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Eine Entscheidung fürs Leben
Im Jahr 1968: Der junge Alexander Karpenko und seine Mutter
Elena sind auf der Flucht vor dem KGB und müssen im Hafen von Leningrad eine
Entscheidung treffen, die ihr weiteres Leben bestimmen wird: Auf welches Schiff
wollen sie als blinde Passagiere mitreisen – das Frachtschiff, das nach
Großbritannien zurückfährt, oder das, was nach Amerika ausläuft? Mit einer
Münze besiegelt Alexander das weitere Leben von sich und seiner Mutter.
Welches war der richtige Weg? Über viele Jahre hinweg und
auf zwei Kontinenten wird es dramatisch, herzlich und spannend. Alexander und
Elena machen viele Erfahrungen und erleben einiges…
„Warum lassen wir nicht das Schicksal entscheiden?“, erwiderte Alexander und nahm eine Fünf-Kopeken-Münze aus der Tasche. Er balancierte sie einen Augenblick lang auf seinem Daumen. „Kopf Amerika, Zahl England“, sagte er und schnippte sie hoch in die Luft. Die Münze hüpfte über den Asphalt, bevor sie schließlich direkt vor seinen Füßen liegen blieb. Alexander beugte sich nach vorn und betrachtete die Prägung. Dann nahm er den Koffer seiner Mutter und seine Brotdose und stellte sie auf den Boden der gewählten Kiste.“ – Seite 38, eBook
… und mit dieser Entscheidung beginnen die Geschichten – es
sind zwei Geschichten nach dem „Was wäre wenn“-Prinzip. Denn Jeffrey Archer
erzählt in einem regelmäßigen Wechsel, wie es Alexander und Elena ergeht, als
sie sich für das Schiff nach Amerika entscheiden und auch, wie es verlaufen
ist, wenn sie in die Kiste steigen, in der sie nach England reisen. Dieses ist
spannend zu verfolgen. Damit man nicht durcheinander kommt, wird Alexander in
Amerika-Geschichte „Alex“ genannt und in der Story in England „Sascha“. Auch
sind die einzelnen Kapitel immer mit den jeweiligen Orten und den beiden
Vornamen beschriftet, somit behält man sehr gut den Überblick. Beide
Geschichten entwickeln sich von Anfang an spannend – deutliche Unterschiede
sind schon auf der Schiffsreise zu merken. Auf beiden Kontinenten erfahren
Mutter und Sohn Freud und Leid, Glück und Unglück, aber immer finden sie einen
cleveren Weg. Die Lebenswege der beiden, die immer aus Alexanders Sicht
geschrieben sind, sind spannend zu verfolgen – in deiner Zeitspanne von über
dreißig Jahren erfährt der Leser nach und nach, ob eine Entscheidung damals
vielleicht die Bessere war. Tatsächlich gibt es sogar einen Moment, wo sich
beide Geschichten kreuzen.
Die Handlung schreitet schnell, aber dennoch detailreich und
präzise voran – es gibt so gut wie keine Längen, denn Jeffrey Archer kommt
sofort zum Punkt. Genau diese Schreibweise hat mir in der Clifton-Saga schon
sehr gut gefallen – man ist sofort gefesselt. Was mir persönlich auch besonders
gut gefallen hat: Man findet kleine Hinweise auf die Clifton-Saga – wer diese
gelesen hat, dem wird es sofort auffallen.
„Wir sollten nie vergessen“, sagte die Gräfin, „dass es Erfolgsleiter heißt, und eine Leiter muss man hinaufklettern. Hinab geht es dann mit dem Lift.“„Dann werden wir eben wieder klettern müssen“, sagte Elena. – Seite 374, eBook
Mein Fazit: Ein packender Familienroman, der zwei
Lebensgeschichten erzählt. Ob Amerika oder England – beide Wege sind spannend
und interessant zu verfolgen. Der Schreibstil ist wie schon in der Clifton-Saga
schnörkellos und direkt, aber gleichzeitig auch detailreich. Es gibt in beiden
Geschichten interessante Wendungen und Überraschungen – auf über 700 Seiten hat
Jeffrey Archer ein beeindruckendes Werk erschaffen. Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Traum des Lebens
Autor: Jeffrey Archer
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 704
Verlag: Heyne
Weitere Rezensionen:
Monis Zeitreise
Vielen Dank an das Bloggerportal
und Heyne für das Rezensionsexemplar!

Huhu Nicole,
AntwortenLöschenich habe das Buch jetzt auch beendet und meine Rezension geht Samstag online. Ich habe dich verlinkt.
Ich war nicht ganz so begeistert wie du, da mich doch vieles zu sehr an andere Bücher des Autors erinnert hat. Den Kniff die verschiedenen Verläufe der Entscheidung zu erzählen, finde ich grundsätzlich gelungen, aber es hätte durchaus noch abwechslungsreicher sein können.
LG, Moni
Hi Moni,
Löschenvielen lieben Dank, da schaue ich am Samstag mal bei dir vorbei und verlinke deine Rezension dann auch sehr gern. :)
Der Schreibstil erinnert schon sehr an die Clifton-Saga, doch ich fand das gut. Außer der Saga und "Traum des Lebens" habe ich von Jeffrey Archer bisher noch nichts weiter gelesen, doch das habe ich noch vor.
Liebe Grüße
Nicole