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Die Schatten der Vergangenheit
Im Jahr 1986: Moritz ist drei Jahre alt, als seine Mutter
Marie mit ihm und seiner kleinen Schwester Sophie hoch in das einsame Bergdorf
zieht. Schon kurz darauf lernt Moritz den gleichaltrigen Raffael kennen und fortan
sind die beiden Jungen unzertrennlich. Raffael führt und Moritz ist immer
hinter ihm. Eigentlich sollte Marie sich über die Freundschaft der Jungen
freuen, doch sie spürt schnell, dass etwas nicht in Ordnung ist – sie erkennt
schon früh das Zerstörerische, das hinter Raffaels blauen Augen lauert. Jahre
später kommt das Mädchen Johanna an die Schule und weitet das enge Band
zwischen Raffael und Moritz – und dieses fatale Dreieck entwickelt scharfe
Kanten, das Wunden hinterlässt…
Nach sechzehn Jahren Funkstille steht Raffael plötzlich vor
Moritz' Haustür und lange Verschwiegenes gerät an die Oberfläche…
„Die Wohnzimmertür ist angelehnt, er drückt sie vorsichtig auf, steckt den Kopf hinein. Und jetzt, ohne das Licht, kann er deutlich sehen, was er vorhin schon vermutet hat. Das Grün ist dunkler geworden, viel dunkler, tief und massiv, fast schwarz. Es füllt den Raum, bis an die Decke strahlt es.“ – Seite 31, eBook
Für dieses Buch habe ich mich schon lange interessiert - nun
habe ich es gelesen und muss sagen: Es ist beeindruckend. Mareike Fallwickl ist
hier ein Debüt gelungen, das dem Leser einiges abverlangt. Von der ersten Seite
an fesselnd, direkt und oft erschütternd. Oftmals sind es nur vermeintlich
kleine Dinge, die sich aber nach und nach zu etwas Großem und Dunklem
entwickeln.
Nach und nach kommen alle dunklen Geheimnisse ans Licht, die
einzelnen Puzzleteile fügen sich zusammen – vieles ist erschreckend und etwas überraschend.
Gerade der intensiv-direkte Schreibstil in Kombination mit den ständig
wechselnden Perspektiven und den Sprüngen zwischen Vergangenheit und Gegenwart
macht es so spannend. Man fragt sich die ganze Zeit: Was ist vor sechzehn
Jahren wirklich passiert? Es wird sehr direkt – an einigen wenigen Stellen fand
ich es etwas zu überzogen, besonders manche Passagen über Johanna waren etwas wirr.
Jedoch ist die Darstellung der einzelnen Charaktere
ansonsten sehr gelungen – jede Figur ist anders, jeder hat mit eigenen
Problemen zu kämpfen, mit Geheimnissen und Ängsten – und dieses bekommt man hautnah mit. Daher
ist dieses Buch vorallem psychologisch sehr spannend.
„Allein stehe ich in Sabrinas Küche, draußen dämmert es. Ich denke an den Winterabend vor dreizehn Jahren, als ich solche Angst hatte vor der Dunkelheit und nicht wusste, dass es Dinge gab, vor denen ich mich viel mehr hätte fürchten müssen.“ (Marie) – Seite 301, eBook
Mein Fazit: Ein Roman mit Sogwirkung – atmosphärisch dicht,
erschütternd und überraschend. Ein wirklich gelungenes Debüt, das sich so
spannend wie ein Thriller liest. Vorallem auf psychologischer Ebene sehr
packend – der intensiv-direkte Schreibstil hat sehr großen Anteil daran. Sehr lesenswert!
Titel: Dunkelgrün fast schwarz
Autorin: Mareike Fallwickl
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 480
Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
Erstveröffentlichung: 05. März 2018

Hallo Nicole, ich stelle dieses Buch mal ein wenig hintenan, die Hitze erschüttert mein Gemüt, aber Deine spannende Rezi ermuntert mich es zu lesen.... vielleicht wenn es kühler wird.
AntwortenLöschenLass es Dir gut gehen und komm gut ins Wochenende,,,
Angela
Hallo Angela,
Löschenstimmt, die Hitze ist wirklich unerträglich - doch zum Glück ist ja ein wenig Abkühlung (Ende der Woche) in Sicht.
Das Buch ist wirklich packend - wenn du es lesen solltest, bin ich sehr auf deine Meinung gespannt! :)
Liebe Grüße
Nicole
Liebe Nicole,
AntwortenLöschendas klingt nach einem Buch für mich!
Viele Grüße, Heike