Mittwoch, 6. März 2019

Rezension zu "Die dunklen Lande" von Markus Heitz

Zum Buch

Der Kampf gegen das Böse

Im Jahr 1629: Mitten im dreißigjährigen Krieg, der aktuell Europa erschüttert und besonders schlimm in Deutschland wütet, reist die junge Abenteurerin Aenlin Kane von London in die neutrale Stadt Hamburg. Zusammen mit ihrer Freundin Tahmina, einer persischen Mystikerin, hofft sie, das Erbe ihres berühmten Vaters Salomon Kane zu finden. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Daher nimmt Aenlin einen folgenschweren Auftrag der West-Indischen Compagnie an: Gemeinsam mit einer zusammengewürfelten Söldnertruppe soll sie nach Bamberg reisen, dort fünf Personen abholen und sie sicher in die Hansestadt bringen. Noch ahnt die Gruppe nicht, dass Bamberg die Stadt der grausamsten Hexenprozesse ist. Zudem scheint ihr Anführer Nicolas ein düsteres Geheimnis zu verbergen. Schon bald gerät alles aus den Fugen und plötzlich geht es für die Gruppe nicht länger nur um den Auftrag, sondern ums nackte Überleben. Aenlin und Tahmina stehen plötzlich einer dämonischen Macht gegenüber, die sich die Wirren des Krieges zum Vorteil machen will…


„Die dunklen Lande“, wiederholde Nicolas leise. Der Begriff ließ ihn nicht mehr los. Sie hatten bereits Dämonen im Kampf gesehen, Schemen auf einem Feuerpferd oder Gestalten mit Fledermausschwingen, die in Getümmel und Pulverdampf erschienen waren und darauf vertrauten, dass man sie dort nicht bemerkte. – Seite 50


Mit Die dunklen Lande hat Markus Heitz wieder einen Roman geschaffen, wie er düsterer nicht sein kann. Das besondere hier: Die Handlung spielt im 17. Jahrhundert, mitten in der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Und genau diesen machen sich finstere Mächte zunutze – es wird sehr düster, unheimlich und überraschend. Hauptfigur ist die junge Frau Aenlin, die zusammen mit ihrer Freundin Tahmina einen Auftrag annehmen muss, der sich zunächst harmlos anhört, sich aber dann als lebensgefährlich entpuppt. Auch ihre Begleiter, die ebenfalls für diesen Auftrag angeheuert wurden, scheinen einige Geheimnisse zu haben – jeder auf seine eigene Weise. Doch nach und nach kommt Licht ins Dunkel…


„Er deutete auf die Namen, die mit Kreide auf die Zellentüren geschrieben standen. An manchen Stellen schimmerten jene der vorherigen Insassen durch, mischten sich übereinander, schattenhaft und geisterhaft, und verkündeten nichts anderes als den Tod.“ – Seite 211


Die Handlung nimmt ab einem gewissen Punkt eine so überraschende Wendung, dass man einfach nur gefesselt weiterlesen muss. Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm zu lesen, natürlich fehlen auch düstere Kreaturen und gut platzierte, phantastische Horrorelemente nicht – kurz gesagt: Es wird dunkel-düster-packend-grausam. Auch was es mit den Gerüchten um die dunklen Lande auf sich hat, wird gelüftet. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet – Aenlin ist sehr sympathisch und hätte gerne noch mehr in den Vordergrund rücken können. Nur der Weg des Söldners Statius wurde mir zeitweise etwas zu skurril. Bis auf diese Kleinigkeit hat mich das Buch aber wieder gepackt und mit seinem Verlauf mehr als überrascht.
Was mir hier auch sehr gut gefallen hat: Ungefähr in der Mitte des Buches findet sich ein kleines Detail aus Des Teufels Gebetbuch wieder, das gekonnt eingebaut wurde.

Gelungen ist auch die Buchgestaltung: In der Klappenbroschur findet sich vorne eine Karte zum aufklappen, die das Heilige Römische Reich im Jahr 1629 zeigt. So kann man den Weg der Gefährten sehr gut verfolgen. Zudem gibt es im Buch selbst zwei skizzenhafte, schwarz-weiß Abbildungen, die man nach zwei Seiten aufklappen kann.

Mein Fazit: Ein gelungener Dark-Fantasy-Roman mit überaschendem Verlauf und besonderem Setting. Im 17. Jahrhundert angesiedelt, schafft Markus Heitz in der ohnehin schon dunklen Zeit eine noch Dunklere - mit unheimlichen Geschehnissen und mächtigen Dämonen. Von Anfang an sehr geheimnisvoll und fesselnd. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, die Handlung verläuft überraschend und anders als gedacht. Oft sehr gruselig und düster mit viel Fantasy. Mir hat es sehr gut gefallen und kann das Buch allen Dark-Fantasy-Fans empfehlen!


Meine Bewertung: 







Titel: Die dunklen Lande
Autor: Markus Heitz
Genre: Dark-Fantasy
Seitenanzahl: 560
Verlag: Knaur
 



Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar! 

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