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Der Kampf gegen das Böse
Im Jahr 1629: Mitten im dreißigjährigen Krieg, der aktuell
Europa erschüttert und besonders schlimm in Deutschland wütet, reist die junge Abenteurerin
Aenlin Kane von London in die neutrale Stadt Hamburg. Zusammen mit ihrer
Freundin Tahmina, einer persischen Mystikerin, hofft sie, das Erbe ihres
berühmten Vaters Salomon Kane zu finden. Doch das gestaltet sich schwieriger
als gedacht. Daher nimmt Aenlin einen folgenschweren Auftrag der West-Indischen
Compagnie an: Gemeinsam mit einer zusammengewürfelten Söldnertruppe soll sie
nach Bamberg reisen, dort fünf Personen abholen und sie sicher in die
Hansestadt bringen. Noch ahnt die Gruppe nicht, dass Bamberg die Stadt der
grausamsten Hexenprozesse ist. Zudem scheint ihr Anführer Nicolas ein düsteres
Geheimnis zu verbergen. Schon bald gerät alles aus den Fugen und plötzlich geht
es für die Gruppe nicht länger nur um den Auftrag, sondern ums nackte
Überleben. Aenlin und Tahmina stehen plötzlich einer dämonischen Macht
gegenüber, die sich die Wirren des Krieges zum Vorteil machen will…
„Die dunklen Lande“, wiederholde Nicolas leise. Der Begriff ließ ihn nicht mehr los. Sie hatten bereits Dämonen im Kampf gesehen, Schemen auf einem Feuerpferd oder Gestalten mit Fledermausschwingen, die in Getümmel und Pulverdampf erschienen waren und darauf vertrauten, dass man sie dort nicht bemerkte. – Seite 50
Mit Die dunklen Lande hat Markus Heitz wieder einen Roman geschaffen,
wie er düsterer nicht sein kann. Das besondere hier: Die Handlung spielt im 17.
Jahrhundert, mitten in der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Und genau diesen
machen sich finstere Mächte zunutze – es wird sehr düster, unheimlich und
überraschend. Hauptfigur ist die junge Frau Aenlin, die zusammen mit ihrer
Freundin Tahmina einen Auftrag annehmen muss, der sich zunächst harmlos anhört,
sich aber dann als lebensgefährlich entpuppt. Auch ihre Begleiter, die
ebenfalls für diesen Auftrag angeheuert wurden, scheinen einige Geheimnisse zu
haben – jeder auf seine eigene Weise. Doch nach und nach kommt Licht ins
Dunkel…
„Er deutete auf die Namen, die mit Kreide auf die Zellentüren geschrieben standen. An manchen Stellen schimmerten jene der vorherigen Insassen durch, mischten sich übereinander, schattenhaft und geisterhaft, und verkündeten nichts anderes als den Tod.“ – Seite 211
Die Handlung nimmt ab einem gewissen Punkt eine so
überraschende Wendung, dass man einfach nur gefesselt weiterlesen muss. Der
Schreibstil ist wieder sehr angenehm zu lesen, natürlich fehlen auch düstere
Kreaturen und gut platzierte, phantastische Horrorelemente nicht – kurz gesagt:
Es wird dunkel-düster-packend-grausam. Auch was es mit den Gerüchten um die
dunklen Lande auf sich hat, wird gelüftet. Die Charaktere sind sehr gut
ausgearbeitet – Aenlin ist sehr sympathisch und hätte gerne noch mehr in den
Vordergrund rücken können. Nur der Weg des Söldners Statius wurde mir zeitweise
etwas zu skurril. Bis auf diese Kleinigkeit hat mich das Buch aber wieder
gepackt und mit seinem Verlauf mehr als überrascht.
Was mir hier auch sehr gut gefallen hat: Ungefähr in der
Mitte des Buches findet sich ein kleines Detail aus Des Teufels Gebetbuch
wieder, das gekonnt eingebaut wurde.
Gelungen ist auch die Buchgestaltung: In der Klappenbroschur
findet sich vorne eine Karte zum aufklappen, die das Heilige Römische Reich im
Jahr 1629 zeigt. So kann man den Weg der Gefährten sehr gut verfolgen. Zudem
gibt es im Buch selbst zwei skizzenhafte, schwarz-weiß Abbildungen, die man
nach zwei Seiten aufklappen kann.
Mein Fazit: Ein gelungener Dark-Fantasy-Roman mit
überaschendem Verlauf und besonderem Setting. Im 17. Jahrhundert angesiedelt, schafft
Markus Heitz in der ohnehin schon dunklen Zeit eine noch Dunklere - mit
unheimlichen Geschehnissen und mächtigen Dämonen. Von Anfang an sehr
geheimnisvoll und fesselnd. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, die Handlung
verläuft überraschend und anders als gedacht. Oft sehr gruselig und düster mit
viel Fantasy. Mir hat es sehr gut gefallen und kann das Buch allen Dark-Fantasy-Fans
empfehlen!
Meine Bewertung:
Titel: Die dunklen LandeAutor: Markus Heitz
Genre: Dark-Fantasy
Seitenanzahl: 560
Verlag: Knaur
Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar!

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