Donnerstag, 9. August 2018

Rezension zu "Die Ermordung des Commendatore 1: Eine Idee erscheint" von Haruki Murakami

Zum Buch

Die Ermordung des Commendatore – Band 1

Nach der  überraschenden Trennung von seiner Frau nimmt sich der erfolgreiche Porträtmaler eine Auszeit und reist ziellos durch Japan. Nach einiger Zeit zieht er sich schließlich in ein abgelegenes Haus in den Bergen zurück, in dem bis vor kurzem noch ein berühmter Künstler lebte. Während der Maler sein Leben noch überdenkt, erhält er eines Tages ein lukratives Angebot: Er soll das Porträt eines reichen Mannes anfertigen. Nach kurzem Zögern sagt er zu. Fortan sitzt ihm der Mann namens Wataru Menshiki Modell – doch was der ehemals professionelle Porträtmaler damals so gut beherrschte, will ihm hier einfach nicht gelingen. Er kann das, was Menshiki ausmacht, einfach nicht erfassen. Ist es nur eine Krise oder steckt weit mehr hinter dem geheimnisvollen Mann?
Kurz vor seinem neuen Auftrag entdeckt er auf dem Dachboden des Hauses ein Gemälde, das meisterhaft gemalt wurde. Warum wurde es versteckt? Nach und nach merkt der Maler, dass sich seit dem Auffinden des Gemäldes einige seltsame Dinge um ihn herum geschehen. Der einzige Mensch, mit dem er darüber reden kann, ist Menshiki – dem Mann dem von jeher etwas Geheimnisvolles umgibt…


„Als ich das Bild mit dem Titel ‚Die Ermordung des Commendatore‘ von Tomohiko Amada entdeckte, waren bereits mehrere Monate vergangen. Und damals konnte ich es noch nicht wissen, aber dieses eine Bild sollte mein Leben verändern.“ – Seite 67


Die Ermordung des Commendatore ist die Geschichte eines namelosen Malers, die im deutschen in zwei Bänden erschienen ist. (Band 1: Eine Idee erscheint, Band 2: Eine Metapher wandelt sich). Wie schon oben im Zitat erwähnt, ist der Buchtitel gleichzeitig der Titel eines Bildes, das die Hauptfigur versteckt auf dem Dachboden findet. Sehr gelungen finde ich hier die bildgewaltige und detailreiche Beschreibung der Szene, die auf dem Bild zu sehen ist. Was es mit diesem geheimnisvollen Gemälde auf sich hat und welche Rolle es spielt ist geheimnisvoll und etwas mysteriös.
Hauptfigur ist hier ein Maler, der seine Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt und während der gesamten Handlung namenlos bleibt. Aber auch Wataru Menshiki lernt der Leser gut kennen – ein Charakter, der sehr schwer einzuschätzen ist. Aber gerade das macht das Buch so lesenswert.
Was hier auch ausführlich behandelt wird, ist die Kunst und Malerei – die Techniken, die der Erzähler bei seinen Porträts anwendet, aber auch Einblicke in verschiedene Stile der Malerei werden hier beschrieben.
Was ich wiederum uninteressant fand, sind die Frauengeschichten des Erzählers – diese Abschnitte sind etwas langatmig. Ansonsten haben mir aber vor allem die mysteriösen  Geschehnisse sehr gefallen. Was es mit dem Untertitel „Eine Idee erscheint“ auf sich hat, erfährt man im Laufe der Handlung und ist perfekt gewählt.


„Ich nickte und war erleichtert, nicht verrückt zu sein. Gleichzeitig verwandelte sich das Irreale, das sich mir als Möglichkeit dargeboten hatte, durch Menshikis Zeugnis in etwas Reales, das mich zwang, anzuerkennen, dass an den Nähten der Welt ein feiner Riss entstanden sein musste.“ – Seite 216


Mein Fazit: Ein Roman mit einem interessanten und mysteriösen Verlauf, der neugierig auf die Fortsetzung macht. Murakamis Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er ist detailreich und klar – besonders die mysteriösen Geschehnisse haben mir gefallen. Alles in allem eine außergewöhnliche Geschichte mit einer speziellen Note – ich bin gespannt auf Band 2!

Meine Bewertung: 




Titel: Die Ermordung des Commendatore 1 - Eine Idee erscheint
Autor: Haruki Murakami
Genre: Roman/Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 480
Verlag: DuMont

Die Bücher Die Ermordung des Commendatore:
Band 1 - Eine Idee erscheint
Band 2 - Eine Metapher wandelt sich

2 Kommentare:

  1. Liebe Nicole,

    ich kenne "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" und dort hat mir Murakamis Schreibstil auch sehr gut gefallen, daher könnte dieses Buch gut etwas für mich sein.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Barbara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Barbara,

      das Buch liegt bei mir noch auf dem SuB, genauso wie die 1Q84-Bücher. Ich bin schon sehr gespannt auf die Romane.
      Falls du dieses lesen solltest, bin ich sehr auf deine Meinung gespannt. :)

      Liebe Grüße
      Nicole

      Löschen