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Veränderungen und Erinnerungen
Nach dem Tod ihres Bruders Kristopher ist für Luise nichts
mehr so wie es mal war. Sie macht einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von
ihren Haaren – übrig bleiben nur drei Millimeter und eine tiefe Traurigkeit.
Sie zieht sich zurück und lässt niemanden an sich heran – bis sie Jacob
begegnet. Er ist sofort fasziniert von ihr, aber Luise bleibt etwas auf Distanz.
Doch ihr Leben ändert sich an ihrem sechzehnten Geburtstag: Denn an diesem Tag
bekommt sie eine E-Mail von ihrem toten Bruder – die Erste von vielen. Zusammen
mit den Nachrichten aus der Zwischenwelt und Jacob an ihrer Seite gelingt es
ihr, wieder langsam am Leben teilzuhaben. Diese Zeit ist aufwühlend und
traurig, aber gleichzeitig auch mit vielen tollen Momenten gespickt…
„Mein Bruder war die finsterste Nacht und das hellste Licht. Ein Vakuum und drei Tage später wieder euphorisch und voller Tatendrang. Früher dachte ich, alle Menschen wären so. Aber nur er war so. So laut und so leise.“ (Luise) – Seite 32
Von Anne Freytag hat mir Mein bester letzter Sommer
unheimlich gut gefallen. Dementsprechend neugierig war ich auch auf ihr
neuestes Buch. Nicht weg und nicht da ist genau so intensiv und berührend
geschrieben wie ihr Debüt. Hauptfigur ist die fast sechzehnjährige Luise, die
den schrecklichen Tod ihres Bruders Kristopher verarbeiten muss. Sie rasiert
sich ihre Haare ab und baut um sich herum eine Mauer – zu tief sitzt der
Schmerz. Dann tritt Jacob in ihr Leben – und auch Kristopher kehrt zurück: Er
hat ihr E-Mails geschrieben.
Das Buch ist aus zwei Ich-Perspektiven geschrieben –
abwechselnd aus Luises und Jacobs Sicht – das ist sehr gelungen, denn so
erfährt man immer, wie es in dem Leben und Gedanken der beiden aussieht. Denn
nicht nur Luise hat etwas Schlimmes erlebt – auch Jacob hat seine eigene
Geschichte, die man nach und nach erfährt.
Das Buch ist sehr emotional. Mal unheimlich traurig, dann
wieder unheimlich schön – aber in keinster Weise kitschig. Die Charaktere sind
unheimlich gut ausgearbeitet und genau das macht die Geschichte so besonders.
„Wenn ich eins gelernt habe, dann, dass Zeit nicht wiederkommt. Dass eine Minute nach der anderen unerbittlich aus unserem Leben stirbt und dass wir jeden Moment aufs Neue entscheiden müssen, ob wir sie verschwenden oder nutzen. Das Jetzt sollte gut sein. Denn uns bleibt nur das Jetzt.“ (Luise) – Seite 187
Mein Fazit: Nicht weg und nicht da ist ein wundervolles
Buch mit vielen Facetten: Mal unheimlich traurig, mal unheimlich schön – immer
berührend und ohne kitschig zu sein. Der Schreibstil ist toll, es lässt sich
sehr gut lesen -man möchte das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen.
Sehr gelungen und daher eine Leseempfehlung von mir!
Meine Bewertung:
Titel: Nicht weg und nicht da
Autorin: Anne Freytag
Genre: Jugendbuch / All Age
Seitenanzahl: 480
Verlag Heyne fliegt
Erstveröffentlichung: 19. März 2018

Hallo Nicole,
AntwortenLöschenich habe bislang leider noch nichts von Anne Freytag gelesen, aber deine Rezension macht mich neugierig. Eine Freundin von mir ist auch bereits von dem Buch begeistert und auch "Den Mund voll ungesagter Worte" soll sehr gut sein. Ich bin gespannt, wie ich es finden werde :)
Deinen Blog habe ich gerade entdeckt und ich bleibe gerne als fleißige Leserin hier!
LG Emily von Mein Schreibtagebuch
Liebe Nicole,
AntwortenLöschendas Buch ist definitiv eins meiner Jahreslights!
Liebe Grüße, Heike