Samstag, 14. Juli 2018

Rezension zu "Ein kleines Wunder würde reichen" von Penny Joelson

Zum Buch

Die Hoffnung auf ein Wunder

Die vierzehnjährige Jemma ist ein aufmerksames Mädchen, dem nichts entgeht. Sie ist wissbegierig und hätte so viel zu erzählen - doch sie kann sich anderen Menschen nicht mitteilen. Denn Jemma ist vollständig gelähmt und kann sich weder bewegen, noch sprechen. Doch die Leute erzählen ihr oft Dinge, manchmal auch Geheimnisse – denn die kann ja nichts weitersagen. Schließlich wird sie mit einem furchtbaren Geheimnis konfrontiert: In ihrer Nachbarschaft ist vor kurzem ein Mord passiert und Jemma weiß, wer der Täter ist. Doch sie ist völlig hilflos und wünscht sich nicht sehnlicher, als sich anderen mitteilen zu können. Sie weiß, dass ihr nur ein kleines Wunder helfen kann und ist fest entschlossen, alles dafür zu tun…



„Ich kann mich nicht bewegen und ich kann nicht sprechen. So ist es schon mein Leben lang. Ich kann allerdings sehen, und ich höre gut – was die Leute manchmal vergessen; ihnen ist nicht klar, dass mein Gehirn ganz normal funktioniert. Manche reden über mich, als sei ich gar nicht da. Das hasse ich.“ – Seite 13


Ich bin auf dieses besondere Buch durch das wunderschöne Cover aufmerksam geworden – als ich dann noch den Klappentext gelesen habe, stand fest, dass ich diese Geschichte unbedingt lesen muss. Und es hat sich gelohnt: Hauptfigur ist das vierzehnjährige Mädchen Jemma, die schon fast ihr ganzes Leben bei liebevollen Pflegeeltern lebt. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, sich den Menschen mitzuteilen – denn Jemma ist vollständig gelähmt. Doch ihr entgeht nichts – und so erfährt sie schließlich ein furchtbares Geheimnis…
Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Jemma geschrieben, was unheimlich gut gelungen ist. So bekommt der Leser einen sehr guten Einblick in ihr Leben – von ihren Sorgen und Nöten und natürlich von ihrem gesundheitlichen Zustand. Jemma und auch ihre Pflegeeltern wachsen dem Leser schnell ans Herz. Die Handlung ist packend geschrieben – neben starken Nebenfiguren gibt es auch das ein oder andere Krimi-Element. In der zweiten Hälfte wird es auch etwas dramatisch…
Doch daneben spielt auch ein ganz bestimmtes Thema eine Rolle, auf das die Autorin in einem kurzen, aber wichtigen Nachwort nochmal eingeht: Die Möglichkeit, dass sich stark behinderte Menschen mitteilen können und wie wichtig die Forschungen in dem Bereich der unterstützen Kommunikation sind.  


„Wenn Mum doch nur in meinen Kopf schauen und erkennen könnte, wie sich die Gedanken darin drehen. Ich weiß, dass ich nach außen hin genauso aussehe wie immer. Man merkt nichts. Niemand weiß Bescheid.“ – Seite 29


Mein Fazit: Ein wundervoller Roman mit einer starken Hauptfigur, die dem Leser sofort ans Herz wächst. Die Handlung ist einerseits sehr berührend und andererseits sehr packend, da es um ein dunkles Geheimnis geht, das nur Jemma kennt. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut verständlich – ich bin sehr begeistert von diesem Buch, das mich wirklich berührt hat. Sehr lesenswert!

Meine Bewertung: 





Titel: Ein kleines Wunder würde reichen

Autorin: Penny Joelson
Genre: Jugendbuch /-drama / All Age
Seitenanzahl: 320
Verlag: Fischer FJB

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