - Die Hüter der Rose
Band 3 - Das Spiel der Könige
Band 4 - Der dunkle Thron
Band 5 - Der Palast der Meere
Band 6 - Teufelskrone (Vorgeschichte)
Band 7 - Drachenbanner (Vorgeschichte)

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