Freitag, 3. August 2018

Rezension zu "Der Club" von Takis Würger


Zum Buch

Der Club und seine Geheimnisse

Für Hans Stichler, der aus einfachen Verhältnissen stammt, ändert sich plötzlich das ganze Leben: Seine Tante, die zugleich seine einzig lebende Verwandte ist, vermittelt ihm ein Stipendium für die Universität in Cambridge. Im Gegenzug dafür soll er ein Verbrechen aufklären. Anfangs ahnt er noch nicht, auf was er sich da wirklich eingelassen hat, denn um mehr über den Fall zu erfahren, muss er ein Mitglied des elitären Pitt-Clubs werden. Charlotte hilft ihm dabei und weiht Hans in die Bräuche der Snobs ein – für ihn eine ganz neue und fremde Welt. Schnell muss er feststellen, dass sich in dem Club Dinge ereignen,  über die niemand spricht. Auch Charlotte scheint Geheimnisse zu haben. Und schon bald wird er hinter den verschlossenen Türen des Pitt-Clubs vor eine Wahl gestellt, die alles abverlangt…


„Der blaue Balzer, die blanken Steine, das saubere Gras in den Höfen, die schwarzen Roben, die weißen Säulen des Pitt Clubs, alles fügte sich zu einem Ganzen und hielt den Mythos zusammen, der diesen Ort groß machte. Ich erinnerte mich daran, wie ich mir gewünscht hatte, dazuzugehören, aber in dieser Nacht, als ich endlich ganz dazugehörte und die Farbe der Universität trug, widerte es mich an.“ – Seite 179


Dieses Buch hatte ich schon lange im Hinterkopf, da der Klappentext sich geheimnisvoll-spannend anhört. Hauptfigur ist hier der achtzehnjährige Hans, der schon früh in seinem Leben einige Schicksalsschläge verkraften musste. Bevor er eigene Pläne für die Zukunft schmieden kann, vermittelt seine Tante Alex ihm ein Studienplatz an der Universität in Cambridge. Doch für das vermittelte Stipendium erwartet sie eine Gegenleistung, die für Hans im ersten Moment mehr als skurril erscheint.
Auch der Pitt-Club, um den es hier geht, wirkt anfangs sehr mysteriös und scheint voller dunkler Geheimnisse zu stecken – was sich wirklich dahinter verbirgt, erfährt man nach und nach. Die Geschichte ist aus mehreren Blickwinkeln geschrieben, immer in der Ich-Perspektive von verschiedenen Personen. Anfang ist es gut gemacht, doch nach und nach werden es zu viele Personen – dadurch werden die Charaktere immer blasser und sind unnahbar. Das ist ein Punkt, den ich etwas schade fand. Ansonsten ist es aber ein gutes Buch, das besonders zum Ende hin spannend wird.


„Die Wahrheit, Bill“, sagte sie, „sind die Geschichten, die wir uns so lange erzählen, bis wir glauben, sie wären Wirklichkeit.“ – Seite 229


Mein Fazit: Ein Buch, das leise und geheimnisvoll ist, aber mit seinem besonderen Stil den Leser schnell fesselt. Sehr gut verständlich – auf nur 240 Seiten ein atmosphärisch dichter Roman, der einige Krimi-Elemente enthält und nach und nach dunkle Geheimnisse zutage fördert. Bis auf Schwächen bei den Charakteren sehr gut gelungen – besonders zum Ende hin spannend.


Meine Bewertung: 




Titel: Der Club
Autor: Takis Würger
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 240
Verlag: Kein & Aber
Erstveröffentlichung: 28. Februar 2017


2 Kommentare:

  1. Liebe Nicole,
    prima, dass dir das Buch wesentlich besser gefallen hat als mir. Ich habe überhaupt keinen Zugang zu Geschichte und Charakteren bekommen und es war eins der wenigen Bücher, die ich abgebrochen habe.
    Viele Grüße, Heike

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    1. Liebe Heike,

      stimmt, ich erinnere mich daran, dass du das Buch abgebrochen hattest. Natürlich hat diese Geschichte einen bestimmten Stil, den man mögen muss.
      Doch mir hat "Der Club" bis auf Kleinigkeiten sehr gut gefallen. :)

      Liebe Grüße
      Nicole

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