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Das Mensch-sein und seine Tücken
Andrew Martin ist dreiundvierzig Jahre alt und Professor für
Mathematik in Cambridge. Zurzeit widmet er sich der Lösung für das größte
Problem in der Mathematik – und findet sie. Doch viel weiter kommt er nicht,
denn in einer regnerischen Nacht nimmt plötzlich ein hochintelligentes Wesen
von einem anderen Stern Besitz von ihm und ist mit einem ganz bestimmten
Auftrag auf die Erde geschickt worden. Doch bevor es diesen erfüllen kann muss
er sich erstmal ans Menschsein gewöhnen, denn der neue Andrew hält nicht viel
von Menschen – jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus und übermäßigem
Ehrgeiz neigen. Doch dann entdeckt der neue Andrew seine Vorliebe für
Erdnussbutter und sieht auch vieles weitere plötzlich mit anderen Augen…
„Ich wollte ihr nicht auf irgendeine Art näherkommen. Es wäre meiner Mission ganz abträglich, wenn ich ihr gegenüber irgendeine Form von Sympathie oder auch nur Empathie entwickeln würde. Zugegeben, das war unwahrscheinlich. Ihre völlige Fremdartigkeit verstörte mich. Andererseits war das ganze Universum unwahrscheinlich, und doch war es fast unbestreitbar da.“ – Seite 69
Nachdem mich vor kurzem Matt Haigs neuer Roman Wie man die Zeit anhält so begeistert hatte, war ich sehr gespannt auf eines seiner älteren
Werke: Ich und die Menschen erzählt die besondere Geschichte eines Mathematikprofessors,
der eines Tages nicht mehr er selbst ist. Denn ein Wesen von einem anderen
Stern und überlegender Intelligenz hat Besitz von ihm ergriffen. Zunächst ist dieses
vom plötzlichen „Mensch-sein“ sehr abgestoßen und hat nichts als Verachtung für
diese Lebensform übrig. Doch nach und nach lernt er diese besser kennen und
merkt, dass die Menschen doch gar nicht so schlecht sind. Doch dann ist da noch
eine Sache: Er wurde mit einem Auftrag zur Erde geschickt, der schwere Folgen
hat…
Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben - aus Sicht des Wesens, das nun das Leben von
Andrew übernommen hat. Es ist sehr interessant (und etwas unheimlich), welche
Eindrücke das andere Lebewesen von den Menschen hat. Mal sehr skurril, mal
humorvoll und auch mal ernst und traurig. Ich persönlich habe mich mit dem
Anfang des Buches sehr schwer getan. Irgendwie ist alles etwas wirr formuliert
– dieses legt sich aber glücklicherweise und die Geschichte wird sehr gut
verständlich. Manche Momente sind sogar sehr berührend:
Besonders gefallen haben mir auch die „97 Ratschläge für
einen Menschen“, die man im letzten Drittel des Romans findet. (Seite 324)
Mein Fazit: Ein besonderer Roman, der eine außergewöhnliche
Geschichte erzählt: Die Menschen aus der Sicht einer außerirdischen Lebensform
– sehr schräg und humorvoll, aber auch ernst und sogar manchmal berührend. Nach
kleinen Anfangsschwierigkeiten ein sehr gut zu lesender Roman, der mir wirklich
gut gefallen hat.
Meine Bewertung:
Titel: Ich und die Menschen
Autor: Matt Haig
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 352
Verlag dtv
Erstveröffentlichung: 01. April 2014


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