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Gefährliche Macht
Im Jahr 1936: Der siebenjährige Pierrot wächst bei seiner
Mutter in Paris auf. Seinen Vater, der die Schrecken des Ersten Weltkriegs nie
überwunden hat, hat er schon vor Jahren verloren. Als schließlich auch seine
Mutter stirbt, nimmt ihn seine Tante Beatrix bei sich auf. Diese arbeitet als Hausdame in einem deutschen Haushalt und für Pierrot
ist das große Haus auf dem Berg von nun an sein neues Zuhause. Doch alle
merken, dass es keine gewöhnliche Zeit ist – denn der Zweite Weltkrieg steht
kurz bevor. Auch das Haus ist kein gewöhnliches – denn es ist Hitlers
Sommerresidenz.
Schon einige Zeit nach seiner Ankunft lernt Pierrot den
Führer kennen und gerät mit erschreckender Geschwindigkeit unter dessen
Einfluss. In den folgenden Jahren ist er erpicht darauf, ihm seine Treue zu
beweisen und ist bereit, alles dafür zu tun – auch Verrat…
Nachdem ich vor zwei Jahren Der Junge im gestreiften
Pyjama gelesen habe und dieses Buch mir immer noch im Gedächtnis geblieben
ist, war ich neugierig auf Der Junge auf dem Berg. Hier steht ebenfalls ein
Kind im Mittelpunkt, aus dessen Sicht die Geschichte auch erzählt wird. Den
anfangs siebenjährigen Pierrot, dessen Mutter Französin und der Vater Deutscher
war, schließt man sofort ins Herz – er ist ein herzlicher und hilfsbereiter
Junge. Doch als er nach dem Tod seiner Eltern zu seiner Tante Beatrix, die
Hausdame im Berghof ist, und er somit im Haushalt von Hitler lebt, macht er
eine Veränderung durch. Diese ist sehr erschreckend zu verfolgen – als Leser
fragt man sich, wo der Junge vom Anfang geblieben ist. Doch Pierrot gerät immer
mehr unter Hitlers Bann.
Der Schreibstil ist flüssig und gibt die Geschehnisse klar
wieder – und diese werden von Seite zu Seite beklemmender – vor allem Pierrots Lebensverlauf,
den man über mehrere Jahre verfolgen kann, ist mehr als Überraschend. Wie schon
im Roman Der Junge im gestreiften Pyjama bekommt man einen Einblick in die
damalige, tiefdunkle Zeit. Hier gibt es sogar kurz eine Verbindung zu dem
Roman. Dieses Buch ist sehr gut geschrieben und regt zum Nachdenken an.
„Er sagt, er bringt Licht in die Köpfe der Deutschen – dabei ist er die Finsternis im Herzen der Welt.“ – Seite 203
Mein Fazit: Ein gelungener und gleichzeitig erschreckender
Roman, der zum Nachdenken anregt. John Boyne beschreibt hier die Wandlung eines
Kindes, wie man sie sich nicht vorstellen mag. Es gibt einen beklemmenden
Einblick in die damalige, schreckliche Zeit und die Handlung überrascht in
seinem Verlauf. Ein berührendes Buch, das man nicht so schnell vergisst und
sehr lesenswert ist.
Meine Bewertung:
Titel: Der Junge auf dem Berg
Autor: John Boyne
Genre: Jugendroman / Drama
Seitenanzahl: 304
Verlag: Fischer KJB
Erstveröffentlichung: 2017

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