Sonntag, 10. März 2019

Rezension zu "1793" von Niklas Natt och Dag


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Winge und Cardell ermitteln - Band 1

Stockholm, im Jahr 1793: In einem schlammigen und völlig verdreckten See wird eine Leiche gefunden. Erst als sie an Land gezogen wird, wird ersichtlich, wie schlimm sie zugerichtet ist. Der Tote ist grausam und bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Auf der Suche nach der Wahrheit und dem Täter schließen sich zwei Ermittler zusammen, die unterschiedlicher nicht sein können: Der Jurist Cecil Winge, der von der Stockholmer Polizei oft bei besonderen Verbrechen hinzu gerufen wird, und Jean Michael Cardell, einem Kriegsveteran mit Holzarm, dem oft noch die Schatten der Vergangenheit einholen. Doch der Ruf der Gerechtigkeit vereint die beiden und sie finden schon bald ein schlimmes Detail über den Tod des Mannes heraus – doch das ist nur einer von vielen dunklen Abgründen, auf die Winge und Cardell stoßen…



„Am Ufer ist es wieder totenstill, und dort unten allein am Wasser spürt er, wie eine kalte Hand die Luft aus seiner Lunge presst und ihm der Atem stockt. Sein Herz schlägt immer schneller, Blut schießt durch die Adern an seinem Hals, und eine überwältigende Angst ergreift von ihm Besitz.“ – Seite 15, eBook


1793 ist ein historischer Thriller, der es wirklich in sich hat: Niklas Natt och Dag führt den Leser in seinem Debüt in die dunkelsten Abgründe und schildert ein Verbrechen, wie es grausamer nicht sein kann. Es geht um eine schrecklich entstellte Leiche die in einem verschmutzen Gewässer gefunden wird. Dieser spezielle Fall ruft die beiden Ermittler Cecil Winge und Jean Michael Cardell, genannt „Mickel“,  auf den Plan, die selbst auch mit eigenen Dämonen in ihrem Leben zu kämpfen haben. Doch sie geben nicht auf und stoßen schon bald auf etwas, das sie in die schlimmsten Abgründe führt…
Das besondere und herausstechende an diesem Thriller ist, dass in der Handlung alle Geschehnisse direkt, detailreich und unbeschönigt beschrieben werden, was oftmals nicht ohne ist. Die Handlung selbst ist in vier Abschnitte unterteilt, die überraschenderweise nicht chronologisch angeordnet sind. Was zunächst verwirrend klingt, ist aber sehr gut gelungen – so erfährt man nach und nach, was mit dem Mann geschehen ist und wie es zu der Grausamkeit kam. Es wird oftmals heftig und blutig. Bis auf einige Längen im ersten Abschnitt lässt sich das Buch gut lesen und offenbart nach und nach die dunkelsten Geheimnisse – der Kreis schließt sich und hält so manche Überraschung bereit.
Neben der düsteren Geschichte werden auch die Schauplätze und das damalige Leben im 18. Jahrhundert sehr genau beschrieben. Leid und Elend der vergangenen Zeit werden spürbar, die Atmosphäre ist bedrückend. In einem sehr interessanten Nachwort erläutert der Autor, wie der Roman entstanden ist, beschreibt historische Fakten und erzählt, warum er sich speziell für das Jahr 1793 entschieden hat.


Mein Fazit: Ein historischer Thriller, der es in sich hat: Es wird düster und ist nichts für schwache Nerven. Gleichzeitig ist es ein sehr packendes Buch, das den Leser mit seiner unheimlichen Atmosphäre gefangen hält. Ein gelungenes und sehr gut recherchiertes Debüt, das wirklich überrascht!


Meine Bewertung: 





Titel: 1793
Autor: Niklas Natt och Dag
Genre: Historischer Thriller
Seitenanzahl: 496
Verlag: Piper
Erstveröffentlichung: 01. März 2019


Die Bücher der Trilogie um Winge und Cardell:
Band 1 - 1793
Band 2 - 1794
Band 3 - 1795


Vielen Dank an den Piper-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!


Mittwoch, 6. März 2019

Rezension zu "Die dunklen Lande" von Markus Heitz

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Der Kampf gegen das Böse

Im Jahr 1629: Mitten im dreißigjährigen Krieg, der aktuell Europa erschüttert und besonders schlimm in Deutschland wütet, reist die junge Abenteurerin Aenlin Kane von London in die neutrale Stadt Hamburg. Zusammen mit ihrer Freundin Tahmina, einer persischen Mystikerin, hofft sie, das Erbe ihres berühmten Vaters Salomon Kane zu finden. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Daher nimmt Aenlin einen folgenschweren Auftrag der West-Indischen Compagnie an: Gemeinsam mit einer zusammengewürfelten Söldnertruppe soll sie nach Bamberg reisen, dort fünf Personen abholen und sie sicher in die Hansestadt bringen. Noch ahnt die Gruppe nicht, dass Bamberg die Stadt der grausamsten Hexenprozesse ist. Zudem scheint ihr Anführer Nicolas ein düsteres Geheimnis zu verbergen. Schon bald gerät alles aus den Fugen und plötzlich geht es für die Gruppe nicht länger nur um den Auftrag, sondern ums nackte Überleben. Aenlin und Tahmina stehen plötzlich einer dämonischen Macht gegenüber, die sich die Wirren des Krieges zum Vorteil machen will…


„Die dunklen Lande“, wiederholde Nicolas leise. Der Begriff ließ ihn nicht mehr los. Sie hatten bereits Dämonen im Kampf gesehen, Schemen auf einem Feuerpferd oder Gestalten mit Fledermausschwingen, die in Getümmel und Pulverdampf erschienen waren und darauf vertrauten, dass man sie dort nicht bemerkte. – Seite 50


Mit Die dunklen Lande hat Markus Heitz wieder einen Roman geschaffen, wie er düsterer nicht sein kann. Das besondere hier: Die Handlung spielt im 17. Jahrhundert, mitten in der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Und genau diesen machen sich finstere Mächte zunutze – es wird sehr düster, unheimlich und überraschend. Hauptfigur ist die junge Frau Aenlin, die zusammen mit ihrer Freundin Tahmina einen Auftrag annehmen muss, der sich zunächst harmlos anhört, sich aber dann als lebensgefährlich entpuppt. Auch ihre Begleiter, die ebenfalls für diesen Auftrag angeheuert wurden, scheinen einige Geheimnisse zu haben – jeder auf seine eigene Weise. Doch nach und nach kommt Licht ins Dunkel…


„Er deutete auf die Namen, die mit Kreide auf die Zellentüren geschrieben standen. An manchen Stellen schimmerten jene der vorherigen Insassen durch, mischten sich übereinander, schattenhaft und geisterhaft, und verkündeten nichts anderes als den Tod.“ – Seite 211


Die Handlung nimmt ab einem gewissen Punkt eine so überraschende Wendung, dass man einfach nur gefesselt weiterlesen muss. Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm zu lesen, natürlich fehlen auch düstere Kreaturen und gut platzierte, phantastische Horrorelemente nicht – kurz gesagt: Es wird dunkel-düster-packend-grausam. Auch was es mit den Gerüchten um die dunklen Lande auf sich hat, wird gelüftet. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet – Aenlin ist sehr sympathisch und hätte gerne noch mehr in den Vordergrund rücken können. Nur der Weg des Söldners Statius wurde mir zeitweise etwas zu skurril. Bis auf diese Kleinigkeit hat mich das Buch aber wieder gepackt und mit seinem Verlauf mehr als überrascht.
Was mir hier auch sehr gut gefallen hat: Ungefähr in der Mitte des Buches findet sich ein kleines Detail aus Des Teufels Gebetbuch wieder, das gekonnt eingebaut wurde.

Gelungen ist auch die Buchgestaltung: In der Klappenbroschur findet sich vorne eine Karte zum aufklappen, die das Heilige Römische Reich im Jahr 1629 zeigt. So kann man den Weg der Gefährten sehr gut verfolgen. Zudem gibt es im Buch selbst zwei skizzenhafte, schwarz-weiß Abbildungen, die man nach zwei Seiten aufklappen kann.

Mein Fazit: Ein gelungener Dark-Fantasy-Roman mit überaschendem Verlauf und besonderem Setting. Im 17. Jahrhundert angesiedelt, schafft Markus Heitz in der ohnehin schon dunklen Zeit eine noch Dunklere - mit unheimlichen Geschehnissen und mächtigen Dämonen. Von Anfang an sehr geheimnisvoll und fesselnd. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, die Handlung verläuft überraschend und anders als gedacht. Oft sehr gruselig und düster mit viel Fantasy. Mir hat es sehr gut gefallen und kann das Buch allen Dark-Fantasy-Fans empfehlen!


Meine Bewertung: 







Titel: Die dunklen Lande
Autor: Markus Heitz
Genre: Dark-Fantasy
Seitenanzahl: 560
Verlag: Knaur
 



Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar! 

Samstag, 2. März 2019

Rezension zu "Der Atlas der besonderen Kinder" von Ransom Riggs

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Die besonderen Kinder – Band 4

Nach den vergangenen Ereignissen in Devil‘s Acre, wo sie eine große Bedrohung ausschalten konnten, entschließt sich Jacob schweren Herzens, die Welt der Besonderen zu verlassen und wieder in seine Heimat Florida und zu seinen Eltern zurück zu kehren. Doch Miss Peregrine folgt Jacob zusammen mit Emma und den anderen besonderen Kindern nach Florida – sie haben überraschend einen Weg gefunden, auch außerhalb der Zeitschleifen ohne Folgen leben zu können. Zeitschleifen sind Orte außerhalb der Zeit, in denen die Besonderen – Menschen mit außergewöhnlichen und skurrilen Fähigkeiten - leben. In Jacobs Heimat stoßen sich nach und nach auf zahllose, unerforschte Zeitschleifen, in denen die Besonderen ohne feste Regeln und Beschützer leben.
Zugleich erfährt Jacob mehr über seinen verstorbenen Großvater, der ebenfalls ein Besonderer war – er beginnt dessen geheimnisvolles Vermächtnis zu erforschen und ahnt noch nicht, dass ihm und Emma sein bislang größtes Abenteuer noch bevor steht…


„Es war ein Vermischen der Welten, wie ich es mir schon tausend Mal vorgestellt, aber nicht einmal im Traum für möglich gehalten hatte. Doch hier war es nun: das Vorher und das Nachher, die mit der Kraft von Planeten zusammenprallten.“ – Seite 12


Ich war immer davon ausgegangen, dass die Reihe um die besonderen Kinder eine Trilogie bleibt – umso erfreuter war ich, dass es nun mit einem vierten Band weitergeht. Dieser schließt nahtlos an die überraschenden Geschehnisse des dritten Bandes an und hält wieder einige Abenteuer bereit. Hier spielt die Handlung überwiegend in Jacobs Heimat Florida, in der es mehr unerforschte Zeitschleifen gibt, als zunächst gedacht – und diese unterscheiden sich gewaltig als die schon bekannten und erforschten Orte der Besonderen. Es gibt ein Wiedersehen mit bereits bekannten Charakteren: Die Lehrerein und Ymbryne Miss Peregrine ist  wieder mit dabei, ebenso Jacobs Schwarm Emma und viele seiner besonderen Freunde. Spannend zu verfolgen ist hier, dass die Kinder, die viele Jahre in einer Zeitschleife des Jahres 1940 gelebt haben, nun die Gegenwart kennen lernen.
Besonders gefallen hat mir an diesem Band aber, dass wir hier mehr über Jacobs Großvater erfahren – Jacob und seine Freunde machen eine große Entdeckung und damit werden nach und nach einige Geheimnisse gelüftet. Es wird phantastisch-abenteuerlich und überraschend.
Der Schreibstil ist sehr angenehm – Ransom Riggs schreibt in einer ruhigen und ausführlichen Art, die auf eine gewisse Weise packend ist. In der Ich-Perspektive aus Sicht des 16-jährigen Jacob Portman, kann man dessen Weg und den der besonderen Kinder sehr gut verfolgen. Dieser ist manchmal düster und geheimnisvoll und führt sie an unbekannte und  manchmal skurrile Orte.
Sehr gelungen und im wahrsten Sinne des Wortes besonders ist auch die gesamte Buchgestaltung: Wie schon bei den Vorgängen gibt es hier auch viele außergewöhnliche Fotos – meist sind es alte Aufnahmen, die manche Schilderungen perfekt wiederspiegeln. Eines davon ist auf dem Cover abgebildet, das wie immer ein Blickfang ist.
Bei diesem Buch würde ich unbedingt empfehlen, zunächst die Vorgänger zu lesen – denn dort lernt man die einzelnen Charaktere und ihre Fähigkeiten genauer kennen und erfährt alles über die wichtigen, vergangenen Geschehnisse.


„In diesem Moment, als ich da unten auf meine Freunde wartete, begriff ich plötzlich. Mein Großvater hatte gewollt, dass ich diesen Ort finde. Tygrysku. Es war ein Brotbröckchen im Wald. So wie die Postkarte von Miss Peregrine, die er in dem Band vom Emerson versteckte.“ – Seite 108/109


Mein Fazit: Ein gelungener 4. Band um die besonderen Kinder, der ein neues und spannendes Abenteuer bereit hält . Außergewöhnliche Orte und viele phantastische Elemente machen dieses Buch wieder zu einem ganz besonderen Fantasy-Roman. Der Atlas der besonderen Kinder hat mir noch etwas besser als der Vorgänger gefallen. Wem die Reihe bisher gefallen hat, der wird auch von dem neuen Abenteuer begeistert sein. Sehr lesenswert!


Meine Bewertung: 




Titel: Der Atlas der besonderen Kinder
Autor: Ransom Riggs
Genre: Fantasy / Phantastik
Seitenanzahl: 512
Verlag: Knaur
Erstveröffentlichung: 01. März 2019




Die Bücher der Reihe Die besonderen Kinder:

Band 1 - Die Insel der besonderen Kinder
Band 2 - Die Stadt der besonderen Kinder
Band 3 - Die Bibliothek der besonderen Kinder
Band 4 - Der Atlas der besonderen Kinder
Band 5 - Das Vermächtnis der besonderen Kinder

Die Legenden der besonderen Kinder - Erzählungen


Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 1. März 2019

Monatsrückblick Februar 2019


Hallo ihr Lieben,

auf im Februar gab es wieder spannende Lesestunden bei mir. Insgesamt habe ich wie im Vormonat auch sieben Bücher gelesen. Mit Spannung erwartet habe ich den 3. Band der Reihe Die Krone der Sterne von Kai Meyer - Maschinengötter ist der vorerst finale Band der phantastischen Space Opera und hat mir wieder sehr gut gefallen. Besonders schön ist auch wieder die Gestaltung des Paperbacks, das perfekt zu seinen Vorgängern passt:


Zudem ging es für mich weiter in Markus Heitz' Albae-Saga - auch Band 2 und 3 der Legenden der Albae waren wieder düster-spannend - ich bin gespannt, wie es weitergeht. Auch Simon Becketts 6. Band um den forensischen Anthropologen David Hunter war sehr lesenswert - Die ewigen Toten kann mühelos mit dem schon starken Vorgänger mithalten.

Im Januar hatte ich ja wieder eine Leseliste erstellt mit 19 Büchern, die ich in diesem Jahr lesen möchte. Die Liste findet ihr hier: #19für2019 - Meine Leseliste 
Habt ihr euch eine Liste? Wenn ja, dann verlinke ich euch gerne in meinem Beitrag.
Aktueller Stand: 4/19 Büchern.

Einige Neuzugänge gab es in diesem Monat auch - u.a. diese wunderbaren Bücher:




Nun aber zu meinen Februar-Büchern. Hier kommt meine Monatsstatistik:

Mein Lesemonat in Zahlen

  
7 gelesene Bücher
3.696 gelesene Seiten
durchschnittlich 132 gelesene Seiten pro Tag

Bewertungen
  3 x 5 Sterne
1 x 4,5 Sterne
2 x 4 Sterne
1 x 3 Sterne 


Gelesene Bücher im Februar


Markus Heitz - Die Legenden der Albae 2: Vernichtender Hass
 
Ursula Poznanski - Vanitas 1: Schwarz wie Erde
 
Hanya Yanagihara - Das Volk der Bäume


Monatshighlights


 
David Hunter 6: Die ewigen Toten
Simon Beckett

Die Krone der Sterne 3: Maschinengötter
Kai Meyer
Nichts weniger als ein Wunder
Markus Zusak

Lesepläne und Neuerscheinungen

Folgende Bücher möchte ich gern im März lesen:

Ransom Riggs - Die besonderen Kinder 4: Der Atlas der besonderen Kinder ~ erscheint am 01.03.2019
Markus Heitz - Die dunklen Lande ~ erscheint am 01.03.2019
Markus Heitz - Die Legenden der Albae 4: Tobender Sturm
Niklas Natt och Dagg - 1793 ~ erscheint am 01.03.2019
John Grisham - Das Bekenntnis ~ erscheint am 04.03.2019
Markus Zusak - Die Bücherdiebin


Eine weitere März - Neuerscheinung#, auf die ich mich freue: 

Matt Haig - Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten ~ erscheint am 22.03.2019



Ich wünsche euch einen schönen neuen Lesemonat!
Liebe Grüße, eure Nicole