Montag, 18. Juni 2018

Rezension zu "Jenseits des Meeres" von Jon Walter

Zum Buch

Die Hoffnung stirbt zuletzt…

Ein Land mitten im Bürgerkrieg. Mit viel Glück hat es der zehnjährige Malik zusammen mit seinem Großvater zum Hafen geschafft. Dort steht das letzte Schiff, das noch Flüchtlinge aufnimmt. Doch der Preis für die Überfahrt ist viel zu hoch. Schaffen die beiden es trotzdem, an Bord zu kommen?  Malik hofft sehr auf den Einfallsreichtum seines Großpapas – er kennt schließlich viele Zaubertricks. Und das er endlich seine Mutter wiedersieht – ob sie es rechtzeitig schafft?
Seine vielen Ideen und eine kleine Katze sorgen dafür, dass er nicht die Hoffnung verliert…wird am Ende doch noch alles gut oder ist es doch so aussichtslos wie von manchen Menschen befürchtet? Malik gibt nicht auf…




„Großpapa zupfte an seinem Bart. So viele Fragen und zu wenige Antworten. Er hatte sich bemüht, den Jungen nicht zu beunruhigen. Er hatte ihm Antwort gegeben, wenn ihm eine einfiel, und die eine oder andere hatte auch gestimmt.“ – Seite 35


Vor kurzem habe ich Jon Walters berührenden Roman Mein Name ist nicht Freitag gelesen und war nun gespannt auf sein Debüt. In Jenseits des Meeres geht es um einen zehnjährigen Jungen und seinen Großvater, die zusammen aus einem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land fliehen wollen. Am Hafen wartet ein großes Schiff, das Flüchtlinge aufnimmt. Schaffen sie es an Bord? Auch die Suche nach Maliks Mutter gestaltet sich schwierig. Doch Malik gibt die Hoffnung nicht auf und glaubt fest daran, sie am Hafen wiederzusehen…
Die Geschichte ist sehr berührend. Die Hauptfigur ist unheimlich gut ausgearbeitet – man fühlt und leidet mit dem Jungen. Auch die Entwicklung der Geschichte hält einige Überraschungen bereit. Der Schreibstil ist feinfühlig – gerade traurige oder auch herzliche Szenen werden unheimlich gut dargestellt. Einzig schade finde ich, dass am Ende noch einige Fragen offenbleiben – zwar sind es eher Kleinigkeiten, aber es wäre schön gewesen, da noch mehr zu erfahren.


Er ballte die Hand zur Faust und legte sie auf sein Herz. „Hier drin, Malik. Verstehst du? Du darfst die Hoffnung nicht verlieren.“ Maliks Herz ruhte steinschwer in seiner Brust. Aber es war noch Platz für ein bisschen Hoffnung. Wenn er Hoffnung schöpfte, konnte er es vielleicht aushalten. Er musste nur Geduld haben. – Seite 170


Mein Fazit: Ein ergreifender Roman, der von Flucht und Hoffnung erzählt. Berührend und mit viel Feingefühl erzählt Jon Walter die Geschichte eines Jungen, der seine Hoffnung nie verliert. Von der ersten Seite an fesselnd – trotzdem ist es eine leise Geschichte, die von einer schweren Zeit erzählt. Wieder ein Buch aus dem wunderbaren Königskinder-Verlag, das mir sehr gefallen hat – ich vergebe 4,5 Sterne hierfür.


Meine Bewertung: 




Titel: Jenseits des Meeres
Autor: Jon Walter
Genre: Jugendbuch / -drama
Seitenanzahl: 320
Verlag: Carlsen / Königskinder


Update im Februar 2021: Inzwischen ist das Buch nur noch gebraucht erhältlich.


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