Mittwoch, 1. August 2018

Rezension zu "Dunkelgrün fast schwarz" von Mareike Fallwickl

Zum Buch

Die Schatten der Vergangenheit

Im Jahr 1986: Moritz ist drei Jahre alt, als seine Mutter Marie mit ihm und seiner kleinen Schwester Sophie hoch in das einsame Bergdorf zieht. Schon kurz darauf lernt Moritz den gleichaltrigen Raffael kennen und fortan sind die beiden Jungen unzertrennlich. Raffael führt und Moritz ist immer hinter ihm. Eigentlich sollte Marie sich über die Freundschaft der Jungen freuen, doch sie spürt schnell, dass etwas nicht in Ordnung ist – sie erkennt schon früh das Zerstörerische, das hinter Raffaels blauen Augen lauert. Jahre später kommt das Mädchen Johanna an die Schule und weitet das enge Band zwischen Raffael und Moritz – und dieses fatale Dreieck entwickelt scharfe Kanten, das Wunden hinterlässt…
Nach sechzehn Jahren Funkstille steht Raffael plötzlich vor Moritz' Haustür und lange Verschwiegenes gerät an die Oberfläche…


„Die Wohnzimmertür ist angelehnt, er drückt sie vorsichtig auf, steckt den Kopf hinein. Und jetzt, ohne das Licht, kann er deutlich sehen, was er vorhin schon vermutet hat. Das Grün ist dunkler geworden, viel dunkler, tief und massiv, fast schwarz. Es füllt den Raum, bis an die Decke strahlt es.“ – Seite 31, eBook


Für dieses Buch habe ich mich schon lange interessiert - nun habe ich es gelesen und muss sagen: Es ist beeindruckend. Mareike Fallwickl ist hier ein Debüt gelungen, das dem Leser einiges abverlangt. Von der ersten Seite an fesselnd, direkt und oft erschütternd. Oftmals sind es nur vermeintlich kleine Dinge, die sich aber nach und nach zu etwas Großem und Dunklem entwickeln.
Nach und nach kommen alle dunklen Geheimnisse ans Licht, die einzelnen Puzzleteile fügen sich zusammen  – vieles ist erschreckend und etwas überraschend. Gerade der intensiv-direkte Schreibstil in Kombination mit den ständig wechselnden Perspektiven und den Sprüngen zwischen Vergangenheit und Gegenwart macht es so spannend. Man fragt sich die ganze Zeit: Was ist vor sechzehn Jahren wirklich passiert? Es wird sehr direkt – an einigen wenigen Stellen fand ich es etwas zu überzogen, besonders manche Passagen über Johanna waren etwas wirr.
Jedoch ist die Darstellung der einzelnen Charaktere ansonsten sehr gelungen – jede Figur ist anders, jeder hat mit eigenen Problemen zu kämpfen, mit Geheimnissen und Ängsten  – und dieses bekommt man hautnah mit. Daher ist dieses Buch vorallem psychologisch sehr spannend.


„Allein stehe ich in Sabrinas Küche, draußen dämmert es. Ich denke an den Winterabend vor dreizehn Jahren, als ich solche Angst hatte vor der Dunkelheit und nicht wusste, dass es Dinge gab, vor denen ich mich viel mehr hätte fürchten müssen.“ (Marie) – Seite 301, eBook


Mein Fazit: Ein Roman mit Sogwirkung – atmosphärisch dicht, erschütternd und überraschend. Ein wirklich gelungenes Debüt, das sich so spannend wie ein Thriller liest. Vorallem auf psychologischer Ebene sehr packend – der intensiv-direkte Schreibstil hat sehr großen Anteil daran. Sehr lesenswert!


Meine Bewertung: 



Titel: Dunkelgrün fast schwarz
Autorin: Mareike Fallwickl
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 480
Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
Erstveröffentlichung: 05. März 2018


3 Kommentare:

  1. Hallo Nicole, ich stelle dieses Buch mal ein wenig hintenan, die Hitze erschüttert mein Gemüt, aber Deine spannende Rezi ermuntert mich es zu lesen.... vielleicht wenn es kühler wird.
    Lass es Dir gut gehen und komm gut ins Wochenende,,,
    Angela

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    1. Hallo Angela,

      stimmt, die Hitze ist wirklich unerträglich - doch zum Glück ist ja ein wenig Abkühlung (Ende der Woche) in Sicht.
      Das Buch ist wirklich packend - wenn du es lesen solltest, bin ich sehr auf deine Meinung gespannt! :)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Liebe Nicole,
    das klingt nach einem Buch für mich!
    Viele Grüße, Heike

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