Samstag, 3. November 2018

Rezension zu "Guten Morgen, Genosse Elefant" von Christopher Wilson

Zum Buch

Die außergewöhnliche Geschichte eines besonderen Jungen…

Anfang der 1950er Jahre: Der zwölfjährige Juri Zipit lebt zusammen mit seinem Vater in einer Personalwohnung des Hauptstadtzoos. Dort arbeitet Roman Zipit, Juris Vater, als Professor der Veterinärmedizin. Juri ist ein aufgeweckter Junge mit einem freundlichen Gesicht, doch es geht ihm nicht immer so gut, wie es scheint. Denn mit sechs Jahren hatte er einen schweren Unfall, der Spuren im Gehirn hinterlassen hat. Doch Juri ist ein außergewöhnlicher Junge, der sich tapfer durchs Leben schlägt. Und so kommt es, das einige Wochen in Stalins Datscha verbringt und dort dessen Vertrauter und Vorkoster erster Klasse wird. Dort wird er Zeuge von dubiosen Ereignissen und düsteren Geschehnissen…




Dieses Buch fällt im ersten Moment durch seinen außergewöhnlichen Titel auf: Guten Morgen, Genosse Elefant hält auch eine besondere Geschichte bereit: Hauptfigur ist der zwölfjährige Juri, der hier seine Geschichte erzählt, die unglaublicher nicht sein kann. Durch einen Zufall wird er für einige Wochen der Vorkoster von Stalin und verbringt fortan viel Zeit in dessen Datscha. Dort wird er –manchmal unfreiwillig- Zeuge von Entscheidungen, die er nicht wissen sollte. Dieses bringt ihn schließlich in Gefahr. Die Geschichte hat viele Facetten: Sie ist zugleich traurig, komisch,  herzzerreißend, interessant und manchmal auch erschreckend. Juri, dessen Gehirn vor einigen Jahren bei einem Unfall geschädigt wurde, kann den Geschehnissen nicht immer sofort folgen und bildet sich manchmal seine ganz eigene Meinung zu bestimmten Vorgängen. Dennoch ist er ein schlauer Junge, was er immer wieder unter Beweis stellt. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Juri geschrieben, daher bekommt man einen sehr detaillierten Einblick in seine Gedanken.
Auch wenn sich das Buch flüssig lesen lässt, ist der Inhalt manchmal schon erschreckend – es ist kein Wohlfühlbuch, manchmal habe ich mich mit bestimmten Abschnitten etwas schwer getan. Doch die Hauptfigur wächst einem mit seiner sympathischen Art sofort ans Herz.
Jedoch hat mir eine entscheidende Sache gefehlt: Denn auch wenn Juri hier über seine Erlebnisse in der politischen Welt berichtet, geht der Junge selbst etwas unter. Gerne hätte ich noch mehr über sein Leben davor und danach erfahren.
Das Cover ist sehr gut gewählt – es enthält alle Details, die auch im Laufe der Handlung zu finden sind.


„Dinge stecken verborgen in anderen Dingen wie Puppen in Puppen. Es geht um Mord, Medizin und Theater, ums Kochen und Jonglieren, um Ränkespiel und Rollenspiel, um Elefanten und das Schicksal, all dies in einem Krimi, einer Gangsterstory, umwickelt mit mehreren Lagen Lügen, in eine Pappschachtel gestopft und weggesperrt in den Schrank unter der Treppe.“ (Juri) – Seite 21


Mein Fazit: Ein außergewöhnliches Buch über einen sympathischen Jungen, der einiges erlebt hat. Die Handlung hat viele Facetten: Manchmal sehr erschreckend und traurig, dann wieder berührend und herzzerreißend. Die Geschichte von Juri lässt sich zwar spannend und interessant verfolgen, ist jedoch nicht immer einfach. Ich muss zugeben, dass ich mich mit manchen Abschnitten etwas schwer getan habe und auch gerne mehr über die Hauptfigur erfahren hätte. Daher vergebe ich 3,5 Sterne.  Dennoch ist Guten Morgen, Genosse Elefant ein lesenswertes Buch. 


Meine Bewertung: 





Titel: Guten Morgen, Genosse Elefant

Autor: Christopher Wilson
Genre: Roman
Seitenanzahl: 272
Verlag: Kiepenheuer & Witsch



Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar! :)

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