![]() |
| Zum Buch |
Die Hoffnung stirbt zuletzt…
Ein Land mitten im Bürgerkrieg. Mit viel Glück hat es der
zehnjährige Malik zusammen mit seinem Großvater zum Hafen geschafft. Dort steht
das letzte Schiff, das noch Flüchtlinge aufnimmt. Doch der Preis für die
Überfahrt ist viel zu hoch. Schaffen die beiden es trotzdem, an Bord zu
kommen? Malik hofft sehr auf den Einfallsreichtum
seines Großpapas – er kennt schließlich viele Zaubertricks. Und das er endlich
seine Mutter wiedersieht – ob sie es rechtzeitig schafft?
Seine vielen Ideen und eine kleine Katze sorgen dafür, dass
er nicht die Hoffnung verliert…wird am Ende doch noch alles gut oder ist es
doch so aussichtslos wie von manchen Menschen befürchtet? Malik gibt nicht auf…
„Großpapa zupfte an seinem Bart. So viele Fragen und zu wenige Antworten. Er hatte sich bemüht, den Jungen nicht zu beunruhigen. Er hatte ihm Antwort gegeben, wenn ihm eine einfiel, und die eine oder andere hatte auch gestimmt.“ – Seite 35
Vor kurzem habe ich Jon Walters berührenden Roman Mein Name ist nicht Freitag gelesen und war nun gespannt auf sein Debüt. In Jenseits
des Meeres geht es um einen zehnjährigen Jungen und seinen Großvater, die
zusammen aus einem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land fliehen wollen. Am Hafen
wartet ein großes Schiff, das Flüchtlinge aufnimmt. Schaffen sie es an Bord?
Auch die Suche nach Maliks Mutter gestaltet sich schwierig. Doch Malik gibt die
Hoffnung nicht auf und glaubt fest daran, sie am Hafen wiederzusehen…
Die Geschichte ist sehr berührend. Die Hauptfigur ist
unheimlich gut ausgearbeitet – man fühlt und leidet mit dem Jungen. Auch die
Entwicklung der Geschichte hält einige Überraschungen bereit. Der Schreibstil
ist feinfühlig – gerade traurige oder auch herzliche Szenen werden unheimlich
gut dargestellt. Einzig schade finde ich, dass am Ende noch einige Fragen
offenbleiben – zwar sind es eher Kleinigkeiten, aber es wäre schön gewesen, da
noch mehr zu erfahren.
Er ballte die Hand zur Faust und legte sie auf sein Herz. „Hier drin, Malik. Verstehst du? Du darfst die Hoffnung nicht verlieren.“ Maliks Herz ruhte steinschwer in seiner Brust. Aber es war noch Platz für ein bisschen Hoffnung. Wenn er Hoffnung schöpfte, konnte er es vielleicht aushalten. Er musste nur Geduld haben. – Seite 170
Mein Fazit: Ein ergreifender Roman, der von Flucht und
Hoffnung erzählt. Berührend und mit viel Feingefühl erzählt Jon Walter die
Geschichte eines Jungen, der seine Hoffnung nie verliert. Von der ersten Seite
an fesselnd – trotzdem ist es eine leise Geschichte, die von einer schweren
Zeit erzählt. Wieder ein Buch aus dem wunderbaren Königskinder-Verlag, das mir
sehr gefallen hat – ich vergebe 4,5 Sterne hierfür.
Meine Bewertung:
Titel: Jenseits des Meeres
Autor: Jon Walter
Genre: Jugendbuch / -drama
Seitenanzahl: 320
Verlag: Carlsen / Königskinder
Update im Februar 2021: Inzwischen ist das Buch nur noch gebraucht erhältlich.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen