Sonntag, 15. Juli 2018

Rezension zu "Milchmädchen" von G. R. Gemin

Zum Buch

Zwölf Kühe und eine Freundschaft

Zurzeit ist das Leben der 13-jährigen Gemma etwas durcheinander: Ihr Vater sitzt im Knast, ihre Mutter ist oft gestresst und ihr jüngerer Bruder Darren eine große Nervensäge. Und dann tauchen plötzlich zwölf muhende Kühe mitten auf der Straße auf! Gemma kann gerade noch mit ihrem Rad ausweichen. Diese gehören Kate, die in der Schule von allen nur „Cowgirl“ genannt wird. Doch diese besondere Begegnung ist auch gleichzeitig der Beginn einer neuen Freundschaft: Denn Gemma lernt Kate, die eher eine Außenseiterin ist, besser kennen und freundet sich mit ihr an. Und Kate braucht schon bald ihre Hilfe, denn ihre Kühe sollen verkauft werden – und das will sie mit allen Mitteln verhindern. Ein Abenteuer beginnt, mit dem Gemma so nie gerechnet hätte…


„Eine Menge Leute schauten vorbei, um Jane zu beglotzen. Ich fand das witzig, denn, also ehrlich, wenn man eine Kuh sehen will, kann man doch hinaus aufs Land fahren – da gibt es Kühe in Massen. Aber kaum stand eine in einem Garten in Bryn Mawr, schon war es so, als ob ein Promi aufgekreuzt wäre.“ – Seite 110


Ich hatte schon lange vor, dieses interessante Buch zu lesen – denn der Klappentext verspricht eine frische Geschichte, die einfach anders ist – und genau so ist diese auch: Es geht um die beiden Mädchen Gemma und Kate, um Freundschaft und die Rettung von zwölf Kühen. Um diese vor dem Verkauf zu retten, lassen sich die beiden etwas ganz besonderes einfallen – und bringen gleichzeitig frischen Wind in das trübe walisische Wohngebiet Bryn Mawr. Mir hat hier besonders die Entwicklung der Freundschaft gefallen. Kate gilt an der Schule als Außenseiterin und wird oft von den anderen Schülern aufgezogen, doch irgendwann stellt sich Gemma auf ihre Seite und macht selbst eine Veränderung durch. Herrlich schräg ist auch die Geschichte um die zwölf Kühe – diese nimmt einen interessanten Verlauf und vermittelt auch eine Botschaft.
Die Handlung ist in der Ich-Perspektive aus Gemmas Sicht geschrieben, was dem Autor sehr gut gelungen ist. Gemma ist eine starke Persönlichkeit und lässt sich so leicht nicht unterkriegen – genau wie Kate. Das Buch lässt unheimlich gut lesen und ist auch besonders für jüngere Leser bestens geeignet.
Die Buchgestaltung ist, wie viele andere Bücher aus dem Königskinder-Verlag auch, wieder unheimlich toll gelungen.


„Jetzt war mir klar, dass sogar Kate Unterstützung brauchte. Sie brauchte uns. Wir hatten zusammen die Kühe in ihr neues Zuhause in der Bryn Mawr und in Sicherheit gebracht. Es war der pure Wahnsinn – Wahnsinn, aber brillant.“ – Seite 153


Mein Fazit: Eine schöne Geschichte um eine neu gewonnene Freundschaft und die herrlich schräge Idee, zwölf Kühe vor dem Verkauf zu retten. Der Schreibstil leicht und die Handlung toll ausgearbeitet – fast ein kleines modernes Landmärchen. Das Buch ist schön für zwischendurch und hat mich mit den starken Charakteren positiv überrascht. Dem Autor ist hier ein tolles Debüt gelungen, das sowohl jüngere als auch ältere Leser begeistern wird. Ich vergebe hierfür 4,5 Sterne.

Meine Bewertung: 





Titel: Milchmädchen
Autor: G.R. Gemin
Genre: Jugendbuch
Seitenanzahl: 272
Verlag: Carlsen / Königskinder

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