Seit 39 Jahren ist Irene nun mit Horst verheiratet und
musste in diesen Jahren so einiges an Sticheleien und unfairen Aktionen über
sich ergehen lassen. Doch nun ist ihre Geduld am Ende – Irene hat endgültig genug von ihrem Mann. Eines
Tages findet sie im Keller eine alte Schachtel mit Vorhang-Bleibändern - und da
kommt ihr die Idee ihres Lebens: Nachdem Irene in der Bibliothek, wo sie seit
vielen Jahren arbeitet, einige Bücher zum Thema Chemie und Gifte studiert hat,
wandelt sie ihre Küche in ein kleines Labor um und stellt Bleizucker her. Und
diesen tut sie ihrem Mann nun Tag für Tag in den Kaffee…
Einmal stellte ich mich vor den Fernseher, mitten in einem wichtigen Fußballspiel, und sagte: „Entscheide dich – ich oder der Fernseher!“ Und Horst sagte: „Kannst du mal ein Stück zur Seite gehen?“Warum sollte man einem solchen Menschen eine Scheidung gewähren? Das wäre doch wohl ein bisschen zu einfach, oder? (Irene) – Seite 157, eBook
Ich bin durch Zufall auf dieses außergewöhnliche Buch
aufmerksam geworden und war neugierig, was hinter dem Roman steckt. Dieser hat
mich positiv überrascht, denn er ist auf eine bestimmte Art packend geschrieben
– zugegeben, die Geschichte ist eher makaber und enthält viel rabenschwarzen
Humor, aber sie ist klasse ausgearbeitet und enthält durchaus Abschnitte zum
Nachdenken. Es geht um die Bibliothekarin Irene, die nach 39 Ehejahren genug
von ihren Mann hat – dieser bringt Irene u. a. mit vielen Sticheleien ans Ende
ihrer Geduld. Um endlich wieder glücklich zu werden, fast sie einen tödlichen
Plan – denn eine Scheidung wäre ja langweilig.
Die Geschichte ist aus Irenes Sicht geschrieben – sie
erzählt ausführlich, was sie zu diesem Schritt bewogen hat, wie ihr Leben
bisher verlaufen ist und wie ihr Plan schließlich verläuft. Dieses ist spannend
geschrieben. Alles wird detailreich beschrieben, sodass man jeden einzelnen
Schritt von ihr genauestens verfolgen kann – und hier kommen verschiedene und interessante
Facetten zutage. Diese sind mal mitleiderregend und traurig, aber auch bissig
und unheimlich. Im Laufe der Geschichte gibt es auch immer wieder erstaunliche
Fakten zum Thema Gifte und Chemie.
„Ich hatte das starke Gefühl, dass die Dinge jetzt in vorherbestimmter Abfolge ablaufen würden. Dass alles irgendwie zusammengehörte. Das Blei. Die Decke. Die Kälte. Alles, was in den letzten Monaten passiert war. Was kommen musste. Ich wusste nur noch nicht, auf welche Art.“ (Irene) – Seite 170, eBook
Mein Fazit: Ein unterhaltsamer und gleichzeitig makaberer Roman,
der einiges an schwarzem Humor enthält und klasse ausgearbeitet ist. Die
Handlung ist gut geschrieben und hat viele Facetten – neben rabenschwarzem
Humor wird es auch mal bissig und etwas unheimlich, manchmal auch etwas ernster
mit Aussagen zum Nachdenken. Alles in allem ein sehr gutes Buch, dem ich 4,5
Sterne gebe. Lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Beim Morden bitte langsam vorgehen
Autorin: Sara Paborn
Genre: Roman
Seitenanzahl: 272
Verlag: DVA
Erstveröffentlichung: 16. April 2018
Vielen Dank an DVA und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Liebe Nicole, das klingt nach meinem Beuteschema!!
AntwortenLöschenLiebe Lesegrüße, Heike